ZachSeinBlog

...notwendig, angemessen und würdelos.

ZachDenktNach – Say w00t?

denken

So meine Damen und Herren, heute am späten Abend kommt eine leicht ‘geremixte’ Version des Reader’s Choice auf Euch zu. Da ich den Fragen-Post dieses Mal nicht alleine machen kann, oder eher will (lest Ihr dann, wieso,) komme ich wohl dieses Mal nicht ganz so einfach am sonst auch stressigen Montag davon. Aber das gibt mir die Gelegenheit mal etwas über die Allgemeinheit zu ranten.

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911

Passend zum Jahrestag der Anschläge vom 11 September 2001 habe ich mir einige Gedanken gemacht: Als früher dieses Jahr, die Amerikanische Air Force One, im Rahmen von neuen Pressefotos der New Yorker Skyline etwas zu nahe kam, war in der Stadt die Hölle los.

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ZachDenktNach – Tolerance or Death

ordeath

Passend zu der Rüttgers-Zitat – das ohne Frage absolut hirnverbrannt war und nun innerhalb des Wahlkampfes vermutlich ausgeschlachtet wird, wie ein VW Golf Zwei aus Gold – muss ich sagen, dass ich mich immer wieder über das Phänomen der “Political Correctness” wundere.

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stay

Wenn man mich als Jugendlichen gefragt hätte, was denn die größte Herausforderung, die größte Schwierigkeit meiner Generation sein würde, hätte ich vermutlich etwas wie “den Frieden erhalten” gesagt. Heute ist das anders...

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Tiefergehende Gedanken zu Amokläufen

Ich stelle ja gerne zu aktuellen Themen einfach mal andere andere Fragen, beziehungsweise gewisse Fragen einfach mal anders.

So fragen sich die meisten Leute zur aktuellen Tragödie: „Wie kann man nur 15 Menschen erschießen?“ – dabei lautet doch die viel bessere Frage: „Was treibt jemanden dazu sich selbst umzubringen?“. Denn meiner Meinung nach sind die Hauptgründe warum sich eine Person selbst richtet, die gleichen warum ein Schüler ein School-Shooting begeht. Ein so gearteter Amoklauf war bei allen Beispielen kaum mehr als ein selbst-inszenierter Selbstmord, ein Knall mit dem der oder die Protagonisten ihres eigenen Massakers abtreten wollten. Zwar fehlen mit natürlich die Details und ich denke ich bin meilenweit davon entfernt ein Experte zu sein, aber alle Indizien die ich kenne deuten darauf hin.

Wenn ich es mir so überlege, ist es für einen Menschen aus unserer heutigen Gesellschaft, welcher seit 15 bis 30 Jahren unsere Medienkultur vorgesetzt bekommt, fast schon erschreckend logisch, dass man ohne zu Zucken über Leichen geht, wenn man nichts mehr zu verlieren hat. Selbst Hollywood haut es uns in unzähligen Filmen mit Schwung um die Ohren, „Wenn ich schon sterbe, dann nehme ich einige von diesen Bastarden mit in die Hölle.“ Jemand der sein Leben aufgegeben hat oder wissentlich einlöst, hat keine Hemmschwellen mehr. Überleben in der Nähe einer solchen Person ist Glücksache. „Wenn ich schon abtrete dann auch so, dass ich einen Eindruck hinterlasse“. Und genau das hat er bekommen, nicht wahr? Wenn ihr es mir nicht glaubt, schaltet den Fernseher an – aber dazu mehr.

Und da haben wir auch die nächste Facette in diesem Puzzle: Purer und reiner Egoismus. Bezeichnet man den Selbstmord schon bereits als rein egoistische Tat, ist dieses noch mal eine ganze Etage höher anzusiedeln. Während der Selbstmord eine Ausflucht aus einem psychischen oder physischem Leid sein mag, mit dem man Freund und Verwandte um sich herum psychisch verletzt, ist ein mit dem Selbstmord verbundener Amoklauf ist ungleich widerwärtiger.
Es ist eine Sache seinen Tod, als letzten Ausweg aus seinem persönlichen Leiden zu sehen und dabei „über seine eigene Leiche zu gehen“, eine völlig andere vorher seinen Mitmenschen Schaden zuzufügen… und das aus den Gründen, dass man A) nach seinem Tod wenigstens ein Medienspektakel wert ist und B) für seine Taten nicht mehr zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Das Schlimme ist, das in meinen Augen der Mensch der so einen Tat durchführt, das pathologische Potential besitzen muss einen Menschen über den Haufen zu schießen, wenn er damit davon käme. Das heißt gäbe es irgendwo eine Möglichkeit andere Menschen zu nach Lust und Laune erschießen, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden – täte diese Person das. Diese Überlegung ist fast noch grauenhafter, als die Tatsache eines Amoklaufes mit Selbstrichtung.

Um hierbei auf die „Killerspiele“ kurz zurück zu schwenken:
Die nächste Frage wäre im aktuellen Killerspiel-Kontext: „Dann hat er also Ego-Shooter gespielt um Leute zu erschießen, weil er da seine Phantasien ausleben konnte – also nicht zur Rechenschaft gezogen wurde?“ Das Problem ist, das wissen wir nicht. Tim K. hat genug andere Freizeitaktivitäten gehabt und ausgeführt, die eben darauf hinweisen, dass er sich vielleicht nicht bei jedem toten Pixelhaufen einen echten Menschen dahinter vorgestellt hat. Es scheint bis jetzt keine Hinweise für ein extremes ‘sich im Spiel verlieren’ zu geben, kein: „Mir genügen die Spiele nicht mehr um meine Gewaltphantasien auszuleben“. Und wenn es doch so war, dann ist er Täter mit einer komplett anderen Grundhaltung an das Spiel herangegangen, als die meisten anderen Spieler, die sich solche Games zu Gemüte führen, nämlich im Falle von Tim K. das Verlangen Menschen zu töten.

Zusammenfassend haben wir also einen Menschen, der lebensmüde, lebensverachtend und/oder maßlos egoistisch zugleich ist. Und wie ich es drehe und wende, sind für mich gewalttätige Computerspiele in diesem Fall höchstes das, was es auch wäre im Bett zu liegen an die Decke zu starren und sich vorzustellen, wie man seinen Mitmenschen eine Kugel durch den Kopf jagt. Und an diesem Punkt interessiert mich doch viel mehr, wie es überhaupt erst dazu kam dass er dieses Tötungs-Verlangen entwickelte und nicht womit er gegen Ende dieses auslebte.

Die Idee, seinem Leben auf diese widerliche Weise ein Ende zu bereiten kommt meiner Ansicht auch gar nicht aus den Gewaltfilmen oder dem Computer, sie kommt aus dem Fernsehen und den Zeitungen, welche die alten Amokläufe aus geschlachtet haben und bis heute in der bekannten Weise berichten. Grotesker Weise wird die Nachahmungswahrscheinlichkeit bei Amokläufen als ‘sehr hoch’ eingestuft. Gerade weil der Täter durch die Bilderflut und die teilweise reißerische und Opfer-Unwürdige Berichterstattung in den Augen anderer, potentieller Amokläufer in den Status eines Helden erhoben wird.

Wo sind also die Gründe für den Amoklauf von Winnenden? Wichtig ist zu sehen, dass es keine einzelnen Ursache gibt. Es gibt immer eine Reihe von Faktoren die ursächlich sein könnten und bei denen die eventuelle Schuld jeweils anders wiegt.

  • Die Erziehung war ein Faktor, weil sie ihm nicht beigebracht hatte das Leben zu schätzen.
  • Die Erziehung war ein Faktor, weil er zu einem Egoisten erzogen wurde.
  • Die Eltern waren ein Faktor, weil sie ihren Sohn nicht weiter in die Klinik geschickt haben.
  • Die Psychologen waren ein Faktor, weil sie Tim K. Gefahrenpotential nicht erkannt haben.
  • Der Schützenverein und die Eltern waren ein Faktor, weil sie zugelassen haben, dass Tim K. den Umgang mit einer Waffe üben konnte.
  • Der Vater war ein Faktor, weil er 18 Waffen und genug Munition für einen Kleinkrieg im zu Hause aufbewahrte.
  • Die Medien sind ein Faktor, weil sie jeden Amokläufer in den Augen anderer Soziopathen zu einem Helden erheben.
  • Die Freunde waren ein Faktor, weil sie auf Tim K. nicht geachtet haben.
  • Die Computerspiele waren vielleicht ein Faktor, weil sie Tim K.s Phantasien verstärkt haben.
  • Die Eltern waren ein Faktor, weil sie ihren Sohn an Medien heran gelassen haben, die nicht für ihn geeignet waren.

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