ZachSeinBlog

(obscure reference no one gets here)

Le DRM de Ubisoft

Und wieder einmal versucht ein Hersteller das Recht der Benutzer die Softwarepiraterie erfolgreich einzuschränken und sagt somit den ehrlichen Käufern Raubkopierern den Kampf an. Dieses mal ist es der französische Publisher UBI-Soft.

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  • Elektrischer Reporter über DRM

    Elektrischer Reporter – Digitale Entmündigung: Was Dir gehört, gehört Dir nicht

    via Netzpolitik.org

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    Trent Reznor, Frontmann von Nine Inch Nails (kurz NIN), hat im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern eine  abweichende Herangehensweise an das Kopieren seiner Songs. Anders als zum Beispiel Metallica, ist es ihm nicht nur egal ob die Songs kopiert werden, es ist ihm sogar lieber wenn möglichst viele Leute seine Songs gratis hören können.

    Einzige Bedingung, nur Eure Seele – äh Email-Adresse.

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    Dr Eugene Crabs ‘Tschuldigung… Dr Michael Capps, Präsident von Epic MegaGames gab in einem Gespräch mit GamesIndustry.biz zum Besten, dass der Gebrauchtmarkt für Spiele ein großes Problem bzw. wichtiges Thema (Org.: “huge issue”) für die Spielindustrie ist. Die Unternehmen müssten immer mehr darauf achten, neue Lösungen dafür zu finden ihre Einnahmen zu schützen.

    “Der Gebrauchtmarkt ist ein großes Problem in den Vereinigten Staaten,” so Dr. Crabs sorry… Capps “Unser Hauptvertreiber macht einen Großteil seines Geldes mit Gebrauchtverkäufen. Das ist der Grund warum man jetzt sieht, wie die Spiele(-hersteller) dem gegenüber ‘Schutzmaßnahmen’ ergreifen… (zum Beispiel) wenn man eine Verkaufsversion erwirbt bekommt man einen Freischaltcode.

    Ich habe mit einigen Entwicklern gesprochen die der Meinung sind: ‘Wenn man den finalen Boss bekämpfen will, soll man online gehen und 20 Dollar bezahlen, aber wenn man die Verkaufsversion hat bekommt man den umsonst.’ Wir machen kein Geld damit wenn sich jemand ein Spiel verleiht und wir machen kein Geld damit wenn jemand es gebraucht verkauft – mehr als doppelt so viele Leute haben ‘Gears of War’ gespielt wie es verkauft wurde…”

    Was? Skandal! Ich erwerbe ein Spiel und komme dann auch noch auf die gemeine Idee meinen Besitz an Freunde zu verleihen oder sogar weiterzuverkaufen! Wie kann ich nur? Wieder einmal frage ich mich, wie genau es die Bush-Regierung geschafft hat mit ihrer fundamentalistischen Auslegung der freien Marktwirtschaft einigen Leuten so viel Unrat zwischen die Ohren zu pumpen. Hat niemand diesen Game-Designern erzählt, dass es Gebrauchthandel schon seit den Neandertalern gibt, die alte, scharfkantige Steine gegen alte Felle getauscht haben? Es mag sein, dass der Gebrauchthandel, mit dem Internet als leicht erreichbare, internationale Plattform, zunehmend einfacher geworden ist. Aber sollte man gerade dann nicht darauf reagieren und in einem Spiel Anreize bieten dieses zu behalten, anstatt den Leuten es unmöglich zu machen damit anzustellen, was ihr gutes Recht ist?

    Downloadable Content oder DLC über einen gewissen Zeitraum ist doch eine nette Sache Leute bei der Stange zu halten, das wird schon in einem weiten Rahmen gemacht. Genau so wie ein in Aussicht stellen von AddOns.

    Sämtliche Vorgehensweisen gegen den Weiterverkauf sind allerdings Bullshit. Genau solche Maßnahmen würden den Gebrauchthandel nicht unterbinden, sondern nur die Beleibtheit von Cracks für diese Spiele steigern. Selbst ich höre immer wieder, dass es Personen gibt, welche sich zwar ein Original gekauft haben, aber gezwungen sind dieses zu ‘cracken’ weil sie A) Probleme mit einem zickenden Kopierschutz haben und B) keine Lust auf den Ärger haben das Spiel wieder zurückzugeben.

    Aber auf die Frage hin, ob man dem Spieler oder dem Vertreiber die Schuld für den Second-Hand Spielemarkt zuweisen müsse, will Crabs … ich meine Capps nicht die Spieler kritisieren.

    Also den muss ich mir einrahmen “Wer ist Schuld am Gebrauchtverkauf?” das kommt direkt neben. “Die Softwarepiraten sind Schuld an der Spore DRM.”. Ich weiiiiiß nicht wieso, aber könnte es sein, dass ein Spieler eher ein Spiel im Orginal kaufen würden, wenn es sagen wir mal statt +50 Euro eher 20 bis 30 Euro kosten würde? Dass man sich dann eventuell sagt: “25 Euro? Na dann kann ich es gleich im Original kaufen!” Ist nur so eine These. Oder könnte es daran liegen, dass man bei vielen Spielen heutzutage allenfalls 15 Stunden ohne großen Wiederspielwert bekommt? Gerade “Gears of War” ist nach allgemeiner Angabe bin in 10-12 Stunden durchgezockt, was bedeutet, dass gerade jemand der Abends ein bis zwei Stunden nach der Arbeit spielt, dieses Spiel bin in einer Woche durch hat. Bei einem Neupreis von 50-60 Euro kommt man dort auf ~200 Euro den Monat, da warte ich doch besser, bis ich das Spiel nach zwei Jahren in der Grabbelkiste bekomme oder ich besorge mir das aktuelle Spiel für den halben Preis bei eBay.

    Ich weiß, ich wiederhole mich mit: “Gebrauchtverkauf zu unterbinden sind unlautere Praktiken und Geldgeilheit. Darüber hinaus sind viele Spiele sind zu teuer für die Zeit die sie einen Unterhalten”. Aber es ist nun mal so.

    “Ich würde es hassen, zu sagen dass die Spieler meine Gegner sind – das mach keinen Sinn. Aber wir haben eine Regel bei Epic, wir kaufen keine gebrauchten Spiele – natürlich wird man nicht als “Epic artist” erkannt wenn man irgendwo hineingeht und (trotzdem) gebrauchte Spiele kauft – aber das ist die Art wie wir unser Geld verdienen und wie alle unsere Freunde in der Insustrie ihr Geld verdienen.”

    Naja, ich glaube eher dass es daran liegt – dass die meisten Leute, welche bei Epic Games arbeiten nicht so sehr auf ihr Kleingeld achten müssen und sich die Originale leisten können… also nicht so wie jemand der ein typisches, kleines amerikanisches Gehalt hat und sich gerade so neben dem Essen, der Wohnung, den Klamotten und den laufenden kosten sich eine Konsole leisten kann ohne sich groß Sorgen zu machen – wenn überhaupt.

    Er führte als Beweise für seine Meinung auf, dass das Verhältnis von Crysis bei 20 Raubkopien auf ein Orginal lag – was auch der Grund sei warum Epic keine Pläne hat “Gears of War 2″ für den PC herauszubringen.

    Kann mir jemand helfen warum man die Raubkopien als Grund für eine solche Handlungsweise vorschiebt? Was hat Softwarepiraterie mit legalen Gebrauchtverkäufen zu tun? Es wäre wenigstens etwas, wenn irgendwer von diesen Leute offen sagen könnte: “Uns wird zu viel raubkopiert, also greifen wir bei den Leuten die Kohle ab, die dumm genug sind um das Spiel ehrlich zu kaufen.”

    “Das ist grausam für eine Firma wie unsere die so lange auf dem PC markt aktiv war wie unsere.” so er “Wir versuchen das zu ändern, es gibt einen neuen Zusammenschluss von Unternehmen die versuchen das PC Gaming wieder zum funktionieren zu bringen. Aber wenn die Leute Spiele spielen ohne sie zu kaufen, dann wird es keine neuen Spiele geben.” (Org.: “…then the games aren’t going to keep coming.”)

    Wenn man bedenkt, dass das letzte Spiel von Epic was mich wirklich begeistert hat “One Must Fall 2097″ war und alles was danach kam nur Unreal und UT Spiele waren (ok, und GoW) – von denen ich alle meine Originale, mit der Ausnahme von OMF 2097, ausnahmslos weiterverkauft habe – kapiere ich nicht warum die Menschen bei Epic heulen. Ich meine gerade den Leute bei Epic sollte man doch einen gewaltigen Vogel zeigen: Die Firma bringt im Abstand von zwei bis drei Jahren mehrere Unreal Tournament Spiele heraus und wundert sich, wenn einige Leute auf die Idee kommen die alte Version zu verkaufen, weil groß angekündigt wird, dass eine neue Version bald ins Haus flattert? Darüber hinaus gibt es jedes halbe Jahr ein neues Spiel, oder einen neuen, must-have Online-Turnier-Shooter. Spiele ich von den Dingern mehr als zwei davon gleichzeitig online? Eher nicht, oder? Gerade weil diese Spiele nichts Besonderes sind und alle naselang ein besserer und tollerer Shooter herauskommt, haben sie meiner Ansicht nach eine so hohe Weiterverkaufsquote. Mich würde wirklich die Second-Hand-Quote der einzelnen Spiele interessieren.

    In der Zwischenzeit zählte Capps Crabs … Moment, doch Capps… einige Punkte auf, die die Vorteile der des digitalen Vertriebs aufzählten. Besonders was die Geschwindigkeit und die Qualität des Feedbacks zu den Verkäufen angeht. “Ich denke wir sind weit entfernt davon, wo man in ein Einkaufszentrum oder einen Spielladen geht und sich (spontan) dazu entscheidet etwas mitzunehmen.” so er, “Das wird noch eine lange Zeit so sein.”

    Genau, warum wälze ich eigentlich – wie so viele andere auch – Meinungen und Reviews im Internet zu einem Spiel, wenn ich am Ende doch in den Kaufhof latsche und mal so spontan 60 Euro ausgeben möchte… das würde ich ja nicht mal mit einem Managergehalt wollen. Das einzige was ich “mal so” mit nehme liegt auf der Softwarepyramide, kostet 15 Euro und hat bei mir einen positiven Eindruck in den Tests gemacht…

    “Wir lieben Steam. Ich weiß noch an diesem einem Tag… nicht nur das ich den Scheck an diesem Tag bekam, über alle Spiele die verkauft wurden – ich wusste auch dass am Tag, dass wir am Vortag 28 Kopien nach Polen verkauft hatten – und hier ist das Geld!”

    Das klingt so, als sei die Tatsache dass man 28 Kopien in Polen verkauft hat, gleichwertig mit 50.000 verkauften Kopien in Amerika. Mhh… obwohl… so gesehen…

    “Wir waren in der Lage sofort darauf zu antworten.”

    …in welcher Weise? Habt Ihr von dem Geld für die 28 Kopien eine Polka-Party geschmissen?

    “Das Modell ist so wundervoll aus der Entwickler-Perspektive, nicht nur das man Geld machen kann, ich weiß wo alle meine Käufer sind und das ich in der Lage bin sie Glücklich zu machen. Bei den Ladenversionen hat man das nicht – Da bekomme ich Infos wie: ‘Oh in Europa verkauften sich diese und diese Mengen’, und das bekomme erst ich 60 Tage nachdem wir die Spiele verschifft haben.”

    Nicht zu vergessen, dass die Kosten für die Pressung der DVD, die Verpackung, das Drucken des Handbuches, die Lagerung und die Transportkosten einfach wegfallen – aber ich wette das hat rein gar nichts damit zu tun, dass der Mann Steam so toll findet. Ich wette alle Spielhersteller sind in Wirklichkeit nur kleine Kinder, welche freudestrahlend mit den Armen rudern, wenn sie tagtäglich ihre Verkaufszahlen checken können und Luftsprünge machen wenn irgendwo in Obervolta jemand ihr Spiel an einem Feiertag heruntergeladen hat.

    “Und ich denke das der DLC (Downloadable content) sich ausweiten wird, weil wir in den USA wirklich gegen den Second-Hand markt vorgehen müssen,” fügte er noch hinzu.

    Was in etwa der einzig Vernünftige Satz in diesem Report ist, das ganze Interview mit dem Mann gibt es hier. Im Übrigen wäre es intelligenter, statt ein Spiel von Anfang an zu beschneiden für Zweitkäufer, nach und nach guten DLC anzubieten, die jeder der ein Originalspiel besitzt herunterladen kann. Das mag zwar auf den ersten Blick nicht viel anders sein als die am Anfang aufgeführte Idee, wirkt aber wie ein Bonus und ein Kaufanreiz und nicht wie eine Strafe. Darüber hinaus ermöglicht es immer noch das Spiel weiterzuverkaufen oder an Freunde zu verleihen.

    Quelle: GamesIndustry.biz

    Zwei Personen haben letzten Oktober beim amerikanischen Bundesgericht je eine Klage gegen Electronic Arts eingereicht. In beiden Fällen dreht es sich um das SecuROM DRM (Digital Rights Management) welches auf ihren Maschinen installiert wurde.

    Diese beiden neuen Klagen sollen mit einer, bereits im September eingereichten, Klage bezüglich der Spore DRM zu einer Sammelklage zusammengefasst werden.

    Der erste dieser beiden neuen Kläger ist ein Mann aus Pennsylvania, welcher die “Spore Creature Creator” Trail auf seinem PC installierte. Er behauptet, dass die Installation einer DRM, durch ein kostenlos erhältliches Programm, eine “grobe Verletzung der Rechte der Computerbesitzer darstellt” frei zu entscheiden, was auf ihrem PC installiert wird und was nicht, sowie das Recht selbst zu entscheiden wie man den eigenen PC verwenden möchte. (Org.: “constitutes a major violation of computer owners”) Die Klage wirft EA vor, dass die EULA der Trailversion “absolut keine Erwähnung über irgendeine Form von technischen Schutzmaßnahmen, DRM Technologie oder SecuROM in irgendeiner Art enthält.” (Org.: “utterly no mention of any Technical Protection Measures, DRM technology, or SecuROM whatsoever.”)

    Die zweite Klage wurde von einer Frau aus Missouri eingereicht, bei welcher nach der Installation des DRM-geschützten “Die Sims 2: Bon Voyage” Rechnerprobleme auftraten. Backup CDs mit “Die Sims 2″-Content wurden nicht mehr von ihrem PC erkannt und auch konnte sie keine Dateien lesen, welche sie auf ihrem USB-Stick oder ihrem iPod gespeichert hatte. Infolgedessen war sie gezwungen ihren PC zu formatieren und neu aufzusetzen. Sie beschuldigt in ihrer Klage EA “unfaire Geschäftspraktiken” zu nutzen und führt auf, dass dieses Verhalten “unmoralisch, unethisch, repressiv und skrupellos” sei.

    Bei der ersten Klage sehe ich eine gute Aussicht auf Erfolg, bei der Zweiten… naja – EA kann behaupten, dass die DRM zur Software dazugehört welche die Frau gekauft hat. Da man mit der Installation auch gleich den Disclaimer (“Wir sind nicht Schuld wenn was zufällig kaputt geht, wenn sie das Spiel installieren”.) ‘unterschrieben’ hat, ist EA in dieser Fall eventuell fein raus.

    Aber hey, das EA skrupellos und mit unlauteren Methoden hinter unserem Geld her ist ist nichts Neues. So toll manche Spiele von EA auch sind, mit ihrer DRM zeigen sie nun mal das hässliche Gesicht der Industrie. Eben jenes hässliche Gesicht, das den Zweit-/Gebrauchthandel mit PC-Spielen unterbinden will, um noch mehr Kohle zu scheffeln. Ich bin gespannt ob EA auch hier versucht die Software-Piraten als Sündenbock hinzustellen.

    Aber nun haben wir das mit den unlauteren Methoden in einer offiziellen Klage stehen. Das ist doch schon mal was.

    Quelle: Kotaku.com
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  • EA Boss John Riccitiello sagt, dass die Spore-DRM-SecureROM-Kontroverse von einigen wenigen Leuten aufgebauscht wurde. Auf der “Dow Jones/Nielsen Media and Money Conference” gestand dieser ein, dass die DRM aufdringlich sei, gab aber den Softwarepiraten die Schuld für diesen Umstand.

    “Wir arbeiten immer noch an den Feinheiten. Wir haben eine Art der DRM implementiert, die 99.8 Prozent der Benutzer nicht einmal bemerken. Aber für die anderen 0.2 Prozent wurde sie zu einem Problem und ein Teil von diesen startete online einige ‘Untriebe’ (Org.: cabal) um dagegen zu protestieren.”

    Viele Leute, die die ehemalige DDR noch erlebt haben, werden sich hier das Vorgehen erkennen: “Wenn es ein Problem gibt, wird einfach behauptet, dass die Leute es größer darstellen als es ist und die ‘Unkenrufer’ nur eine Minderheit sind”

    Riccitiellos Praktikantin ist im Bild übrigens nicht zu sehen...

    Riccitiellos Praktikantin ist im Bild übrigens nicht zu sehen...

    “Ich mag keine DRM. Es stört die Spielerfahrung. Wir würden gerne darum herumkommen, aber es gibt da ein Problem das sich Piraterie nennt.”

    Das ist natürlich ein Argument… vor allem wenn man bedenkt, dass die DRM keine Maßnahme gegen Raubkopierer ist. Das was dieser … unglaublich sympathisch … lächelnde Herr da von sich gibt ist übrigens eine bewährte Argumentationstechnik.

    Ich gebe mal einige Beispiele:

    Chef eines Ölkonzernes:
    “Ich mag keine Ölteppiche. wir würden gerne darum herumkommen, aber es gibt da ein Problem das sich Globalisierung nennt.”

    Rechtspopulist:
    “Ich mag auch keine strenge Einwanderungspoitik. Wir würden gerne darum herumkommen, aber es gibt da ein Problem das sich Arbeitslosigkeit nennt.”

    Fritten-Kalli:
    “Ich mag auch keine Pommes mit zu wenig Mayo drauf. Ich würde gerne mehr drauf machen, aber es gibt da ein Problem mit meiner Wurstschneidemaschine.”

    Quelle und Bild: Edge-Online
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  • Warum raubkopiert man eigentlich?

    Eine illegale Kopie von etwas zu ziehen und jemanden so um sein Geld zu bringen, ist ja eigentlich nicht fein. Es befindet sich immer noch in einer Grauzone wenn man es ‘nur’ runterläd – wenn man es nebenbei auch noch anbietet ist es eine Straftat.

    Dennoch wird Raubkopieren allgemein als ein Kavaliersdelikt angesehen und rangiert bei den meisten Menschen irgendwo zwischen “auf die Straße spucken” und “bei Rot über die Ampel gehen”. Aber woher kommt das? Warum fängt man bei der Raubkopierer-Diskussion eigentlich nicht bei dem “Warum?” an – sondern denkt immer über das “Wie?” nach? Ist der Mensch von sich aus undankbar und räuberisch, dass man im Endeffekt nur die Täter bestrafen kann?

    Ich glaube nicht Jim.

    Zumindest habe ich noch Hoffnung. Nehmen wir mal von dem Satz: “Es machen ja eh alle.” Abstand, was haben wir noch? Es muss ja einen Grund geben, warum es momentan alle machen. Wie kam es dazu?

    Es kommt ja nichts weg…
    Ich denke ein erster Grund baut darauf auf, dass der Ausdruck “Raubkopie” nicht ganz richtig ist. Im Falle des ‘Raubens’ nimmt jemand, jemand anderem etwas weg – und das unter Gewaltandrohung. Allerdings glaube ich, dass die wenigsten Raubkopierer in das nächstbeste EA-Büro gegangen sind, um mit vorgehaltener Waffe von der Sekretärin eine Kopie von Spore zu verlangen. “Diebeskopie” trifft es auch nicht, denn nach einem Diebstahl fehlt zumeist etwas, etwas Physisches.

    Beispiel: Wenn ich in ein Haus einbreche und den Fernseher mitnehme, dann ist gibt es jemanden der den Schaden hat und zunächst einmal kein TV mehr schauen kann. Wenn ich in den Supermarkt gehe und etwas mitgehen lasse, dann fehlt da eine Flasche Shampoo im Regal. Wenn ich aber etwas – sonst wie geartet – aus dem Internet herunterlade, dann nun … wo fehlt dann eigentlich etwas? So gesehen habe ich dem Softwarekonzern nichts weggenommen.

    Es ist also nicht so als würde ich wirklich etwas wegnehmen, sondern es ist mehr so, dass ich etwas “nicht mache” was ich sonst “gemacht hätte” – nämlich das Spiel zu kaufen. Etwas nicht zu tun, ist aber in unserer Gesellschaft nichts Verwerfliches… es sei denn man tut nichts, wenn sich jemand anderes in Gefahr befindet und man helfen könnte.

    …dann ist es vielleicht Zechprellerei?
    Auch nicht wirklich. Denn weder hat sich jemand um mich gekümmert, etwas speziell für mich gemacht noch habe ich etwas gegessen oder getrunken. Es ist für den menschlichen Verstand – ohne eine physikalische Grundlage – äußerst schwer “Recht” oder “Unrecht” auseinander zu halten. So wird es vielen Leuten deutlich ‘unangenehmer’ sein, sich in ein Kino zu schleichen, als einen Film aus dem Netz herunter zu laden, ihn einmal anzusehen und dann zu löschen. Aus einer rein logischen Sicht ist es aber fast das Gleiche, nur das Popcorn und die Cola sind wesentlich billiger und ich begehe keinen Hausfriedensbruch.

    Es geht ja so leicht…
    Richtig, man macht die einschlägige Website auf, lädt sich die Torrent-File herunter und los geht’s. Viele Spiele und Filme sind scheinbar in Rekordzeit auf dem Rechner, dann noch eben die Anweisungen folgen, welche der freundliche Cracker hinterlassen hat und man kann sofort losspielen.
    Wenn ich etwas stehle, jemanden prelle oder außerhalb der PC-Welt kopiere habe ich einen mordsmäßigen Aufwand. Bücher muss ich auf den Kopierer legen, ins Kino müsste ich mich rein schleichen, im Laden muss ich geschickt vorgehen und bei der Oma um die Ecke müsste ich das Schloss knacken um den Sparstrumpf zu ergattern. Wie kann denn etwas das drei Mausklicks erfordert so böse sein?

    Wir hinterlassen (subjektiv gesehen) keine negativen Effekte und es geht auch relativ schnell und einfach. Müsste man für jedes raubkopierte Spiel eine Platine (und sei es auch nur mit zwei Handgriffen) neu verlöten, würde kaum noch jemand Spiele kopieren. Hier haben wir auch den Punkt, den die meisten Spielhersteller nicht verstehen:
    Egal wie heftig und restriktiv ein Kopierschutz ist – sobald er einmal gebrochen wurde ist er hinfällig… allerdings – wie wir erfahren haben – ist eine Spore-DRM nicht dazu gemacht um den professionellen Cracker von seinem Tun abzuhalten. Vielleicht kann ich selbst meinem Kumpel nicht mehr – ohne großes Know-How – eine Kopie von einem meiner Originale ziehen… Doch wenn jemand ein Spiel so unbedingt haben will, dass er sich dieses ohne Kopiermöglichkeit gekauft hätte, wird dieser sich das schlicht aus dem Internet herunterladen.

    Es gibt ja so viel…
    Allein in den letzen Monaten kamen für PC und Konsole Tonnen von Titeln heraus – und es wird wegen dem Heranrasen von Weihnachten auch nicht weniger werden: Spore, LittleBigPlanet, Call of Duty Nr.3.321.231, FarCry 2, Witcher Enhanced und und und…. Auf tausenden von Internetseiten, im Fernsehen, durch Freunde und in Computerzeitschriften bekommen wir täglich bis monatlich die neusten tollen Spiele in spektakulären Bildern entgegengeworfen. Wir werden auf jedes neue Spiel förmlich heißgemacht.

    Eines bunter und toller als das nächste und die Anzeigen – zwischen der ganzen Berichterstattung – schreien uns das ‘Kaufen! Kaufen! Kaufen!’ förmlich entgegen, wie ein Paul Barnett mit einem herzgefährdenden Koffeinschock. Und schon zu meiner Zeit (und das ist laaaaaange her) hieß es auf den Schulhof: “Hey hast du schon dies und jenes gezockt …?” und wenn man das heutige Überangebot an guten Videospielen besieht, weiß man gar nicht wo man anfangen soll.

    Das Erschreckende hierbei ist, dass im Gegensatz zum Fernsehen die Qualität der Spiele eindeutig steigt. Natürlich ist Dööm 3 um Lichtjahre besser als Dööm 2 das jemals hätte sein können… und natürlich wären die Programmierer von Ultima Underworld vor Scham gestorben, wenn sie damals den Witcher gesehen hätten. Wir werden mit Tonnen von Spielen beworfen die eigentlich super sind – wenngleich ein gutes Spiel immer dasjenige ist, welches aus dem aktuellen Standard herausstricht.

    …und es kostet so viel
    Ein Blockbuster Titel kostet bei Amazon – je nach Geruch und Tastgefühl – durchschnittlich 50 bis 70 Euro. Gehen wir einfach mal von 60 aus und dass der Käufer jemanden ist, der zufällig kein World of Timekiller spielt. Ein Standartshooter ist in 10-20 Stunden durchgespielt, das Mittel ist also 15 Stunden. Nenne ich mich einen Zocker und spiele um die zwei Stunden am Tag, kann ich so vier Spiele in einem Monat durchzocken… keine Freundin, Eheweib oder Soziales Engagement vorausgesetzt.

    Wir kommen also auf durchschnittlich 240 Euro und das ist nach oben hin offen. 240 Euro sind ein Haufen Geld. Diesen Batzen im Monat mehr und ich würde deutlich beruhigter schlafen. Und… Solange man nicht in gerade dem Alter ist, in dem man(n) am liebsten neben dem “heißen Ding aus der zweiten Reihe im Französischunterricht” auch die Topfpflanze und Nachbars Lumpi durchknattern könnte… kommt man gar nicht auf die blöde Idee, so viel für sein Hobby auszugeben – jedenfalls nicht wenn man es auch preiswerter haben könnte.

    Zieht man das das ganze Jahr durch, landet man bei fast 3000 Euro und die wenigsten Leute, die so viel Geld für Gaming ausgeben können, haben überhaupt nicht die Zeit diese ganzen Spiele zu spielen. … Ja ich weiß, dass es Leute gibt, die so gar mehr als 3000 Euro für ihr Hobby ausgeben – aber wer so viel in die Politur seines Golfs steckt KANN nicht ganz normal (oder sexuell ausgelastet) sein.


    Mörder DRMs, Klagewellen und “Raubkopierer sind Verbrecher”-Werbespots helfen nicht.
    Was hilft dann?
    Was denkt Ihr?

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  • Ich denke einige Leute missverstehen immer noch den Sinn der Spore-DRM.

    Ihr glaubt es ist ein Kopierschutz, der aber total überzogen ist? Nun seltsam, denn es gingen dutzende Nachrichten raus, dass das Spiel haufenweise gedownloaded wird und Spore nicht nur das “am besten verkaufte”, sondern auch das “am besten raubkopierte” Spiel dieses Monats ist. Wer das nicht glaubt, findet vermutlich am schnellsten auf den einschlägigen Seiten die passende Statistiken, welche dieses bestätigen.

    Wenn man also dieses Spiel ohne Probleme aus dem Internet laden kann, warum kann man dann ein “naturbelassenes” Original nur drei Mal auf verschiedenen PCs installieren? Wenn der Kopierschutz absolut sinnlos ist, warum hat EA ihn dann in dieser Form auf die DVD des Spieles gepresst? Wen versucht EA damit zu bestrafen?

    “Na Dich, Du ehrlicher Kunde.”

    Dieser ganze Spore-DRM-Kopierschutz macht keinen Sinn, einfach weil es kein Kopierschutz ist. Die DRM ist nicht dafür da, dass ihr das Spiel bei Euch zu hause nicht illegal kopieren könnt… Sie ist dafür da, dass der ehrliche Kunde das Spiel nicht an seine Freunden verleihen kann oder dass er es irgendwann bei Ebay verkaufen kann. Die wollen den Raubkopierern das Leben nicht schwer machen, die wollen sich das Geld, dass sie durch diese verlieren an anderer Stelle wiederholen.

    ….ich wollte das nur nochmal aufzeigen.

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