14 Mrz

Während die Lage in Japan immer katastrophaler wird, sind die Reaktionen der hiesigen Regierungsparteien schon mit Verwunderung zu sehen. Sagte die Kanzlerin gestern noch in einem ARD-Interview, dass sie keine Notwendigkeit sähe, aus dem “Ausstieg aus dem Ausstieg auszusteigen”, klingt das heute ganz anders. Man solle doch besser jetzt als morgen die ältesten der deutschen Kraftwerke abschalten und sowohl sie, unsere Aussenwelle, als auch diverse andere Politiker überschlugen sich geradezu mit der Idee man sollte doch “die Verlängerung der Laufzeiten aussetzen” und das auf einen Zeitraum von drei Monaten. Letzteres gab sie zusammen mit Guido auf einer Pressekonferenz bekannt.
Rein logisch betrachtet, wie geht das eigentlich?
Man kann keine “Pause” in einer Verlängerung machen, weil sich die Zeit nur in eine Richtung bewegt. Die zeitweilige Aussetzung eines Zustandes heißt doch, dass man während dieser Pause etwas wieder so macht, wie man es vor dem Eintreten des Zustandes gemacht hat.
Das heißt eine “Aussetzung des Ausstiegs aus dem Ausstieg” bedeutet, dass die Kernkraftbetreiber nun in diesen drei Monaten anfangen müssten, ihre Kernkraftwerke nach dem alten Vertrag von 2002 auf die Abschaltung vorzubereiten. Danach – und bin ich Pessimist genug – wird man zu dem Schluss gekommen sein, dass die deutschen Kraftwerke sicher sind. Und ich lache mich tot, wenn auch nur ein Energiekonzern auch nur einen Finger in dieser Richtung rühren wird.
So oder so, macht eine “Aussetzung” keinen Sinn, es ging Angela nämlich nur um das Wort. Anstatt das Frau Merkel einfach direkt sagt man würde sich nun in den nächsten Monaten neu beraten, ob der “Ausstieg aus dem Ausstieg” so eine tolle Idee war, hat sie bei der Pressekonferenz, das (in diesem Zusammenhang Hirnwindungen malträtierende) Wort “Aussetzung” auf das Parkett geworfen um das Wahlvieh zu beruhigen.
Oder um es ganz deutlich zu machen: “Dieses Moratorium ist nur dafür da um diverse Landtagswahlen zu retten, danach ist alles beim alten.”
Ob Kernkraftwerke wie Neckarwestheim I, Biblis A und Isar I die nun theoretisch bei dieser Aussetzung abgeschaltet werden müssten, das auch in diesen 3 Monaten werden (und bleiben) – bleibt meiner Meinung nach abzuwarten.
12 Kommentare for "Fukushima: Merkel Queen of Bullshit"
Für eine konsequent, schnelle und dauerhafte Entscheidung, bräuchte sie ja nen Arsch in der Hose.
Aber das hat wohl keiner unserer Politiker…
Meine Fresse, wie man jetz immer meint die AKWs abschalten zu müssen, yöööööööy 5 mal höhere Strompreise, find ich total geil, und bald kann ich aus dem Fenster sehen und ein fettes Windrad betrachten, ist doch einfach nur lächerlich.
Oder Zach? Ich weiß ja nicht ob du Millionär bist oder extrem reiche Eltern hast, aber ich kanns mir nicht leisten, 200 Euro im Monat für nen Singlehaushalt aufzubringen…Denkt doch einfach mal nach…ES GEHT EINFACH NICHT DIE AKWs abzuschalten…
@Psychadelics
Also es ist nicht wirklich so, als wären wir hier in Frankreich, wo 90% des Stroms Atomstrom sind. So groß ist der Prozentsatz an Atomstrom in Deutschland auch nicht.
Hey Psychadelics! Frage! Wenn wir die “AKAWWWWHS NICHT ABSCHAAALTEN KÖÖÖÖÖÖNÄÄÄN”, warum exportiert Deutschland dann ein Drittel mehr Strom als importiert wird?
Das ist alles Solarstrom!!!!11111 Vorallem der Nachtstrom!
…in Wirklichkeit gibt es ja keinen Ökostrom. Solarpanels sehen nur schön aus, und die Windkrafträder drehen sich durch Atomstrom!
Wie sagten sie eben so schön im Fernsehen, vor 3 Jahren im Sommer waren 7 AKWs nicht am Netz. An die Stromknappheit können wir uns alle noch erinnern.
Die Vorstellung das in jedem “Windkraft”-rad ein kleines Atomkraftwerk steckt, das es am Laufen hält und dafür sorgt, dass Strom da ist ums ins Netz einzuspeisen find ich ganz passend.
Würde zumindest die seltsamen gelben Anzüge erklären, die die “Mechaniker” immer anhaben, wenn sie halbjährlich zu “Wartungsarbeiten” kommen.
Als ob die Preise so hoch wären weil die Energie in Deutschland knapp ist… Lächerlich, sorry, aber einfach lächerlich.
“Als ob die Preise so hoch wären weil die Energie in Deutschland knapp ist… Lächerlich, sorry, aber einfach lächerlich.”
Eben. Wir haben halt 4 große Monopolisten, welche sich ganz Deutschland aufteilen und die Preise nach belieben gestalten dürfen.
Prinzipiell bin ich auch für Atomstrom, allerdings sollte man die alten Meiler endlich abbauen. Und glaubt mir, das Abbauen alleine dauert Jahrzehnte. Denn damit kann man sich sehr schön Zeit lassen und braucht nicht um seinen Job bangen…
Naja es geht darum dass die drei AKWs die eigentlich schon aus sein müssten tatsächlich vom Netz genommen werden und dann wohl auch aus bleiben. Dass Neckarwestheim rein zufällig in Baden-Württemberg liegt wo demnächst Landtagswahlen sind und wo am Wochenende tatsächlich viele auf der Strasse waren gegen Atomkraft, dürfte als ideale Wahlkampftaktik gewertet werden. Das Biblis A direkt nur vor den Toren von Rheinland-Pfalz in Hessen liegt ist zwar eher ungeschickt , aber sicher auch nicht unwichtig.
Und wenn man mal sieht wie Mappus, die olle Zweitbesetzung von Günther Oettinger, hier am Wochenende das Muffensausen vor den Podiumsdiskussionen hatte, da wollte Frau Merkel glaub eher intervenieren bevor der sich die Hosen ganz ruiniert. :P
Dass Atomstrom billig ist, stimmt, aber rentiert sich das nicht für den Verbraucher, sondern AUSSCHLIESSLICH für den Erzeuger.
Da Strom an der EEX (European Energy Exchange) gehandelt wird und dort nicht nach Herkunft sondern nach Angebot und Nachfrage die Preise für eine kWh bestimmt werden, wird der Preis immer vom teuersten Kraftwerk bestimmt, welches Strom ins Netzt speist. Das heißt im Klartext der billig produzierte Atomstrom wird genau so teuer gehandelt, wie teurer produzierter Strom aus fossilen Verbrennungskraftwerken. Die Differenz, die dadurch entsteht, geht in Form von Milliardengewinnen, in die Tasche der Stromkonzerne und nicht als Gutschrift auf unsere Stromrechnung.
Mal ganz davon abgesehen, dass deutsche AKW schon etwas älter sind, deswegen seit Jahren aus den Bilanzen verschwunden, weil komplett Abgeschrieben, sind.
Der Ausstieg aus dem Atomausstieg war also nichts weiter, als die Verlängerung der Lizenz zum Geld drucken.
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