13 Mrz

1) Bin das nur ich, oder wirkt Sigmar Gabriel wirklich deutlich glaubhafter als Umweltminister Röttgen, wenn er sagt: “Wir sollten da jetzt nicht drüber reden, jetzt hat die Hilfe für Japan Vorrang.”?
2) Warum wird eigentlich so dreist gelogen, wenn man sagt ‘Es gibt keine deutschen Kraftwerke in Erdbebengebeiten’?
3) Wenn Frau Merkel jetzt eine Prüfung der Sicherheitsvorkehrungen deutscher Kernkraftwerke anberaumt, heißt dass sie hat das vorher bei der Laufzeitenverlängerung nicht gemacht?
9 Kommentare for "Drei Fragen an deutsche Politiker bezüglich Fukushima"
SPD und Grüne sind nur solange glaubhaft, wie sie nicht an der Macht sind.
Weite das bitte auf “egal was” aus.
Frage 3 lässt sich relativ einfach beantworten.
Bei der Laufzeitverlängerung wurde überhaupt nicht über Reaktorsicherheit gesprochen. Sonst hätte nämlich Bundesumweltminister Röttgen teilgenommen. Das hat er aber nicht.
(vgl. http://tinyurl.com/36r3jjh)
@2.Frage
Weil es stimmt?
Was definierst du als Erdbebengebiet. Gebiete mit möglichen Erdbeben der Stärke 8+ wie Japan, Kalifornien usw. oder Gebiete, wie es sie in Deutschland gibt, wo das erwartbare Maximum die Gläser klirren lässt?
Natürlich gibt es auch hier Erdbeben, aber die sind einfach nicht mit dem vergleichbar was anderswo auf der Welt abgeht.
zu Frage 2:
Es gibt eindeutig deutsche AKWs in Erdbebengebieten (Bspw. Neckar-Westheim).
Der Sicherheitsstandard wird über die Stärke der bisher geschehenen Erdbeben im Umkreis von 200km um das jeweilige Kraftwerk definiert. Das jeweils stärkste bekannte Beben der Region bestimmt den Richtwert, dem das Kraftwerk standhalten können müsste.
In Japan hat man die Standards einheitlich auf 8,25 auf der Richter-Skala gesetzt. In Deutschland gibt es für jedes AKW einen eigenen Wert.
Hier einen Link zu einem Vortrag von 1996, wo es darum geht, wie sicher deutsche AKWs im Falle eines Erdbebens wären.
http://www.geowiss.uni-hamburg.de/i-geogr/staff/grimmel/atomweb/atomkr.htm
4. Hat sich das Risiko eines Unfalls in Deutschland erhöht, nach den Problemen in Japan?
5. Ist jetzt wirklich ein guter Moment um über deutsche AKWs zu diskutieren?
6. Kann man die Situation in Japan mit denen in Europa vergleichen (andere topographischen/geographischen Vorraussetzungen, andere Sicherheitsstandarts, andere AKW Funkitonsweise/Bauart,…)
7. Was wäre gewesen wenn Japan ihren gesammten Strom mit Staudämmen produziert hätte?
Zu 4) Neiiiin, die Wahrscheinlichkeit, das sich Teile Deutschlands auf Jahrzehnte in ein nukleares Niemandsland verwandeln und Tausende an Krebs sterben ist genau so hoch wie vorher.
5) …und was willst du stattdessen machen? Ich nehme mal nicht an das du dich gerade vom THW aus in Japan befindest.
6) Genau, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass in einem Land, dass in den letzten Jahren im Schnitt einmal im Jahr von Erdbeben der Magnitude 6,1 oder höher getroffen wurde und das von Tsunamis und Taifunen getroffen werden kann, die Sicherheitsstandards höher sind als in Deutschland?
7) …kommt nun darauf an ob man die Staudämme aus Strontium-90 baut oder nicht, aber wenn dann wäre die Verstrahlung bestimmt genau so hoch.
5. Ghadaffi daran hindern dass er auf Krankenhäuser und Moscheen bombt. Ja, den gibts immernoch.1
7. Die frage ist nun ob du “riesige Gebiete überschwemmt, tausende von Toten, wenige Überlebende, alles zerstört” oder “Mitarbeiter verstrahlt, Gebiet im 20km Umfang (20^2*3.14/2 ~620km^2, erhöhtes Krebsrisiko) evakuiert und für die nächsten Jahre unbewohnbar” bevorzugst. Beides scheint nicht super zu sein, aber zum Glück gibts ja noch Kohlekraftwerke.
Natürlich scheint bei so einer Entwicklung erstmal ein Atomkraftwerk die schlechteste aller Alternativen zu sein, und ich bin ähnlicher Meinung, dass so etwas nicht passieren kann, jedoch kannst du dieses Ereignis nicht mit Tschernobyl vergleichen oder die Reichweite der Katastrophe verallgemeinern.
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