21 Feb

Düsseldorf Hauptbahnhof. Wisst Ihr was ich hasse? Leute die im Zug essen, und dabei etwas Essen was durch den ganzen Wagon zieht… und dabei auch noch gut riecht. Oh mein Gott, ich hab Huuuuuunger und gerade kein Geld auf der Tasche. Ich meine nicht, dass ich bis Lippstadt die Gelegenheit hätte überhaupt etwas zu kaufen.
Ist das essen im Zug nicht verboten? Erst recht wenn es sich um Pizza handelt… hat der tatsächlich die Schachtel mit in den Zug genommen? Ich finde wirklich bei so einem Verhalten müsse man gesetzlich dazu verpflichtet sein etwas den anderen Leuten abzugeben….
Om-Nomnom
…wenn ich schnell genug bin und ihm im Tunnel einen auf dem Deckel gebe, merkt es vielleicht niemand, das Licht geht in diesem Teil des Zuges nicht 100%ig. Ich wollte mich ja eigentlich mit irgendwas von diesem Geruch ablenken, aber mein Laptop-Akku lässt nur tippen zu und in diesem verkackten Fantasy-Roman den ich dabeu habe, sitzen ein Elf und ein Zwerg an einem Lagerfeuer und braten ein Wildschwein!
Ich könnte das andere Buch anfangen, was ich auch mit dabei habe, aber bei meinem Glück fängt das mit einem ritterlichen Fressgelage an… bei dem man vor Fett triefende Scheinehaxen abnagt und hinter sich wirft, bevor man sich abermals an den Bratkartoffeln und dem Bier großzügig bedient und sich dann ein Bein von einer gebratenen Gans abreißt…
AUS! BÖSES HIRN!
HÖR SOFORT AUF AN ESSEN ZU DENKEN!
Ich muss mich ablenken, am besten einfach aus den Fenster schauen, dann fällt mir auch ein was ich eigentlich schreiben wollte. Ah, Düsseldorf Flughafen… mhh drei Leute die da herumstehen und auf einen Aufzug nach unten warten (was ich extrem faul finde) … ein Süßigkeiten-Automat, ein Kind auf einem Werbeplakat, dass einen frischen Maiskolben in die Luft hält, jemand der offensichtlich eine Pizzaschnitte von Ditsch isst, Werbung für Subways…
…ich hasse mein Leben. Beruht wohl auf Gegenseitigkeit.
Großartig, was wollte ich jetzt nochmal schreiben? Zumindest riecht es nicht mehr nach Essen… ah ich hab’s!
Pidgin!
Pidgin ist eine Mischsprache aus zwei Sprachen die auf einander treffen. Also so etwas wie Türken-Deutsch, die Theorie ist das zwei Sprachen aufeinander prallen und sich in der Mitte eine Mischsprache bildet, die aber eigentlich weniger ‘leisten kann’ als die beiden Ursprungssprachen. Während Sam mir also erzählte, dass wegen der Globalisierung die Sprachen per se immer simpler werden, war ich anderer Meinung.
…schließlich ist ja nicht gesagt, dass nicht irgendwann jemand daher kommt und dem “Neusprech” eine neue Grammatik und Standardisierung aufs Auge drückt. So kann ich mir durchaus vorstellen, dass in einigen Jahrzehnte ein Lehrer einen seiner Schüler mit den Worten: “Boah Alta! Das is’ voll krass falsch! In keiner Grammatik die isch kennen tu, kommt’n ‘ne, weißte’ vor ‘nem ‘Ey so’.”
Ah, und dann war da noch etwas:
Telefonterroristen
Ich hasse es ja wenn Leute im Zug oder im Bus laut telefonieren. Normales Telefonieren ist in Ordnung, aber manche Leute machen das so laut, dass man jeden Teil der einen Seite der Konversation mitbekommt – selbst wenn man krampfhaft versucht weg zu hören.
Bei Gesprächen in Deutsch kann man den Leuten, dass ja noch abgewöhnen. Einfach am Ende des Gespräches, oder kurz bevor man aussteigt den Leuten Tipps und Ratschläge auf die Probleme geben, die sie im Gespräch erörtert haben, oder sie einfach nach einer Unklarheit fragen, weil man ja nicht alles mitbekommen hat. Dann, nach dem entsetzten Blicken und der Aussage, dass das doch sei unhöflich zuzuhören meint man einfach: “Ach? Wenn sie das nicht öffentlich machen wollten, warum waren sie dann so laut, dass das jeder hier mithören musste?”
Schwieriger ist das ja bei Gesprächen in einer anderen Sprache. Erst letztens hatte ich einen Chinesen zwei Sitze hinter mir, der so laut war, dass man meinen mochte er wolle ohne Telefon bis ans andere Ende der Leitung gehört werden. Im Prinzip der selbe Senf, nur eine andere Sprache. Allerdings kann man sich dabei einen Spaß daraus machen zu vermute, über was die Leute so reden. “Sagt der Chinese seiner Schwester gerade, sie solle unbedingt die Regenschirme rasieren?” und warum will der Türke vom Vierersitz nebenan “Einen Tiger in eine Schließkiste packen?” – Fragen über Fragen.
In solchen Momenten bereue ich es aber, mir von meiner Oma – Gott hab sie Seelig – nicht Plattdeutsch beugebracht zu haben. Ich könnte dann mein Handy ans Ohr halten und Sachen sagen wie: “Eigentlich Telefoniere ich gar nicht, ich mache das nur um den Asiaten hinter mir zu enervieren, der gerade dem ganzen Wagon auf den Sack gegangen ist.” und unter Garantie ist einer im Bus oder Bahn, der zumindest ahnt was ich da rede, während der Telefonterrorist keine Ahnung hat…
3 Kommentare for "Nochmal Bahngedanken: Leidensfahrten"
Hihi :=). Das kommt mir irgentwie alles bekannt vor…
Letztens saß in Köln inner U-Bahn (“Stadtbahn” olololol) quer hinter mir so ne Tuse, die ihrer anderen Tusenfreundin erzählte (face-to-face btw) letztens hätte sie telefoniert in der Bahn und ein Mitfahrer hätte sie darauf aufmerksam gemacht, dass sie – gasp! – gerade die halbe Bahn zusammenschreit. Dieses Gespräch hätte ich übrigens auch am anderen Ende des Wagons mitbekommen…
Ich spreche selbst Dialekt mit Leuten von bei mir daheim und es ist mir immer sehr unangenehm, wenn ich in der Bahn Telefonaten annehmen oder sogar länger führen muss. Normal hochdeutsch is’ ja schon schlimm, aber Dialekt… bububu. Nicht, weil ich mich dafür schäme, sondern weil ich weiß, wie unglaublich unangenehm es ist, wenn man Menschen in anderen Sprachen in aller Öffentlichkeit beim Telefonieren zuhören muss und nichts versteht.
Zugegeben, dein Tipp ist gar nicht so schlecht, mit dem “Themenraten”. Einziger Haken: Die meisten, die “ausländisch” (wie beim Pratchett :>) am Telefon reden in Köln oder Ddorf sind Türken (u. ä.) und die quatschen dann doch wieder genug Deutsch rein, dass man eben doch halbwegs versteht, um was es geht :(
Essen ist in den Zügen der DB im VRS-, AVV- und VRR-Gebiet erlaubt, soweit ich weiß (zumindest seh ich ständig welche mit Döner oder chinesischen Nudeln im Zug hocken). Obwohls natürlich nicht unbedingt gern gesehen wird, insbesondere, wenns warme Speisen sind. S-Bahnen sind zumindest zwischen Köln – Ddorf Tabuzone (nicht, dass da jemals wer kontrollieren würde haha).
Ich liebe deine Bahngeschichten. Armes Zach. *pat pat macht*
Wenn du das nächste mal in Düsseldorf bist sag Bescheid dann hüpft mia rein und lenkt dich ab.
miaumiau
Miri
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