Man möchte schon meinen, dass beim Polit-Superstar, die Doktorarbeit fast gänzlich Ventilator getroffen hat. Doch so wie es aussieht, kommen immer mehr Klöpse ans Tageslicht. Während Guttenplag nun in über 60% aller Seiten bereits mögliche Plagiate Ausgemacht hat, kommt noch dicker für den Guten Ex-Doktor in Spee: Laut Informationen des Spiegels und der der Tagesschau, hat er wohl nicht nur abgeschrieben… sondern vielleicht sogar abschreiben lassen. So sieht es ganz danach aus, als wäre der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages von Kommandant Haargel beauftragt worden für seine Doktorarbeit zu recherchieren.

Das Schreiben der anderen
Prinz Pomade übernahm einen vom Ministerialrat Ulrich Tammler ausgearbeiteten Text mit nur wenigen Wort- und Formulierungsänderungen fast komplett in seine Doktorarbeit. Den wahren Autoren nannte er auch in diesem Fall nicht und fügte lediglich eine  knappe Fußnote an: “Vergleiche auch eine im Auftrag des Verfassers entwickelte Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages vom 13. Mai 2004.”

Der Text, wurde anscheinend tatsächlich auf Anfrage von Karl-Gelodor, nach dem “Gottesbezug in der US-Verfassung und die Rechtsprechung des Supreme Court zur Trennung von Staat und Religion”, hin verfasst. Guttenberg war zum Zeitpunkt der Anfrage z.B. Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages ist aber eigentlich dafür da, die Abgeordneten bei ihrer amtlichen Tätigkeit zu unterstützen.

Mühevolle Kleinarbeit
Guttenberg hatte gestern alle Plagiatsvorwürfe zurück gewiesen und nochmals betont, dass die Doktorarbeit neben seiner politischen Arbeit und seinen Pflichten als Familienvater in “mühevoller Kleinarbeit” entstanden sei. Nun stellt sich schon die Frage wessen mühevolle Kleinarbeit hierbei gemeint ist.

Bereits am Mittwoch hatte er betont: “Sollte jemand auf die Idee kommen zu behaupten, Mitarbeiter meines Büros hätten an der wissenschaftlichen Erarbeitung meiner Dissertation mitgewirkt, stelle ich fest: Dies trifft nicht zu.” – Natürlich nicht, der wissenschaftliche Dienst des Bundestages war ja auch nie Teil seines Büros gewesen. Genau so ist der Satz “Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat, (…)” Gold wert, natürlich ist seine selbst-geschriebene Dissertation kein Plagiat, das ergibt sich schon aus der Logik des Satzes…. fragt sich allerdings was er davon selbst geschrieben hat.

Auch gut: “Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht.” man beachte den Passiv, müsste es nicht heißen “Ich habe…” ?

Und der Rest der Welt
Darüber hinaus kamen mir doch einige sehr interessante Dinge unter, so las ich im Bus-Ticker auf der Fahrt ins Wochenende: “Trotz Entschuldigung reißt die Kritik gegen Guttenberg nicht ab.” Interessanterweise er hat sich in meinen Augen nicht wirklich entschuldigt.  Außerdem klang diese Zeile total nach:
“LEAVE GUTTI ALONE! LEAVE HIM ALONE!”

Des weiteren habe ich ein noch sehr… interessantes Video beim Schockwellenreiter gefunden:

Quelle: tagesschau