30 Nov

Nach den mehreren Wochen andauernden Verhandlungsgesprächen zwischen Gegnern und Befürwortern von Stuttgart 21, kam es heute mit mehr als vierstündiger Verzögerung um 16:45 Uhr endlich zum dem heiß erwarteten Schlichterspruch. Heiner Geißler – der nach der dem langen Aufschub leider nicht zum Ausgleich auf einem Einrad und Fackeln jonglierend in die Pressekonferenz einfuhr – gab nach einer Zusammenfassung des Projektverlaufes und dessen Probleme bekannt, dass Stuttgart 21 kommen soll… unter Auflagen
Geißler selbst hält die Realisierung des Bahnhofes nur für richtig, wenn “entscheidende Verbesserungen” vorgenommen werden. Aus “Stuttgart 21″ solle demnach “Stuttgart 21 Plus” werden, so der Schlichter, was in meinen Augen heißt, dass wir 2110 bei “Stuttgart (22³+Pi)/2 + 5,23412″ angekommen sind.
Die Kritikpunkte bei denen Geißler den Gegnern zustimmte beinhalten unter anderem die Sicherheitskonzeption und ökologische Aspekte des Bahnhofes, zudem habe man nicht auf einen Kompromiss im Falle des Schloßparkes geeinigt: Es sollen keine Bäume mehr gefällt werden, Bäume die dennoch im Weg stehen müssen nun stattdessen verpflanzt werden.
Auch die Kritikpunkte an der Effizienz hat Geißler mit in seinen Schlichterspruch eingebracht, so müsse die Bahn erst einmal beweisen, dass der neue Bahnhof um mindestens 30% leistungsfähiger ist als der alte.
Dies ist ein großer Kritikpunkt, bei dem viele Gegner Bahn und Regierung vorwarfen die erwartete Leistung des geplanten Durchgangsbahnhofes schön gerechnet zu haben und dass diese bei einer pessimistischeren Schätzung noch unter der des alten Kopfbahnhofs läge. Allerdings ist der Zeitraum in dem die Bahn diesen Beweis erbringen muss scheinbar noch nicht festgelegt.
Sollte ein von Gegnern wie Befürwortern bestellter Gutachter, bei dieser Leistungseinschätzung zu dem Ergebnis kommen, dass die 30% nicht erreicht werden, verpflichtet sich die Bahn, die geforderten Verbesserungen umzusetzen.
Aber viel wichtiger: Was haltet Ihr denn von dieser Nachricht?
7 Kommentare for "Der Geißler der Nation sprach"
Wer zahlt die Umpflanzung und die Verbesserungen sollte der Bahnhof nicht 30% mehr Leistung bringen?
Die Bahn lacht sich doch jetzt ins Fäustchen, genau so wie die anderen Beführworter..
Es kann sein, dass ich da was entscheidendes nicht mitbekommen habe, aber ging es nicht ursprünglich darum, dass da unsummen für einen unnötigen Bau ausgegeben werden? Ging es wirklich um diese blöden Bäume?
Soweit mir bekannt war eine der organisiertesten Protestgruppen tatsächlich die für die Erhaltung des Schlossparks ;)
Ich find das Ergebnis in Ordnung. Sofern der Unterirdischiche Bahnhof wirklich besser und zukunfstsicher ist. Aber das muss nun die Stresstestsimulation zeigen.
kein einrad…*traurig*
Die einen nennen ihn schlichter. Die andren CDU Mietmaul. Da muss man immer beide seiten sehen.
Der Bahnhof selbst und all die Dinge, an denen Veränderungen beschlossen wurden, sind mir nach wie vor komplett wurscht.
An meinem zentralen Kritikpunkt, dass da ein vollkommen unnötiges Milliardengrab auf undemokratische Weise an sämtlichen Protesten vorbei durchgedrückt wurde, hat sich allerdings nichts geändert.
Nicht, dass ich damit ernsthaft gerechnet hätte.
Und was ist mit der neuen Strecke über die schwäbische Alb, die kein lohnender Güterverkehr befahren kann, wodurch der Bahnhof ad absurdum geführt wird? (Außerdem rechnen die am Tag mit 8 Personenzügen aus Paris nach München – aktuell: 1 am Tag)
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