13 Aug

Dieser Post wurde einfach zu lang für den kommenden UwhCdzt?!, drum koppele ich ihn aus:
Umgang mit Schwulenhass – Westerwelles moralisches Harakiri (spiegel.de)
Außenminister Westerwelle, Partner Mronz: “Wir wollen die Toleranz in der Welt befördern” – Guido Westerwelle ist schwul und nimmt seinen Freund gern mit auf Reisen. Doch Länder, in denen Homosexualität strafbar ist, besucht er solo. Er wolle die Toleranz in der Welt fördern, aber nicht “unüberlegt” handeln, sagt der Diplomat. Eine Schande, meint Henryk. M. Broder.
Ich finde ja, dass fast alles was Westerwelle sagt moralisch in irgendeiner Weise verwerflich und eine Schande ist, aber mich fragt ja keiner. Ich möchte das aber etwas anders beleuchten, denn überraschender Weise befindet sich Guido Westerwelle hier in einer Situation die ich niemanden Wünsche, nicht mal ihm.
Je nachdem wie man es dreht, begeht Westerwelle entweder einen ‘Affront’ gegenüber Ländern wie den Iran, oder er zeigt diesen gegenüber ’Schwäche’. Einen Kompromiss gibt es in diesem Fall nicht, entweder er nimmt seinen Lebensgefährten in Länder wie Saudi-Arabien, Sudan und den Iran mit, oder nicht – Stückchenweise funktioniert halt nicht. Natürlich stellt sich hier die Frage, ob es diplomatisch nun wirklich einen Unterschied macht, dass Ahmadinedschad nicht nur ein schwuler Außenminister gegenüber sitzt, sondern noch zusätzlich dessen schwuler Lebensgefährte hinter den Kameras wartet. Da die Entscheidung Westerwelles darauf aber hindeutet, werde ich einfach mal für den Rest des Textes davon ausgehen.
Tolerance or Death?
Es ist wieder einmal die Frage, wie tolerant wir eigentlich sein sollen, wenn um die Interaktion mit anderen Kulturen geht. Eben die Frage “Wie Tolerant dürfen wir sein.” über die in Deutschland nicht diskutiert werden darf, es sei denn man möchte sich selbst in die braune Ecke abschieben. Dazu kommt, dass es eine Grundregel der Diplomatie ist sich nicht wie die Axt im Walde zu benehmen: Man geht nicht als Han Solo verkleidet auf eine Star-Trek-Only-Convention (ohne dass man sich mit dem nächstbesten Spock auf ein gefaketes Duell einlässt und verliert).
Auf der anderen Seite muss man in seiner Position als Diplomat auch die Interessen seines Landes vertreten und das geht nun mal nicht, wenn man offenkundige Schwäche zeigt, erst Recht wenn man mit Leuten diskutiert, die es für völlig legitim halten bestimmten Bevölkerungsgruppen mit der Todesstrafe zu drohen. Für Westerwelle formt sich, dass zu einer No-Win-Situation, aus der er den deutschen Standpunkt aus nur schwächen kann.
Ich sagte damals schon, dass gerade weil ein großer Teil der Welt in dieser Hinsicht schlicht und ergreifend ‘moralisch rückständig’ ist (ja ich weiß, gefährliche Wortkombo) war Westerwelle für das Amt nicht die Idealbesetzung. Natürlich sollte es das nicht so sein und natürlich ist das eigentlich zu Verurteilen, aber diplomatisch ist so etwas ein Hinderniss, wenn man in ein Land reist in dem Hassprediger Frauen und Homosexuelle Menschen unterdrücken.
Ein dicker, rosafarbener Elefant im Raum (pun intended)
Der Kern der Sache liegt aber darin, dass dieser Elefant überhaupt in den Raum gebracht wurde… oder besser gesagt, dass Westerwelle seine Klappe nicht halten konnte und den Dickhäuter gleich auch noch in der Öffentlichkeit abstach. Seine Aussage seinen Lebensgefährten nicht mehr in bestimmte Länder mitzunehmen unterstrich er auch noch mit einem: “Wir wollen den Gedanken der Toleranz in der Welt befördern. Aber wir wollen auch nicht das Gegenteil erreichen, indem wir uns unüberlegt verhalten.” Der Spiegel-Kommentar hat hierbei Recht, wie will er “den Gedanken der Toleranz in der Welt befördern”, wenn er auf die Intoleranz seiner Gastgeber Rücksicht nimmt?
Ich sage: “Ganz einfach, in dem man die Klappe hält oder seinen Lebensgefährten von Anfang an nur auf ausgesuchte Reisen mitnimmt.”
Ich habe nichts gegen einen schwulen Außenminister, aber sehr etwas gegen einen Außenminister der es nicht schafft solche elementaren Überlegungen am Anfang seiner Amtszeit zu machen.
Schlagworte: Homosexualität, Politik, Westerwave
10 Kommentare for "Westerwelle, sein Freund und die Fanatiker"
Zumal sich hier einfach die Frage stellt: Was ist wichtiger, Wirtschafts und Friedensinteressen, oder durchzudrücken, dass Schwule überall anerkannt sind.
Ich finde ersteres ist zuerst mal wichtiger…danach kann man dann das zweite auch tun :)
Ansonsten soll sich jeder, auch der HErr Broder mit seinem besch**** Artikel bei SPON mal an die eigene NAse fassen wenn (Teufel an die Wand gemalt) Iran wegen sowas, weil wir “nicht klein beigegeben haben!” den Ehepartner von Herrn Westerwelle verhafftet, exekutiert, direkt danach ne Atombombe baut und uns den Ölhahn zudreht…
Mann haben wirs denen moralisch dann gegeben…
Solange er nicht Russland ans Bein pinkelt kann uns das ja relativ wurst sein ;)
Natürlich ist es verwerflich von diesen Ländern, Homosexualität zu verbieten, aber ich finde nicht, dass Guido Schwäche Zeigt, indem er sich an die Gesätze dieser Länder hält.
Es würde ja auch keiner in T-shirt und kurzer Hose und mit nem umgedrehten Kreuz und den Hals zu einem Staatsbesuch in den Vatikan fahrten (ich weis, der Vergleich hinkt, aber ich denke, man versteht, was ich meine).
Als Diplomat hätte er mit oder ohne seinen Rückratverlängerer nichts zu befürchten.
Er hätte damit nur beweisen können, dass er nen Arsch in der Hose hat, aber naja….
Ich wäre ja eh dafür Westerwelle zur Familienministerin zu machen.
Bester Witz im Artikel:
“Henryk. M. Broder.”
musste gut lachen :>
ich hab auch nix gegen nen schwulen Außenminister .aber ich hab was gegen Guido “Schlaubischlumpf” Westerwelle.
Ich finde vor der Frage welche Richtung jemand sexuell eingeschlagen hat (und zwar WEIT vor der Frage) sollte die Stehen ob derjenige ein guter Mensch ist und das ist die Schwätzerwelle nicht (mmn)
nix gegen Schwule aber der schwarzgel(B)(D) gido ist ein idiot völlig fehl am platz
also ich war mit dimmu borgir shirt und camo hosen im vatikan…..ca 10 min lang….danach war ich vor dem vatikan
war aber ne geile aktion
Warum sind diese Laender, im Bezug auf Homosexualitaet, rueckstaendig? In Deutschland ist es nicht moralisch verwerflich homo. zu sein, aber es ist auch noch nicht 100% anerkannt. Schwulen-/Lesebenehen gibt es und werde nun auch mehr und mehr als “wirkliche” Familien anerkannt. Aber mal ernsthaft: Ist das “normal”?
Homosexualitaet gibt es schon seit Urzeiten und selbst im Tierreich kommt soetwas vor. In alten Tribes waren Schamanen meist homosexuell und wurde auch praktiziert bzw tolleriert. Also ist es doch offenbar wirklich normal, auch wenn heterosexuelle Menschen es als abartig empfinden. (Mal abgesehen von 95% der Maenner die es nur zu gerne sehen wenn zwei attraktive Frauen miteinander interagieren).
B2T: Ich finde den Schritt nur halb zu gehen richtig. Wenn ich als schwuler Aussenminister in ein Land eingeladen werde, dann verhalte ich mich korrekt indem ich meine sexuelle Vorliebe nicht noch meinem Gastgeber unter die Nase reibe. Ich finde es im Zusammenhang des MegaFails, diesen Mann als den Aussenminister Deutschlands zu besetzen, eigentlich sogar vorbildlich. Oder geht ihr zu euren Nachbarn und fast die Ehefrau/ den Ehemann unsittlich an nur weil ihr fuer Auslebung der freien Sexualitaet seit?
Ich denke man sollte gewisse Dinge vermeiden und sich entsprechend der Sitten verhalten wenn man zu Gast in einem anderen Land ist, soweit das zu vertreten ist versteht sich…
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