(Teil 2 von 2 der Raucherposts – Zu Teil 1)

(Gastpost von Akiwuff)

Nun hat also das volk in bayern entschieden, dass es ein absolutes rauchverbot in jeder art von gaststaetten geben soll. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn man kann davon ausgehen das – abgesehen von wenigen ausnahmen – die raucher wohl dagegen und die nichtraucher wohl dafuer stimmen werden. Bei etwa 80% nichtrauchern in der bevoelkerung haette man sich die abstimmung auch bequem sparen koennen. Das ist gelebte demokratie, moegen da einige laut sagen.

Ich aber frage mal ganz sanft in die runde, wo denn da der minderheitenschutz bleibt. Es gibt gute gruende warum wir in deutschland nicht ueber jeden furz und feuerstein volksbefragungen und urabstimmungen haben. (Auch wenn ich prinzipiell ein freund direkter demokratie bin, wie sie zum beispiel in der schweiz ganz hervorragend funktioniert.)

Einer der gruende ist, dass das deutsche volk mit einem so direkten instrument der politischen beeinflussung mangels uebung nicht umgehen kann. Insbesondere wenn es um die beschraenkung der freiheiten einer minderheit angeht, fehlt uns als volk schlicht und simpel das augenmass.

Das konkrete beispiel macht es ganz besonders deutlich.
Da wird, kraft des volkes, ein edikt erlassen das wirte dazu zwingt in ihren kneipen das rauchen zu unterbinden – selbst dann, wenn ihre kundschaft geschlossen und einstimmig dort rauchen moechte, und auch der wirt selbst von diesem laster nicht lassen kann. Warum, frage ich? Weil nichtraucher, die diese kneipe gar nicht besuchen, es aber eventuell koennten, dort rauchfreie luft geniessen moechten? Was fuer ein unsinn.

Weil, vielleicht, es ein recht auf einen rauchfreien arbeitsplatz gibt? Wo kommt denn bitte dieses recht her? Und was kommt als naechstes? Das recht auf einen arbeitsplatz ohne geruchsbelaestigung jedweder art? Ich moechte einmal denjenigen sehen, der abwaessern das stinken verbieten will. Oder den fritteusen das dampfen, den pfannen das rauchen und einem hochofen das qualmen.

Es ist nun einmal so, das es in der arbeitswelt nicht immer so zu und her geht wie man sich das am gruenen tisch vielleicht vorstellen mag, oder es sich wuenschen wuerde. Es gibt nun einmal jobs die unangenehm, dreckig und auch gesundheitsgefaehrdend sind. Zu diesen jobs gehoert auch der des wirtes, dort ist mit beeintraechtigung durch zigarettenrauch genauso zu rechnen wie beim beruf des malers und lackieres mit loesemitteldaempfen. Solange es nicht moeglich ist saemtliche gesundheitsgefahren aus saemtlichen jobs zu entfernen sehe ich nicht ein warum wirte da – moeglicherweise sogar gegen ihren willen – ein extrawuerstchen warm gemacht bekommen sollten.

Warum ueberlaesst man nicht den wirten selbst die wahl? Warum wird nicht gesetzlich festgeschrieben das eine kneipe entweder eine raucherkneipe oder eine nichtraucherkneipe ist? Wohlgemerkt, mit deutlicherer trennung als jetzt – eine raucherkneipe duerfte dann auch ausschliesslich von rauchern genutzt werden, nichtraucher haben keinen zutritt. Nur so kann vermieden werden das dann doch irgendein nichtraucher in die falsche kneipe geht um sich anschliessend ueber die schlechte luft zu beschweren, denn eines haben wir ja in der geschichte gesehen: Nichtraucher sind unvernuenftig, sie schaffen es nicht sich aus designierten raucherzonen fernzuhalten. Ander kann ich mir jedenfalls nicht erklaeren warum es ueberhaupt einer gesetzlichen regelung bedarf.

Nun habe ich eine ganze menge ueber raucher, nichtraucher, und ihr verhalten geschrieben. Eventuell sollte ich noch ein paar takte zu dem thema wie mein empfinden zu rauch in der luft ist.

Erstens, ich werde kein restaurant aufsuchen in dem geraucht wird. Keine chance. Wenn ich etwas leckeres essen moechte, dann bitte nur in sauberer, rauchfreier luft. Zweitens, wenn ich ein bier trinke… dann moechte ich das in raucharmer luft tun. Ich habe ueberhaupt kein problem damit wenn in einer kneipe mit guter lueftungsanlage geraucht wird, allerdings stoert es mich dann durchaus, wenn meine augen nach einer halben stunde zu traenen beginnen. Eine solche kneipe meide ich. Und seltsamerweise hatte ich noch nie probleme, eine fuer mich und meine rauchenden freunde passende kneipe zu finden… nur in bayern, da wird das jetzt dann wohl unmoeglich sein. Gut, das ich da ohnehin nur hinfahre wenn mich etwas dazu zwingt…..

Das bayrische Rauchverbot und die Demokratie (von Akiwuff), 3.7 out of 5 based on 10 ratings