Ich habe einen wunderbaren Beitrag von meinem Leser MeGS bekommen, lest einfach selbst:

Ob ihr es glaubt oder nicht, es gibt tatsächlich Situationen, in denen man mit manchen Politikern glatt Mitleid bekommt.

So geht es mir zumindest momentan mit unserer Justizministerin, Frau Leutheusser-Schnarrenberger von der FDP. Mal ehrlich, der Dame pupst das Leben doch gerade aus allen erdenklichen Richtungen ins Gesicht.

Als wäre es nicht schon schlimm genug, mit einem Doppelnamen gestraft zu sein, befindet sich Frau Leutheusser-Schnarrenberger so langsam auf dem verlorenen Posten der letzten Bürgerrechtlerin in einer Mövenpick-Partei. Und dementsprechend stiefmütterlich wird mit ihren Anliegen umgegangen: In den Koalitionsgesprächen erklärt ihre Oberwelle schon von Anfang an alle Programmpunkte der FDP für verhandelbar (außer den Steuergeschenken für Großverdiener Steuersenkungen für den Mittelstand, versteht sich), das SWIFT-Abkommen wird in Deutschland nicht das kleinste Bisschen gebremst, noch nicht mal bei dem Teilsieg gegen die Vorratsdatenspeicherung konnte Frau Leutheusser-Schnarrenberger wirklich triumphieren… und jetzt, wo die Zensursula- bzw. Censilia-Debatte wieder losgeht, muss sie sich auch noch von Parteigenossinnen aus der eigenen “Bürgerrechts”-Partei übelriechenden Gegenwind bieten lassen.

Ganz ehrlich, wäre ich gerade an Frau Leutheusser-Schnarrenbergers Stelle… noch einen Monat weiter so, dann könntet ihr mich einliefern lassen. Der Frau nehme ich nämlich ab, dass sie tatsächlich Wert auf solche Dinge wie Bürgerrechte legt, die vom Bund der Steuersünder von der FDP in letzter Zeit für andere Dinge im Staub liegen gelassen wurden. Und wäre ich an ihrer Stelle, dann würde mir das Herz bluten bei dem Gedanken, dass sicherlich vier der sechs Prozentpunkte, die die FDP seit der Bundestagswahl in den Umfragen eingebüßt hat, aus jenen Leuten bestehen, die sich nun enttäuscht mit der Erkenntnis von der FDP abwenden, dass Bürgerrechte in der FDP eben doch nur in der Opposition ein Thema sind.

Aber was soll die arme Frau nun machen? Sie steht allein auf weiter Flur, geradezu alleine gegen den Rest von Schwarz-Geld, will es scheinen. Was also tun? Zurücktreten, wie damals zum Großen Lauschangriff? Das hätte sie seit Abschluss des Koalitionsvertrags ja praktisch mindestens einmal im Monat tun können und müssen, hätte aber wahrscheinlich genausowenig gebracht wie 1996.

Nein, wissst ihr was ein wirklich durchschlagender Schritt wäre? Wenn Frau Leutheusser-Schnarrenberger noch jetzt, während ihrer Amtszeit als Justizministerin, erkennen würde, dass sie mittlerweile in der falschen Partei ist, und aus dieser austreten würde. Das wär doch was, oder? Ich wüsste auch schon so ein bis zwei Parteien, die sie mit Kusshand aufnehmen würden — die eine, weil sie Bürgerrechtlerin ist, die andere, weil sie eine Frau ist.

Natürlich, das wird so bald nicht passieren… aber man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Ergänzung des Autors: Dieser Text entstand am 31. März diesen Jahres, am nächsten Tag wollte ich ihn an Zach weitergeben… und musste dann am 1. April feststellen, dass gute Ideen wohl immer mehr alss einer Person gleichzeitig kommen. So wird man vom Leben überholt…

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