Wie Ihr vielleicht gehört habt, werde ich nicht für mein nächstes Review Metro 2033 reviewen, da es auf meinem PC nicht läuft. Da ich das in der letzten WoW-Nacht erwähnte, war Razyl so nett mir einfach sein Review zu überlassen. Wie immer mache ich mir den Text nicht zu eigen und habe ich nichts Inhaltliches geändert, nur das Video eingefügt und die Formatierung angepasst. Die Screenshots kommen von Razyl selbst. (Yay!)

Mit Metro 2033 veröffentlichte der Entwickler 4A Games sein Erstlingswerk. Das Team, das aus einigen Entwicklern besteht die schon Stalker gemacht haben, hat schon im Vorfeld mit stimmungsvollen und atmosphärischen Trailern für Vorfreude gesorgt. Nicht umsonst, denn das Spiel zum gleichnamigen Roman könnte endlich mal wieder ein guter Grusel-Shooter werden. Ob es tatsächlich gruselig wird erfahrt Ihr im folgenden Test.

Der Anfang vom Ende…
Metro 2033 beginnt mit einem schnellen Einstieg. Ehe wir uns versehen sind wir an der Oberfläche und folgenden einen bis dato noch unbekannten Mitglied. Gegner sind keine zu sehen, genauso wenig wie andere Verbündete, doch nur wenig später tauchen einige weitere freundlich Gesinnte Menschen auf. Wenn wir jetzt denken wir sind gerettet denken wir vollkommen falsch… innerhalb weniger Sekunden sind wir umhüllt von massenweisen Gegnern und Dämonen die uns attackieren. Wir wehren uns vergeblich und fallen in Ohnmacht.

Acht Tage zuvor…
Auf einmal ein Rückspann und wir bemerken: wir haben soeben einen Teil des Endes erlebt. Nun werden wir wahrscheinlich erfahren wie es überhaupt dazu kam, aber vorher befinden wir uns in unserem Bett in der Metro. Metro 2033 basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dmitry Glukhovsky und repräsentiert ein düsteres Endzeitszenario wider. Die Welt wurde durch einen Atomkrieg zerstört und wir leben nun im Metro-Netzwerk des ehemaligen Moskaus. An die „obere Welt“ kann sich unser Alter Ego, namentlich Artjom, nicht erinnern. Viele Menschen leben in einer Metro-Station, weshalb man auch auf viele Bewohner trifft. Und genau das macht die Atmosphäre von Metro 2033 aus, denn überall in der Station sehen wir Menschen, die entweder leicht verzweifelt oder heruntergekommen sind.

Menschen hocken in der Ecke an einem Lagerfeuer, andere spielen Gitarre, in Regalen finden wir Postkarten die aus der Zeit vor dem Atomkrieg entstanden sind und ein Mann erzählt seinem Kind eine Geschichte bis es fragt wo seine Mama bleibt. Der Vater antwortet daraufhin nichts mehr, wobei wir uns schon ahnen können wo die Mutter des Sohnes hin ist… Genau diese Atmosphäre macht Metro 2033 sehr sympathisch und glaubhaft und lassen das Spiel auch sehr detailliert wirken.

Auch die immer mal wieder auftauchenden Zwischensequenzen werden aus der Sicht von Artjom, widergegeben und zwar in Ego-Perspektive. Das Spiel setzt seinen Schwerpunkt damit auf die beeindruckende Atmosphäre, die uns auch die Bedrohung der Mutanten in der Metro näher bringt. Leider spricht Artjom nur in den Ladepausen ein wenig, ansonsten gar nicht.

Mutanten und Dämonen
Nachdem wir uns in der Metro-Station umgesehen haben stellt uns unser Vater den Kundschafter Hunter vor. Während wir noch gemütlich reden greifen uns Mutanten an und wir bekämpfen die ankommenden Gegner. Hunter verschwindet nach dieser Attacke und gibt uns den Auftrag zur Metro-Station Polis zu reisen und die dortigen Einwohner vor den „schwarzen Mutanten“ zu warnen. Diese neue Art der Mutanten treibt sich neuerdings in den Tunneln herum und raubt den Menschen ihren Verstand, bis auf Artjoms seinen. Dieser ist immun dagegen und daher perfekt für die Mission gemacht. Natürlich werden wir nicht allein auf die Mission geschickt, sondern fast immer begleiten uns irgendwelche NPC-Mitglieder.

Düster ist das perfekte Wort
Während wir also eine, eigentlich einfach klingende Mission vor uns haben müssen wir auch durch die Tunnel, um überhaupt zur Polis zu kommen. Dabei setzt Metro 2033 vor allem auf düstere Leveldesigns, die aber dennoch sehr nett anzusehen sind. Die Levels, meistens Tunnel, besitzen dafür einen sehr logischen Aufbau samt Verzweigungen und ähnlichem. Von Musik hört man nur wenig etwas, sehr viel mehr von der grandiosen Geräuschkulisse. Tropfendes Wasser, Fauchen, Geschreie und leises, manchmal lautes Brummen… das geht an die Nerven und sorgt für viel Schauer. Hinzu kommt unsere Taschenlampe, die zwar ein wenig Licht uns beschert, aber nicht so viel, dass wir alles sehen. Maximal drei bis vier Meter scheint unsere Taschenlampe hell, danach verschluck die bedrohende Dunkelheit unsere Lichtquelle.

Der Horror nutzt sich durch das gesamte Spiel auch nicht ab, denn 4A Games setzt nicht die andauernd gleichen Script-Sequenzen ein, sondern variiert. Manchmal ist der Gruselfaktor so hoch, dass man schon ins Schwitzen kommt, aber manchmal auch niedriger und man beruhigt sich ein, bis auf einmal in Sekundenschnelle etwas passiert und wir wieder schwitzen. Die Munitionsknappheit und das nicht vorhandene freie Speichern sorgen noch mehr dafür, dass wir extrem vorsichtig sind. Die Speicherpunkte sind dafür aber fair gesetzt, wodurch Frust nur selten aufkommt. Dennoch sollte man bei gegnerischen Attacken möglichst immer treffen, denn die Mutanten sind schnell und wir beißen manchmal schneller ins nicht-vorhandene Gras als es uns lieb ist.

Viele Waffen, nützliche Munition

Metro 2033 bietet uns verschiedene Waffen an und diese sind nicht mal ein Auswuchs der Fantasie der Entwickler. Revolver, andere Pistolen, Sturmgewehre und AKs sind mit an Bord, genauso wie ein Kampfmesser und Rohrbomben. Und wer den Roman kennt weiß, dass Patronen aus der Zeit vor dem Atomkrieg sehr wertvoll sind und als Zahlungsmittel gelten. Dafür können wir uns neue Munition für unsere Waffen kaufen oder gar neue Waffen.
Einige Waffen lassen sich sogar mit den alten Patronen ausstatten und wir müssen uns genau überlegen: Nutze ich lieber die normalen, schwächeren Patronen oder die alten, aber stärkeren Patronen? Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Schleichen und nicht störende Linearität
Gelegentlich müssen wir in Metro 2033 auch mal schleichen, besonders wenn wir durch Lager von feindlichen Banditen gehen. Dabei schalten wir Lampen aus und bleiben möglichst im Schatten, allerdings ist es meist schneller, wenn wir die Gegner einfach erschießen. Zudem haben diese Munition für unsere Waffen und Filter für unsere Gasmaske dabei. Allerdings müssen wir deren Taschen einzeln anklicken, ansonsten können wir sie nicht ausrauben. Das ist realistisch, aber nervt auf Dauer.

Die Levels sind in Metro 2033 zum Teil auch sehr linear, was allerdings wenig stört. Zwar geht es meist nur von A nach B, aber genau dank dem oben angesprochen Leveldesign kann sich der Horror erst komplett entfalten. Hinzu kommen Waggons, die über dem Abgrund hängen und kurzerhand abstürzen oder wir schießen von einer bewegenden Lore die ankommenden Mutanten ab. Dabei zeigt Metro 2033, dass es einerseits starken Horror herausbilden kann, aber auch mit Action nicht geizt.

Schwache KI, nette Grafik
Aber auch an der Oberfläche von Metro 2033 spielt sich einiges ab, auch wenn es zu den Schwächen des Spiels gehört. Hier sind die Levels genauso linear, auch wenn sie künstlich nicht so wirken, aber der Horror ist hier nur noch selten anzumerken. Meistens schießen wir hier nur auf Gegner und hören manchmal gruslig-klingende Stimmen, aber das war es auch schon.

Problematisch wäre das nicht, allerdings ist die Gegner-KI in Metro 2033 nicht sehr schlau. Deckung suchen die menschlichen Gegner, allerdings kennen sie keine Taktiken und stehen manchmal auch nur hinter einer Säule oder ähnlichem solange herum bis wir auf sie zu rennen. Die Monster-KI ist auch nicht schlauer, denn diese greift entweder uns direkt an oder unseren KI-Begleiter. In beiden Fällen lässt sich diese schnell besiegen, auch wenn man manchmal etwas zielsicher sein muss. Zum Glück gibt es über das gesamte Spiel mehr Horror-Einlagen, als Action.

Die Grafik von Metro 2033 ist durchaus gut und bringt scharfe Texturen mit sich. Allerdings braucht man einen ordentlichen Computer, um das Spiel möglichst ruckelfrei zu spielen. Zudem unterstützt das Spiel DirectX 9, 10 und 11 und ebenfalls noch Nvidia 3D-Vision. Aber spätestens nach sieben bis acht Stunden hat man das Spiel durch. Einen Multiplayer-Modus gibt es nicht und der Wiederspielwert ist auch nicht so extrem hoch.

Fazit:
Was für ein Horror-Trip, im wahrsten Sinne des Wortes. Kaum schieße ich ein paar Mutanten ab, da liege ich schon neben der Lore und um mich herum stürzen massenweise Mutanten an mich vorbei. Ein anderes Mal höre ich die Geister von verstorbenen Leuten und meine Hände fangen an zu schwitzen. Ja, Metro 2033 weiß wie man Horror erzeugt und einsetzt. Daher kann ich jedem Horror-Fan nur empfehlen sich das Spiel anzutun, denn es ist wirklich gut. Leider ist die Spielzeit ein wenig zu kurz und die dümmliche KI sorgt auch für ein wenig Atmosphäre-Verlust, aber das stört nur selten. Insgesamt ist Metro 2033 ein Shooter mit viel, viel Horror und ein Stück Action.


Positiv:

+ Gruselfaktor
+ Gute Grafik
+ Grandiose Geräuschkulisse
+ Waffensounds
+ Wunderbares Szenario
+ Gute Scriptereignisse
+ Viele Waffen
+ Taktikfaktor Munition
+ Dichte Atmosphäre
+ Tolles Leveldesign

Negativ:

- Dumme KI
- Kurze Spielzeit
- Schleichen unnötig
- Keine freies Speichern möglich


Wertung:
Atmosphäre:
Grafik:
Sound:
Gameplay:
Bedienung:
K.I:
Umfang:



Gesamt:
87%
93%
86%
89%
88%
85%
75%
80%

 

Gast-Review: Metro 2033 (Razyl), 5.0 out of 5 based on 2 ratings