Ich bin verwirrt. Das iPad verkauft sich wie heiße Maronen und die Frage nach dem “Warum?”, hat sich bei mir in die Liste der ungelösten Rätsel der Menschheit eingereiht. Sie pendelt dabei irgendwo zwischen der Frage nach dem “Wie kann ich besonders schnell Geld verdienen ohne dafür zu arbeiten?”, “Was denken Frauen?” und “Warum sind wir hier?” eingeschoben.

Gehirnwäsche?
Warum verkauft sich dieses Ding, auf das jeder Technik-Interessierte mit dem Finger gezeigt und laut gelacht hat? Sind es die unzähligen nicht-IT-Journalisten, welche über den überdimensionierten Kaffeeuntersetzer in den höchsten Tönen gesungen haben? Vielleicht. Senden iPhones infraschall Signale aus, die alle Leute mit einem IQ von unter 110 dazu bringen Imperator Jobs Willen zu gehorchen? Ist gut möglich. Ist jetzt, wo Handys als Statussymbole immer größere Displays bekommen, das iPad die ultimative Schwanzverlängerung? Definitiv, aber das ist nicht der Hauptgrund, warum so viele Leute sich am Verkaufstag vor den Apple-Stores die Füße in den Bauch gestanden haben.

Bedienbarkeit?
Ich glaube, dass ein großer Faktor (neben dem “Es ist von Apple ich muss es haben.”-Verhalten der Fanboys) die Tatsache ist, dass Appleprodukten seit dem iPod das Gerücht der “Leichten Bedienbarkeit” anhängt. Ich sage in diesem Fall übrigens, dass Apple einfach nur faul ist Tasten und Möglichkeiten seine Geräte einzubauen. Es gibt einige “Bedienvorgänge” beim iPhone und Macs bei denen sich mir die Haare sträuben – selbst unter der Annahme ich würde nicht mein Leben lang mit Windows und Linux arbeiten.

Einfachheit?
Nein, die “Bedeinbarkeit” kann es nicht alleine sein. Ich glaube tatsächlich… dass es sich in diesem Fall wirklich um die Restriktionen handelt, welche auf dem Gerät liegen. Was auch ein wenig zu der falschen Annahme führt, das Apple-Produkte bedienbarer wären: Natürlich muss ich mir nicht darüber Gedanken machen, wo ich meine Musikdateien auf einem iPhone ablege, wenn ich unweigerlich an iTunes gefesselt bin… genau so wenig wie ich mir Gedanken darüber machen muss, wie ich mit einer Kleiderbürste meinen Teppich sauge.

Aber viele Menschen nutzen ihre PCs tatsächlich nur zum “Emails Lesen”, “Briefe Schreiben”, “Ebay”, “Amazon” und “Youtube”. Wieso sollte ich ein Auto kaufen, das ein Navi hat, wenn ich damit ohnehin nur die Straße runter zur Arbeite fahre? Es handelt sich hierbei um Menschen, bei denen der PC nicht wirklich ein Teil ihres Sozialen Netzes ist. Und wer kein ‘Heavyuser’ ist, braucht auch nicht mehr als eine Applikation gleichzeitig.

Beschränktheit!
Ich denke das iPad ist genau dies: “Jetzt kann ich alles was ich auch auf dem PC mache, vom Sofa aus machen – und brauche kein Laptop auf dem Schoß zu haben.” Jemand, der in der Regel mehr als drei Zeilen in seine Mails schreibt  und so nicht viel mehr als private Terminabsprachen tätigt,  kauft sich kein iPad. Jemand, der mit Bekannten per ICQ oder IRC Chattet, wird sich ein iPad kaufen und auf eine “App dafür” warten – das läuft weiter über den Rechner.

Allerdings jemand, der in der selben Zeit vermutlich genau so gut vor dem Fernseher (oder der Konsole) sitzen könnte  und für den Emails und das Internet nur eine ‘Annehmlichkeit des Modernen Lebens’ ist, allerdings schon. Das iPad macht genau, dass was andere Unterhaltungsgeräte im Wohnzimmer nicht oder nur eingeschränkt können – aber auf einem Handheld besser von Statten geht… zu Spielen nimmt man die 360, zum BluRay und DVD gucken den BluRay-Player zum Telefonieren das Telefon. Und für das iPhone den Rest.

…aber damit wir das klarstellen, ich halte es immer noch für Crap.

iPad: Warum sich 'Limitation' verkauft., 4.7 out of 5 based on 10 ratings