20 Feb
Heute habe ich ein Gast Review für Euch, ein dickes, dickes Danke dafür an Varl!
In aller Frühe erreichte mich ein freundlicher Botenreiter mit einem Päckchen unter dem Arm. Es war ihm sichtlich peinlich, mich geweckt zu haben, doch das, was er mir brachte, liess mich schnell genug zu mir kommen: Drakensang 2. Genauergesagt die Personal Edition – ein verspätetes Geburtstagsgeschenk an mich selbst.
Auf der edel aufgemachten Packung im Stil eines alten Folianten prangt also in geschwungenen Lettern der Name Varlarion Traumweber und darin befindet sich nebst dem Spiel so manches Schmankerl:
Mir als altem Aventurien-Veteranen wird bei der liebevollen Aufmachung ganz warm ums Herz. Wer auf solchen Schnickschnack verzichten kann, ist mit der normalen Version jedoch sicher genauso gut beraten.
Ich werde hier nicht spoilern, doch das Spiel ist, wie schon der Trailer verrät, ein Prequel zum ersten Teil. Zwerg Forgrimm erzählt Schelmin Kladdis, beide hinlänglich aus dem ersten Teil bekannt, “wie es damals war”. Dadurch ist das Ganze im Grunde eine spielbare Rückblende, in der man die Rolle eines bis dato unbekannten Abenteurers (oder einer Abenteurerin, natürlich) übernimmt, ohne den die Geschichte niemals gut ausgegangen wäre.
Doch nun zum Spiel. Wer den ersten Teil, DSA oder überhaupt schonmal ein PC-Rollenspiel gespielt hat, wird sich schnell zurechtfinden. Am übersichtlichen Interface hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts geändert. Das gilt auch für die vereinfachte, aber meiner Meinung nach sehr gelungene Umsetzung des DSA-Regelwerks. DSA-Puristen können sich ihren Helden übrigens im sogenannten Expertenmodus frei zusammensteigern und über eine einblendbare Konsole (Taste K) auch die einzelnen Würfe (Talente, etc.) mitverfolgen.
Neu ist die komfortable Schnellreisefunktion, mit deren Hilfe man von bestimmten Punkten auf der Karte zu anderen springen kann, die man vorher schon einmal besucht hat. Das verkürzt die viele Lauferei erheblich, die als einer der Hauptkritikpunkte im ersten Teil galt. Außerdem kann man jetzt (recht kurz geratene) Notizen auf der Karte machen.
Im Inventar gibt es nun eine Tasche für Questgegenstände, die sich weder verkaufen, noch zerstören lassen. Hier wird auch das Geld der Gruppe aufbewahrt. An spielbaren Klassen sind der Gjaskerländer Stammeskrieger und der Geode hinzugekommen. Im Gegensatz zum ersten Teil wurden sämtliche Texte von guten bis großartigen Sprechern vertont, nur der eigene Held bleibt leider stumm. Außerdem kann man nun jederzeit zwischen drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden wechseln.
Technisch ist das Spiel sicher nicht bahnbrechend, dafür ist die Grafik sehr stimmungsvoll und Aventurien, die Welt von DSA, liebevoll umgesetzt. Auf meinem AMD Phenom II X3 720 mit 2,8 GHz, 6 GB RAM und einer ATI Radeon HD 3800 (was einem Windows 7 Leistungsindex von 5,4 entspricht) läuft das Spiel bei einer Auflösung von 1680 x 1050 bei vollen Details absolut butterweich. Auch sind mir bisher keine Bugs oder Abstürze untergekommen.
Rückkehr nach Aventurien
Aventurien lebt und ist bunt. Frische, grüne Wiesen und Wälder, Blumen wohin das Auge blickt, Tiere wie Katzen, Hühner, Ziegen und Schweine lassen sofort typisch aventurische Stimmung aufkommen. Auch das Städtchen Nadoret, in dem das Abenteuer beginnt, wirkt belebter und etwas detaillierter, als die Großstadt Ferdok im ersten Teil.
Was manchen untypisch kitschig für ein modernes Rollenspiel vorkommen mag, fühlt sich für einen DSA-Spieler einfach “richtig” und “aventurisch” an. Hier ist die Welt zwar auch nicht in Ordnung, sonst bräuchte sie keine Helden, aber sie lässt sich doch meist klar in Gut und Böse aufteilen. Grautöne und moralisch schwerwiegende Entscheidungen im Stil eines The Witcher oder Dragon Age: Origins wird man hier vergeblich suchen. Dafür hat die Welt ihren ganz eigenen Charme. Abenteurer sind gut und hilfsbereit, Monster sind böse und kriegen die Hucke voll. Das gehört sich hier einfach so. Wer sich darauf einlassen kann, dem wird es auch nicht komisch vorkommen, wenn ein wildfremder Händler dem Helden ein Päckchen für einen entfernt lebenden Freund mitgibt und völlig darauf vertraut, dass diese Lieferung dort auch unbeschadet ankommt.
Esst mehr Käsetoast
Auch die Story kommt typisch aventurisch daher, ist glaubwürdig und stimmungsvoll erzählt, aber stets mit einer Prise Humor gewürzt. Alles beginnt ganz beschaulich mit einer Flußfahrt gen Nadoret, wo der junge Abenteurer etwas zu erledigen hat – jede Klasse darf, nach einem kurzen Tutorial, eine eigene Einleitung spielen.
Mit von der Partie sind drei zunächst undurchsichtige Gesellen, die ebenfalls auf dem Flusskahn mitfahren. Einen davon erkennt man unschwer als den Zwerg Forgrimm, also den Erzähler der gesamten Geschichte.
In Nadoret angekommen, erfährt man ein wenig mehr über die drei und erhält von ihnen einen Auftrag. Danach kann man das Städtchen und die Umgebung in aller Ruhe erforschen, Nebenquests erledigen, Kräuter sammeln, erste Rezepte lernen, und so weiter. Oder man geht gleich ins Eingemachte und kümmert sich um die Einleitungs- und Hauptquest.
Wer sich Zeit nimmt, kann in so manchem Winkel allerlei nützliche Gegenstände finden, mehr Erfahrungspunkte sammeln und wird über schöne Flufftexte, den ein oder anderen Witz und lustige Anspielungen stolpern. Überhaupt ist das Spieltempo durch die pausierbaren Kämpfe ruhiger und gemütlicher als in vergleichbaren Spielen.Man bekommt bald eine persönliche Truhe, in der man sein gesammeltes Hab und Gut verstauen kann – neuerdings scheint es Verwendungszwecke für fast alles im Spiel zu geben, selbst faulige Äpfel und das Käsetoast des ersten Teils – rostige Nägel.
Die Quests sind vielleicht großteils üblicher Rollenspielstandard (bring A nach B, töte x), doch sie sind nahezu alle in hübsch erzählte Geschichten verpackt. Folgt man der Hauptquest, ist es bald vorbei mit der Beschaulichkeit, noch zwielichtigere Gestalten tauchen auf und das eigentliche Abenteuer beginnt.
Zwar hat Zach gemeckert, dass ich ein wenig mehr zur Story erzählen soll, aber ohne zu spoilern ist das so gut wie unmöglich. Außerdem bin ich ein eher gemütlicher Spieler und genieße lieber das Spiel, als mich so schnell wie möglich durch die Hauptquest zu hecheln.
Meine (völlig subjektive) Wertung:
Technik: 8/10
Gameplay: 9/10
Atmosphäre: 10/10
Wer jetzt noch unsicher ist, ob das Spiel etwas für ihn ist, dem kann ich nur wärmstens empfehlen, die Demo von www.drakensang.de herunterzuladen und die Einleitung des Kriegers zu spielen.
von Varlarion Traumweber
Schlagworte: Drakensang, Drakensang - Am Fluss Der Zeit, Games, Review
8 Kommentare for "Gast-Review: Drakensang 2 – Am Fluss der Zeit"
Find ich sehr gelungen das Review, auch finde ich es schön das es eben keine Spoiler gibt… so kann ich wenigstens Nadoret und derlei Orte erkunden ohne im Hinterkopf zu haben “Ah, da passiert gleich das und das”
Wiso müssen alle rp geschichten mit bescheuerten boten anfangen?!?! GRAAAAR!
Oh ist ja ne review….
Hm okay, I aprove :)
Ich mochte den ersten Teil vom gameplay her schon nicht wirklich, aber allein für die Boltan-Karten müsste man sich eigentlich die collectors edition holn
Habe es nun schon einige Stunden gespielt und es ist einfach klasse geworden. Die Atmosphäre ist großartig und die Charaktere sind sehr liebevoll designt worden. Für mich meine neue Lieblingsrollenspiel-Reihe. War damals auch schon vom ersten Teil begeistert, aber dieser hier setzt noch einige Schippen drauf.
die Kunstlederkarte aus der Collectors Edition vom ersten Teil ist ja wohl ein witz im gegensatz zu der schönen Stoffkarte.
Viel zu klein und stinkt nach Chemiekalien ;(
Die Stoffkarte einmal gut ausgeschüttelt könnte man sogar zum DSA spielen nutzen, aber die Karte auf Papier is am besten von der leserlichkeit.
zum Spiel, was soll ich sagen es gefällt mir NOCH besser als der erste Teil und ich muss gleich wieder suchten
Sehr schönes Review! Hab bis jetzt nur die Demo gespielt, aber werde es mir vielleicht noch zulegen. :D
“Hier ist die Welt zwar auch nicht in Ordnung, sonst bräuchte sie keine Helden, aber sie lässt sich doch meist…” – danke! *g*
hat jemand vieleicht schon jemand für mich cheats bei drakensang 2 am fluss der zeit für unsterblichkeit
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