Ich bin recht zeitnah zu dessen Veröffentlichung auf einen Eintrag bei Wikileaks gestoßen, bei dem es sich um einen geheimen Feldjäger Bericht zur Tanklast-Kundus-Militär-Bomber-Sonstwas-Affäre handelt. Der Bericht wirkt(e) authentisch und sicherlich wäre es interessanter Artikel für diese Webseite gewesen, wenn ich etwas dazu geschrieben hätte.

Selbige Frage wird auch auf meedia.de mit dem Artikel “Kundus-Report: Wie seriös ist WikiLeaks?” gestellt und ist Anlass für diesen Post.

Die Kundus-Affäre um den Bombenangriff auf zwei Tanklastzüge im afghanischen Kundus hat auch die Dokumenten-Plattform WikiLeaks erneut ins Licht der Öffentlichkeit gebracht. Dort wurde ein geheimer Feldjäger-Bericht veröffentlicht, der die Entscheidungen des Oberst Klein in kritischem Licht erscheinen lässt. Laut dem Dokument wurde u.a. offenbar keine zeitnahe Untersuchung des Tatorts unternommen. Doch wie vertrauenswürdig ist WikiLeaks überhaupt?

Die Sache ist, dass die Wahrheit im Regelfall noch nie (und heutzutage insbesondere nicht) einfach irgendwo ausgehangen hat und ich persönlich zweifele in erster Linie erst einmal alles an – oder versuche es zumindest. Schlussendlich ist das Spiel mit der Wahrheit in diesen Tagen weniger eine Suche, als mehr ein Spiel “Mastermind” bei den man Meinungen, Aussagen und Berichte gegeneinander hält und sich daraus die Wahrheit herleitet.

Menschen die sich ausschließlich aus einer Quelle Informieren, zudem eine Quelle deren journalistische Integrität nicht wirklich sicher ist, müssen damit rechnen ein im besten Falle “einfarbiges” und im schlimmsten Falle erlogenes Bild der Realität vorgesetzt zu bekommen. Wer nur auf braun-angemalten Webseiten herumsurft hat kaum eine andere Wahl, als zu glauben dass es den Holocaust nie gegeben hätte. Und gerade bei WikiLeaks, das aus anonymen Quellen Daten entgegen nimmt und momentan auf eine nicht nachprüfbare Weise auf Echtheit zertifiziert, muss man davon ausgehen genauso gut eine raffinierte Fälschung vor Augen zu haben die den Checks stand hält, da man in den meisten Fällen schlecht bei Regierungen und Konzernen zu einem Gegencheck aufschlagen kann.

Und deshalb besteht für mich zumindest gar kein Diskussionsbedarf wie seriös WikiLeaks ist, was dort steht kann stimmen, muss aber nicht.

Ich denke das Problem was wir hier haben, ist dass viele Menschen immer noch erwarten, dass Nachrichten und Berichte immer mit den besten Intentionen geschrieben wurden – aber das werden sie nicht. Nicht ein mal in der ‘gedruckten und seriösen Presse’ kann man noch darauf vertrauen eben nicht einen Artikel vorgesetzt zu bekommen, der zu gleichen Teilen aus der Feder des Autors und einer PR-Abteilung stammt. Natürlich haben dieser Leute noch den “Vorteil” dass sie bei Falschaussagen etc. leichter für ihren Unsinn haftbar gemacht werden können… aber wie bei allen anderen Nachrichtenplattformen ist Wikileaks etwas, dass sich Vertrauen erst erarbeiten muss.

Wiki-Leaks und das allgemeine Ding mit der Seriosität, 4.5 out of 5 based on 4 ratings