14 Nov

Es genau das passiert vor dem gewarnt habe. Zumindest hoffe ich, dass es in den nächsten vier Jahren nicht so schlimm kommen wird… wenngleich ich aber wiederum hoffe, dass es so schlimm kommen wird, dass man es sich bei der nächsten Wahl zwei Mal überlegt, wo man sein Kreuzchen setzt oder vielleicht sogar auf die Straße geht. Denn der Ausgleich zwischen Arm und Reich verschwindet immer weiter und weiter in diesem Land.
“Es wird in jeder Gesellschaft einen Ausgleich geben müssen zwischen Arm und Reich – aber eben nicht im Gesundheitssystem.” so äusserte sich der neue Gesundheitsminister Philipp Rösler und die Regierung möchte die Krankenkassen von Grund auf Reformieren. Ich hingegen möchte nur hysterisch lachen und schalte frustriert den Fernseher aus.
Nicht zum Guten wird sich das Gesundheitssystem wenden, soviel steht fest. Denn dieses macht der obige Satz des Bundesgesundheitsministers mehr als klar und er sagt damit zugleich zwischen den Zeilen, dass sie das Gesundheitssystem nun ‘asozialer’ gestalten werden. Empörte Stimmen aus der SPD-Oposition meinten bereits in den selben Minuten noch, dass hier “eine Politik gegen 70% der Bevölkerung gemacht werden würde” – und ich kann nur zustimmen. Die Kosten, die im Gesundheitssystem anfallen, stiegen jedes Jahr um 2,5%, aber Arbeitgeber würden zukünftig von den Steigerungen ausgenommen werden.
“Die FDP ist ja gegen den gläsernen Bürger, die FDP ist ja gegen die Internetsperren.” sagte man mir und war empört, dass ich von Grund auf gegen Schwarz-Gelb bin. Jetzt bin ich mich mal ein kleines Arschloch und nehme ein: “Ich hab’s Euch gesagt!”-Schaumbad aus dem man nur eine hochgestreckte Hand mit exponierten Mittelfinger herausragen sieht. Selbst wenn die FDP die Netzsperren nicht nur aufgeschoben hätte und wir immer noch hoffen müssen, dass alles gut geht, ist das was nun an Kosten für den kleinen Mann auf uns zurast in meinen Augen untragbar und was hat man vom kommenden Wirtschaftsaufschwung, wenn man sich dumm und dämlich zahlt?
“Erst kommt das fressen, dann die Moral” so sagte B.B. und wenn ich die Wahl zwischen was ordentlichen zu Essen auf dem Tisch, einem Dach über den Kopf, Zähnen im Mund und was zum Anziehen im Schrank habe oder einem freien Internet … dann nehme ich die Grundversorgung – Danke.
Nun werden die Krankenkassen wird mit den kommenden Reformen vermutlich komplett von der Höhe des jeweiligen Einkommens entkoppelt, also Zähne nur noch für den der sich Zähne auch leisten kann, wie liberal. Nun ja, zumindest habe ich nun die Gewissheit, dass sich über kurz oder lang einige CDU und vorallem die FDP-Wähler sich für ihre Entscheidung schämen werden.
Mehr dazu auf Telepolis.
Schlagworte: Gesundheitsreform, Politik
22 Kommentare for "Der nicht-mehr-so schleichende Tod des Sozialstaates"
Wobei man ja sagen muss das Arbeitgeber im Verhältniss shcon deutlich mehr zahlen als der kleine Mann also is es schon gerecht das der Kleine Mann zumindest im verhältniss irgendwie ähnlich viel zaheln muss. Das sollte meiner Meinung nach jetzt auch nicht unbedingt bei der Gesundheit passieren aber das Prinzip der Privaten Krankenkassen find ich gut denn wer mehr zahlt (leicht mal das doppelte wie in ner gesetzlichen) der will auch mehr dafür und die Ärzte finden privatpatienten deutlich angenehmer, da sie bei denen auch was verdienen. Kassenpatienten kosten Ärzte unter umständen sogar was, da die Kasse nichts betahlt. Das System ist sicher ungerecht, aber es muss sich schließlig lohnen mehr zu verdienen und irgenwas will ich davon ja auch haben (wenn ich denn viel verdienen würde -.-). Man kann es nicht allen recht machen un deswegen macht es die Politik denen recht, die was bewegen und “Macht” haben und das sind nunmal Arbeitgeber. Ohne die kann der kleine Mann nicht machen weil er ja keine Arbeit hat also is es schon gut wenns dem Arbeitgeber bischen besser geht als dem Arbeitgeber denn ohne den geht dem kleinen Mann noch schlechter^^
mfg m0hawk
Es sollte aber eigentlich nicht das Ziel eines Sozialstaats sein, mächtigen vergünstigungen zu geben sondern eben, dass die Leute zumindest bei der Grundversorgung (Und gesundheit gehört mmn definitiv dazu) gleiche Chancen haben.
@ m0hawk
Ich hoffe sehr für dich, daß das alles ironisch gemeint war (oder vielleicht auch einfach nur der Versuch zu trollen), denn für den Fall, daß das nicht so sein sollte, fällt mir angesichts solch einer Menge geistigen Durchfalls auf einem Haufen tatsächlich mal kein passender Kommentar ein…
Das kannst du doch nicht wirklich ernst meinen…
Sozial ist, dass alle den gleichen Prozentsatz von ihrem Einkommen für die (gleichen) Sozialen Strukturen in diesem Land aufwenden müssen.
@m0hawk
Bitte, sag mir dass das nicht ernst gemeint war.
wow was man für wellen lostreten kann mit einem Kommentar.
Das ist Meine Meinung, die sich auf meinem beschränkten Wissen begründet. Ich bin bisher nicht so aktiv politisch interessiert gewesen und deshalb kann es durchaus sein das ich manche (bis alle) Zusammenhänge nicht- oder falsch verstanden habe. Wenn ich bullshit rede dann berichtigt mich doch bitte ernsthaft so kommentare wie von Old_Nick bringen mir nichts ^^
Klärt mich auf wenn ich falsch liege und tretet mich nicht in den Staub^^ ich hab nur versucht eine Meinung begründet darzulegen und nicht die absolution erteilt^^
ich hab über die reform gelesen dass man es wirklich entkoppeln will vom einkommen.. dafür wird ein fester betrag angesetzt.. das entlastet die gering verdiener leider nicht aber ab einem gewissen einkommen wirds billiger als zZ.. und das hält die krankenkassen davon ab sich zusatzleistungen vergüten zu lassen – mehrmals im jahr.. hat also immer seine vor und nachteile.. aber zZ steht ja gar nichts fest..
also vielleicht auch noch nicht das vollbad nehmen… kannst aber das wasser drin lassen.. und später gehen
Gut: Deine Meinung ist falsch, weil das genau das ist, was im Mittelalter gang und Gäbe war: Die Reichen hatten die Macht und die Armen waren Abfall (Sehr überspitzt dargestellt)
Die Arbeitgeber zahlen mehr Steuern das stimmt, allerdings bekommen sie auch mehr Geld, so dass sich das wieder ausgleicht. Und solange es nicht in Lebenswichtigen Bereichen ist hab ich auch garnichts dagegen, dass Reiche Leute sich mehr leisten können. Aber im Gesundheitssystem und der Grundversorgung mit Essen, Wasser usw sollte definitiv Gleichstellung herrschen.
Ansonsten wird es so enden, dass die Leute die arm sind es sich nicht leisten können krank zu sein und dann an Krankheiten sterben, die man leicht hätte behandeln können. (So wie es zur Zeit in den USA ist *ist skeptisch gegenüber Obamas gesundheitsreform*)
@mohawk
An deinem Text ist gar nichts “falsch”. Er zeugt lediglich davon, dass du Solidarität und Sozialstaat für …. ähm … seltene Pokemon hälst. Während deine gewählten Tugenden halt eher Neoliberalismus und der gute alte Egoismus sind.
Man könnte allerdings aus der sozialen Sicht, Egoismus durchaus als Falsch ansehen ;)
Also es ist ja jetzt nicht wirklich ne Überraschung oder so. Jeder, der das lesens mächtig ist, konnte das selbst im gestrafften Parteiprogramm der FDP nachlesen – wer sie gewählt hat, und sich dessen nicht bewusst war, der sollte allgemein seine Einstellung zu Wahl ändern. Aber gut. Ich hab trotzdem im vollen Bewusstsein mein Kreuz bei Gelb gesetzt. Aber ich glaub, es hat keinen Sinn, das hier ausdiskutieren zu wollen, dazu bin ich auf dem Blog hier zu sehr einsamer Frontkämpfer, was das politische angeht ;-) Zumal das eh Diskussionen sind, die selten Früchte tragen, weil in der Beziehung jeder nur das glaubt und sieht, was er sehen will.
Wie z.B. hier das “nur verschieben” der Internetsperren. Also… in Anbetracht der Tatsache, dass die CDU nahezu doppelt so stark ist wie die FDP, und Schwarz vor der Wahl absolut unabrückbar zu ihren Sperr-Forderungen stand, finde ich, ist das schon ein anrechenbarer Erfolg. Sie sind nicht umgekippt, sie haben sich durchgesetzt, und, egal wie wenig manch einer das einsehen will, was verändert. Und ich finde es doch allgemein mal sehr beruhigend, dass es auch Parteien gibt, die zu ihren Versprechen stehen – da weiß man wenigstens, was man wählt, egal wie wenig das dem einen oder anderen gefällt. Das ist ja zB auch das Problem der vollkommen Profillosen SPD gewesen.
Und ich finds auch etwas vermessen, anzunehmen, dass jeder, der die FDP gewählt hat, es nur wegen den Internetversprechen getan hat. Ich finde, man sollte zumindest auch einmal erwägen, dass es Leute gibt, die das gut finden, was die FDP will. Dass das speziell dir, Zach, unverständlich ist, weil es sich so fundamental von deinen Auffassungen unterscheidet, kann ich verstehen. Die Linke ist mir ähnlich fern ;-)
Aber dafür leben wir in einer Demokratie. Ich geh auch davon aus, dass es bei der nächsten Wahl nen deutlichen Linksrutsch geben wird. Irgendwo im Netz habe ich letzt sinngemäß folgenden Satz gelesen: “In der europäischen Politik funktioniert es fast überall gleich; die Konservativ-liberalen wechseln sich regelmäßig mit den Sozialen ab. Die ersten beschäftigen sich mit der Wirtschaft, bis die Leute die Nase voll von ihnen haben, die Linkeren Parteien wählen, die dann die größten Ungerechtigkeiten entfernen. Und wieder von vorne.”
Und ich glaube, das muss auch irgendwie so sein. Da wird sich gegenseitig ausgeglichen und eine rel gesunde Mitte gefunden.
Kein System ist perfekt.
Okay, das war jetzt deutlich länger als erdacht. Naja. Zerfleischt mich :-)
Ultra Violet:”Die Arbeitgeber zahlen mehr Steuern das stimmt, allerdings bekommen sie auch mehr Geld, so dass sich das wieder ausgleicht.”
Hmm das ist nicht ganz richtig soweit ich weiß.
Als Arbeitnehmer bezhalt man etwa 25% (kommt das hin?) einkommenssteuer. Als Arbeitgeber können das durchaus auch mal 45% sein. Das ist fast die Hälfte deines Geldes das einfach weg ist… hallo? Natürlich hat der Arbeitgeber nachher immernoch mehr übrig als der Arbeitnehmer aber die Verhältnisse sind doch irgendwie falsch oder nicht? Wenn ich als Arbeitgeber die Mühe auf mich nehme mich selbstständig zu machen/eine Firma zu gründen, dann habe ich jahrelang ein riesiges Risiko und eine gewaltige verantwortung. Der Arbeitehmer hat als einziges Risiko seinen Job aber nicht zum Beispiel seine Lebensversicherung oder Altersvorsorge mit der das Unternehmen finanziert ist.
Dafür gibt es die GmbH, bei der du nur auf 25000 € haftest,
das Guthaben, dass du am Anfang auch in die Firma einbringst. Das ist zwar immernoch eine ziemliche Menge, allerdings wird damit verhindert, dass dann plötzlich Lebensversicherung usw weg sind (Natürlich sollte man drauf achten, dass man etwaige kredite nicht mit lebensversicherung oder altersvorsorge absichert…)
Grundsätzlich ist am Unterschied im Gesundheitssystem ja nichts auszusetzten. Wer mehr bezahlt bekommt auch mehr. Das ist fair. Nur darf der abstand nicht zu groß sein. Wenn jemand sterben muss weil er nicht das Geld hat ist definitiv was falsch. Bzw. wer “neue Zähne braucht”. Auch die Steuern und ähnliches sind halt eine Frage des gleichgewichtes, wobei es total ok ist wenn Arbeitgeber einen höheren Satz haben, auch wenn dies wieder nicht gerecht ist, jedoch notwendig und auch verkraftbar.
Die Politiker sollten nur das Gleichgewicht nicht verlieren bei dem was sie tun. Weder zu sozial noch zu liberal.
Und dies ist schwer und am Ende lernt man aus Fehlern.
Selbst wenns schlimm kommt wird uns nicht umbringen
MFG Bairuike
@ #11/ m0hawk:
In Deutschland gilt ein progressiver Einkommenssteuersatz, d.h. jemand mit hohem Einkommen zahlt nicht für sein gesamtes Einkommen den Spitzensteuersatz sondern nur für das EInkommen, dass über einem gewissen Grenzwert (51.152 €) liegt. Dann ist nicht die Hälfte deines Geldes Weg, sondern die Hälfte deines Geldes, das du mehr als 51.512 € im Jahr verdienst. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Zudem wird das “unternehmerische Risiko”, dass du ansprichst, dadurch ausgeglichen dass für Kapitalgesellschaften völlig andere Besteuerungsprinzipien gelten. Zudem gibt es Ausgleichsprinzipien die eine Doppelbesteuerung (Erst Unternehmens und dann Einkommenssteuer) verhindern, so dass es da nicht groß zu Ungerechtigkeiten kommt.
Generell gilt da das Solidaritätsprinzip. Wer unter Zuhilfenahme der Möglichkeiten unseres Rechtsstaates viel Geld verdient, kann auch ruhig einen gewissen Prozentsatz abführen. Schließlich erhält er auch mehr.
Genau solche Kommentare wünsch ich mir THX an xouz!!!
Schönes Beispiel wie man leute sachlich berichtigt und nicht einfach seine Meinung rausposaunt. Danke
mfg m0hawk und hi Baumli^^(er weiß schon das er gemeint is;)
was is los zach du wolltest doch schon gestern
mit dem rc fertig sein, oder?
Interessanter Artikel zach, auch wenn mich das alles eher weniger betrifft, da ich nicht in d wohne.
Desweiteren bin ich ehrlich gesagt mehr als entsetzt, wenn ich mir die Diskussion über den Spitzensteuersatz hier ansehe. Ich bin persönlich bei weitem kein Freund davon, da in österreich die spitzenverdiener sehr gerne zur kassa gebeten werden, aber wie hier argumentiert wird ist wirklich gräßlich. Da kann ich gleich die Bild-Zeitung aufschlagen und Erkans und Stefans darüber lesen.
Sorry Felix hatte andere Sachen noch zu schaffen, leider. Ich beeile mich. ;(
Stresst mal den Meister Zach nicht so! Der hat (angeblich) auch noch ein Leben neben dem Blog hier *gg*
It´s done, when it´s done!
Wir wollen doch eine gute Arbeit von ihm haben, oder? ;)
DNF oder was?
@darkfrog
mach ich nicht
ich hab bloß gefragt was los ist
außerdem stresst “Meister Zach” sich selbst wenn er sich zeiten vorgibt die er nicht schaffen kann
ein tag ohne einen post
ist ein verlorener tag :(
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