obama

Ich denke jetzt schon, das sich hieraus ein regelmäßiger Sonntagspost machen ließe. Schließlich passiert an einem Sonntag grundsätzlich irgendwie nie etwas Bloggenswertes. Alle ‘Nachtrichten’, die man am Kirchentag ausgräbt, überbieten sich entweder in ihrer ‘Unwichtigkeit’ oder sind genau die Art von Nachricht, über die ich nichts Längeres schreiben kann oder will.

Also lohnt es sich allenfalls einige Themen der vergangenen Woche zusammenzufassen, über die ich nicht in eigenständigen Postings reden wollte, konnte oder schlicht keine Zeit dazu hatte.

Ich will eigentlich nicht über die obamasche Gesundheitsreform reden
Ok, die Amis habe es in 50 Jahren endlich mal wieder geschafft, etwas Zivilisiertes auf die Beine zu stellen. Ich meine jetzt keine technologischen Entwicklungen, sondern tatsächlich mal etwas so Bemerkenswertes, dass es in der Welt als sozialer Fortschritt anerkannt wird – zumindest für Amerika. Auf der anderen Seite ist die Gesundheitsreform, genau so wie auch das Ende der amerikanischen Rassentrennung und die Abrüstung eher etwas, dass die USA vorher selbst verbockt haben und nun wieder halbwegs gerade biegen.

Es ist schließlich nicht so als hätte jeder Staat der Welt, aus einem unerklärlichen Drang heraus Atomwaffen gebaut, ‘Andersfarbige’ auf die ‘schlechte’ Seite des Busses verfrachtet und in den 70ern zugesehen, dass nur noch die wohlhabenderen Zahnersatz leisten können. Tatsächlich war vor Nixon das Gesundheitssystem der USA nicht so schlimm wie es momentan ist – aber dass ist ein anderes Thema. (Und nein ich beziehe das Wissen nicht aus “Sicko”.)

Wenn ich mir den ganzen Terz durch den Kopf gehen lassen, welcher um diese Reform gemacht wurde und wie die Gegenseite diese als “Sozialismus” stigmatisieren wollte, empfinde ich nicht die “optimistische Freude für jemanden der etwas Gutes geschaffen hat”. Mir entgleitet eher das “erleichterte Seufzen des Betreuers welches ertönt, wenn der Klassenschlechteste bei der Hausaufgabenstunde, mit fast einer Stunde Verzögerung, die Matheaufgaben gebacken bekommen hat und er ihn endlich nach hause schicken kann”.

Da will man glatt sagen: “Das hast du toll gemacht Klein-Sam, aber erwarte kein Eis für diese Leistung, dass ist ‘eh schon längst geschmolzen. Außerdem sollten wir nochmal über dein Verhalten gegenüber Achmed reden, du kannst deine Sachen nicht immer auf seinen Platz legen.”

Apropos, ich habe den wahren Grund für Obamas Nobelpreis entdeckt.

Ich weiß eigentlich nicht was ich zum Mauerfall zu sagen habe
Ich habe oft das Gefühl, dass man sich als Deutscher für Deutschland irgendwie nicht freuen kann oder darf – und wenn dann sollte man diesen Terminus vermeiden und nur sagen, dass “XY” eine ganz tolle Sache ist, es aber tunlichst vermeiden diese auf das Land beziehen. Mit all der ewig-gestrigen Erblast, welche scheinbar immer noch auf diversen Schultern lastet, muss man ja mit seiner Wortwahl oft sehr aufpassen, um nicht von “Supernanny Godwin” auf die “Braune Treppe” geschickt zu werden… aber das sind Gedanken für einen sehr viel durchdachteren Post als diesen… und eigentlich will ich mich ja freuen.

Ich weiß noch nicht wieso, aber als ich gestern eine Dokumentation sah, welche die Abläufe des neunten Novembers 1989 in einer sehr menschlichen Art protokollierte, kam ich aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Zugegeben, man kann sich dieses Jahr gar nicht vor Berichten, Reportagen und Abendfüllenden Dokumentationen retten, die einem selbst mit dem Detail zuwerfen, aus welcher Richtung der Wind am 9.11.89 wehte – aber die Reportage hab ich wirklich gerne gesehen. Besonders als der eine Ex-Grenzer meinte: “Da war mir das auch egal und ich hab gesagt sie sollen einfach alle wieder durchlassen.” musste ich laut lachen. Natürlich hab ich mir nicht gemerkt, wie sie heißt und welcher Sender es war, wenn also irgendwer sich die gleiche Doku angeschaut hat wäre ich sehr über einen Hinweis auf deren Titel verbunden. Ist Euch schon mal aufgefallen, dass das die einzigen Dokus sind die nicht über Dramen berichten?

Ansonsten: Yay! 20 Jahre Deutschland!

Ich will Euch eigentlich nicht erzählen,
dass ich momentan (in meiner schnorrenden Art und Weise habe) mir Fallout 3 gekrallt… und muss sagen: “Meine Güte warum hab ich das noch nicht viel früher gespielt?” Großartig kann ich nur sagen, so dass ich mit dem Gedanken spiele mir die “Game of the Year”-Edition zu besorgen.

Das meh. zum Sonntag, 5.0 out of 5 based on 1 rating