7 Nov
Sorry, wollte heute eigentlich mehr schreiben als diesen Post hier, aber mir drückt momentan mal wieder der Weisheitszahn und da geht das Denken nicht so gut, wenn kein Aspirin im Haus ist.
Cats and Dogs
Hunde sind drollige Lebensgefährten, meistens jedenfalls. Wenn sie einem selbst ‘gehören’ sind sie sowieso immer drollig – keine Kompromisse. Ganz egal ob ihre Schulterhöhe über der eigenen Hüfthöhe liegt, sie aussehen als hätte man sie frontal vor die Wand gefahren, sabbern wie ein Zimmerspringbrunnen oder sich zwischen 22 Uhr nachts und 7 Uhr vormittags bei der Nachbarschaft beklagen, dass Herrchen auf Nachtschicht ist – “drollig” ist das Wort der Wahl.
Im Gegensatz zu Katzen hat man bei Hunden auch nicht den Eindruck, dass die Kommunikation relativ einseitig verläuft, noch dass der canide Begleiter einem hintenherum seinen Willen aufzwingt. Mehr noch, über einen kurzen Zeitraum lernt Herrchen relativ schnell, wie er “Wuff”, “Wäff” und “Awuwuwuwuwuwuwhuuu” zu interpretieren hat (“Ich seh da was!”, “Ich will spielen! / Ich habe Hunger!” und “Es ist jemand an der Tür!”) und im Gegenzug lernt des Menschen bester Freund, wie man “Sitz”, “Platz” und “Gib Pfote” macht. Hunde sind ziemlich direkt und meistens auch einrichtungs-schonender als Katzen:
Ein Hundeleben
Allerdings gibt es viele Dinge über die man oft nur den Kopf schütteln kann. Besonders was das Verhalten des zugehörigen Hundebesitzers angeht, was denn unbedingt erforderlich für den Vierbeiner sei, geht meistens in eine die fachgerechte Verhätschelung über, die ich als überflüssig, nicht hundegerecht und – nun ja – dekadent betrachte.
Ich weiß ja nicht wie es Euch geht, aber allein schon der Gedanke, dass es in amerikanischen wie deutschen Großstädten “Hunde-Star-Friseure” sowie “Luxus-Hundehotels” gibt, deren unterste Preisvorstellungen in anderen Ländern eine ganze Großfamilie durchfüttern können, lässt mich den Eindruck gewinnen, dass gewisse Leute auf diesen Planeten einfach zu wenig Steuern zahlen.
Hundeschmuck, Hundeschuhe, Hundepullover, Hundetragetaschen gibt es und grundsätzlich gibt es auch die wirklich wichtigen Dinge wie Näpfe, Spielzeug, Leinen und Pflegeprodukte in der Chanell-No.5-Ausführung. Ressourcenverschwendung, ein Hund braucht maßgeblich Futter, Zuwendung und Auslauf, aber ganz sicher keine Manolo Blahniks. Welches Lebewesen, dass mit Vorliebe am Hintern seiner Artverwandten herumschnüffelt, gibt einen feuchten Hundekot darauf, welche Farbe seine Tragetasche hat oder ob im Hundehotel ein Original von C.M. Coolidge hängt?
Klimakiller Hund
Mit diesen Super-(Reichen)-Herrchen und -Frauchen im Hinterkopf kommt jetzt auch noch der definitive Beweis, dass Hundebesitzer an sich bereits schon das pure, dekadente Böse sind:
Ein Hund belastet das Klima mehr als ein Toyota Land Cruiser, wenn man den Berechnungen von Robert und Brenda Vale glauben darf. Die gehen so: Ein mittelgroßer Hund verzehrt im Jahr 164 Kilogramm Fleisch und 95 Kilogramm Getreide. Zur Produktion sind 0,84 Hektar landwirtschaftliche Fläche nötig. Dagegen reicht zur Betankung und Herstellung eines Geländewagens angeblich die Biomasse von 0,41 Hektar.
…so berichtet heute “Die Zeit“.
Gut, ich bin kein Experte, aber ich würde jetzt vermuten, dass unser Hund niemals so viel CO² wie ein Mittelklassewagen produziert. Außerdem ist es bei Hunden generell so, dass sie vor der “Inbetriebnahme” nicht in einem energieaufwändigen Prozess, aus nicht nachwachsenden Rohstoffen zusammengeschustert werden müssen – es sei denn natürlich sie hören auf den Namen “Aibo”.
Selbst wenn man einen Mercedes-Benz vergraben könnte, um dann zwei Jahre später schon die ersten Smarts vom Baum pflücken zu können, läge das Problem eher in der Art wie wir unsere Nahrung anbauen und mit was wir unsere Hunde füttern, aber nicht an den Vierbeinern selbst. Darüber hinaus haben Hunde meistens eine längere Halbwertszeit als die heutigen Fahrzeuge, es sei denn sie werden von selbigen in ihrer Funktion abrupt unterbrochen…
Wieder haben wir hier eine Aufregung die – wie so oft – sich über die Details den Mund zerreist, aber zwei wichtige Dinge übersieht.
Erstes Ding
Nach kurzer Recherche habe ich im Internet zwei Zahlen gefunden: In Deutschland gibt es ca. 5 Millionen Hunde und ca. 50 Millionen angemeldete Fahrzeuge. Selbst wenn wir nun die Milchmädchen-Rechnung anstellen, dass jeder Hund – egal welcher Größe – doppelt so viel verbraucht wie ein durchschnittliches Fahrzeug, Autos tatsächlich auf Bäumen wachsen und für die Endlagerung biologisch abbaubar sind UND alle mit purem Biodiesel/Frittenfett fahren… komme ich immer noch auf fünf Mal so viel Ressourcen, die in Deutschland durch Autos verbraucht werden denn durch Hunde.
Zweites Ding
…wie viel verbraucht eigentlich ein Mensch? Gut, ich will jetzt Hunde und Menschen nicht auf eine Stufe stellen, aber wenn wir schon anfangen Lebewesen mit Objekten zu vergleichen, (welche wir problemlos sprittsparender und rohstoffschonender bauen könnten – versucht das mal mit einem Hund), ist der Sprung zum Menschen/Hunde-Vergleich auch nicht mehr weit.
Eine erschreckende Tatsache ist, dass wenn man diese Gedanken weiter und weiter zurückverfolgt, man zwangsweise auf eine sehr menschenfeindliche Denkweise kommt. Von “Es gibt zu Viele Hunde.” gelangt man zu: “Es gibt zu viele Hundehalter.” und von dort schließt man relativ schnell auf: “Es gibt zu viele Menschen.”
Letztendlich taucht hinter solchen Überlegungen immer wieder die unfeine Erkenntnis auf, dass wir alle wie die Maden im Speck leben können – wenn es einfach nur halb soviel Maden gäbe, die sich den jetzigen Speck teilen.
Der Trend geht zum Zweithund
Aber jetzt hat man wenigstens etwas, auf das man die Schuld schnell abwälzen kann, wenn man gefragt wird, warum man als kinderlose Großstadtbewohner mit zwei Sprit-fressenden SUVs durch die Gegend eiert.
“Finden sie es nicht unverantwortlich mit sowas, statt einem Kleinwagen durch die Gegend zu fahren?”
“Pah kommen sie mir doch nicht so, Sie Hundebesitzer!”
Zugegeben ich will es nicht verneinen, einen Hund zu besitzen IST Luxus und in unserer Gesellschaft keine Notwendigkeit mehr, die den Fuchs aus dem Hühnerstall jagt. Aber könnten wir bitte erst damit anfangen, zu überlegen ob unsere Hunde uns die Polarkappen wegkacken, wenn wir die Autos wesentlich umweltfreundlicher bekommen haben?
21 Kommentare for "Warum ein Hund so dekadent wie ein SUV ist"
Da ich grade irgendwie keine Lust hab so viel zu lesen muss ich als Katzenfan mal sagen Katze > Hund!
Herr Müller, Ihre Katze hat unseren Rottweiler umgebracht !
Wie Das denn?
Er ist dran erstickt…
*hat sich das durchgelesen, findet Hunde aber trotz ziemlicher albernheit der oben genannten Rechnung Katzen wesentlich besser^^*
Die stinken nicht so und sehen schöner aus, außerdem sind sie nicht so treudoof
Mist ich war zu schnell mit dem “Jetzt Kommentieren”-Button
Ich mag Hunde lieber als Katzen, das liegt nicht nur an meiner Katzenhaarallergie.
Und wer behauptet ein Hund wäre Klimaschädlicher als ein Auto, gehört eingewiesen…
Wie du schon gesagt hast, Zach, der Vergleich hinkt *Sarkasmus-Stimme* minimal..
Ich sehs schon kommen: Hier werden sich Katzen und Hundeliebhaber in zwei Lager spalten und bekriegen *gg*
Und ausgerechnet heute hab ich meine Katze abgeben dürfen ;| …
Apropo milchmädchen rechnung … Zach ;D Es gibt da nenn stein … in dem is eingemeiselt das wir vernichtet werden solln ;D … in ka Oo? mehrere sprachen sogar …
;D
Ja das war der Mayakalender :D
Katze > Hund! Dem kann ich nur zustimmen!
Und zum Thema Vergleich Hund < -> Ding… leider gelten Haustiere meines Wissens nach Deutschem Recht immer noch als Ding. Wer Nachbars Lumpi erschlägt, weil der sich darüber beschwert hat, dass Nachbar auf Nachtschicht ist, wird für Sachbeschädigung belangt.
Hund > Katze
Ich versklave mich doch nicht für ein Tier, was mein Wohnzimmer verwüstet, im allgemeinen total rücksichtslos durch die Welt geht, einen Dreck auf das gibt was ich sage und total undankbar ist, obwohl ich der mit dem Futter bin…
Nun…
Ich mag sowohl katzen als auch hunde. Allerdings bin ich nur mit einem dieser beiden sorten pelzwesen vertraut genug das ich damit leben moechte…. und welche sorte das ist, kann man an meinem nickname doch ganz gut erkennen. Wuff! :)
Wenn wir aber schon mal dabei sind unsinnige vergleiche abzuschliessen, dann wuerde mich doch mal interessieren wie denn im vergleich Auto/Hund/Kind das kind abschneidet, und zwar inklusive der gesamten volkswirtschaftlichen kosten, unter beruecksichtigung der wahrscheinlichkeit das ein kind von heute in 20 jahren arbeitslos ist, es bleibt, und vom sozialsystem durchgefuettert werden muss…..
Zynisch wie ich bin, ist mir da ein hund immer noch lieber, der ist knuddeliger, macht nicht so viel krach und bei weitem nicht so viel aerger. ;)
“Die Erfinder der Endlösung waren noch keine Kleiwagenfahrer” – Volker Pispers
Soviel dazu
Ohh ohh Efe
“Ich versklave mich doch nicht für ein Tier, was mein Wohnzimmer verwüstet, im allgemeinen total rücksichtslos durch die Welt geht, einen Dreck auf das gibt was ich sage und total undankbar ist, obwohl ich der mit dem Futter bin…”
Dann solltest du niemals Kinder bekommen :=).
PS: Ja ich mag Katzen auch viel lieber als Hunde. Das Miauen ist 10 mal schonender als son doofes und unästhetisches Bellen :).
Jap. Katzen sind wenigstens Süß, Knuddelig und ab und zu nett zu dir. Kinder sind nur höchst selten süß und knuddelig^^ (Naja ab 6 Jahren aufwärts nichtmehr)
Mrx: Immer diese Kinderhasser! Will sehen wie dir deine Katze die Rente bezahlt ;)
Zum Thema Katze vs Hund.
Ein Hund freut sich jedes mal wenn du nach Hause kommst und begrüßt dich herzlich, eine Katze meckert, wie lange du schon wieder weg warst und dass du endlich die Tür aufmachen sollst.
Eine Katze fordert ihr essen und verwüstet so lange deine Wohnung oder macht Sachen von der sie wissen müsste, dass sie es nicht darf, bis ihr Wille erfüllt wird.
Eine Katze würgt ihr mühsam erfordertes Essen mit Höchstgeschwindigkeit runter als würde es ihr jemand wegnehmen und kotzt es dann mitten auf den Wohnzimmerboden um fünf Minuten später die CD Sammlung aus dem Regal zu räumen weil sie irgendwie schon wieder Hunger hat.
Wenn ein Hund mal kotzt,weil er krank ist ist ihm das sowas von peinlich, dass der das Ganze wieder aufleckt (!), ich mein eklig aber ihm ist dann wenigstens klar, dass man sein Mittagessen nicht aus zweiter Hand auf dem Boden sehen will.
Ich hatte beides schon und mir ist inzwischen klar, was mir lieber ist, wenn ich die Wahl habe meines Haustiers Freund oder Personal zu sein.
Oggl wenn die Kinder von den jetzigen 18/19/20 Jährigen dann die Rente zahlen sollen… Viel wird da nicht rüberkommen für den einzelnen. Sind zu viele alte für zu wenig rentenzahler
Ohje, da isser der Glaubenskrieg zwischen Hund und Katze, der interessanterweise zu ner existenziellen Frage zum Thema Kinder und Rente wird…
Naja, also was Zachs Post angeht: L O L usw… “Milchmädchenrechnung” ist für solche Sachen noch gewaltig geschönt…
Was den “Hunde-vs-Katzen-Fight-of-teh-Millenium-Event”. Hunde sind definitiv dankbarer, brauchbarer und sozialkompetenter, als es je eine Katze sein kann.
Ok, “Hunde vs. Katzen” abgearbeitet. What else? Ach ja – nice Video.^^
Und jetzt geh ich mir erstmal ‘n SUV kaufen, um meine Hunde damit spazieren zu fahren…
Da in meinem Heim 4 Kater residieren, is klar, auf wessen seite ich stehe…
Katzen sind schon Dankbar, meist sitzen sie auf meinem Schoß und schmusen mit mir.
Wenn Katzen ihr essen auskotzen hat das meist was mit haaren zu tun, dagegen gibts so pasten und sowas.
und das Hunde ihr zeug wieder auflecken beweist, das sie gierig sind, dumm und feige, da sie einem konflikt lieber aus dem weg gehen…
Katzen sind obendrein noch Reinlicher. Sie machen ins Katzenklo und verscharren es, und machen nicht irgendwo auf die Straße, dass Leute reintreten….
An meinem Schreibtisch sitzt und die Katze die neben mir auf “ihrem” Stuhl schläft streichel.
Ich versklave mich doch nicht für ein Tier, was mein Wohnzimmer verwüstet, im allgemeinen total rücksichtslos durch die Welt geht, einen Dreck auf das gibt was ich sage und total undankbar ist, obwohl ich der mit dem Futter bin…
ist das nicht eigentlich genau das selbe was der Mensch macht? so im übertragenen Sinne, nur katzen kommen dabei immer noch besser weg xD
Mal das Ganze “Katze Hund Kinder” Thema bei Seite:
Es ist nicht wirklich das CO2, welches derzeit ein Klimaproblem darstellt, Zach. Das wird nur gern erzählt, da der CO2 Ausstoß am leichtesten zu reduzieren ist und sich damit quasi jeder Konzern einen grünen Anstrich verpassen kann, während die wirklichen Gefahrenstoffe weiter rausgeblasen werden.
(zB http://www.greenpeace.de/themen/klima/klimawandel/artikel/welche_treibhausgase_verursachen_die_erderwaermung/)
Allein das Methan, was durch den Fleischfresswahnsinn (“zu jeder Mahlzeit gehört ein Stück Fleisch” ist heutzutage nicht mehr nur Binsenweisheit sondern die Quasi-Religion der westlichen Welt) jährlich von Schweinen und Rindern ausgestoßen wird kann es von der Klimagefährdung locker mit allen weltweit fahrenden PKWs aufnehmen.
Und genau da kommt der Hund ins Spiel. 164kg Fleisch sind verdammt viel. Der durchschnittliche Deutsche isst im Jahr ca. die Hälfte an Fleisch (Wikipedia sagt 60kg, unverarbeitet und mit Knochen kommen ca. 20kg oben drauf). Selbst wenn man optimistisch davon ausgeht, dass die Hälfte des Verzehrs des Hundes Dinge sind, die der Mensch maximal noch in einen Eintopf haut (Ohren, Füße, Zunge, Innereien), verbraucht der Hund immer noch genau soviel wie sein Halter. Und damit verdoppelt man als Päarchen ohne Kinder aber mit 2 Hunden seinen ökologischen Fußabdruck mal eben.
Das Problem an SUVs und ähnlichen Fahrzeugen ist eher der Treibstoffhunger, aber das steht wieder auf einem ganz anderen Blatt.
Hund > Katze
Die Tiere haben für mich einfach mehr Charakter. Katzen, die mich mit ihrem Getue und Geschnurre manipulieren, sind mir schlichtweg zu eigen. Und überhaupt mögen mich Katzen nicht, was in Verbindung mit deren Krallen eh großer Mist ist: trau ich mich dann doch mal zu nah an eine Katze heran kann ich mich bei emoVZ anmelden..
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