31 Okt

Ja, es ist mal wieder Zeit für den obligatorischen Ich-Mag-Halloween-Nicht-Rant und zugegeben, inhaltlich bleibe ich damit recht nah an meiner Meinung vom letzten Jahr, in der ich nun mal sage, dass ich Halloween nicht mag. Allerdings hatte ich bis jetzt einige Gelegenheiten darüber nachzudenken – also 365 davon.
Zuerst einmal an alle neuen Leser, die sich den anderen Post (und den auch) für später aufsparen:
Das was ihr nun erfahrt, ist einer meiner etwas ‘schitzophrenen’ Lebens-Einstellungen, zumindest würde das der Kader der fanatisch und über die Maßen Halloween-Begeisterten sagen, die einen ausgehöhlten Kürbis nicht von einem Großen Alten unterschieden können. Ich liebe zwar alle Arten von Horrofilmen, Games oder Literatur, aber ich mag Halloween einfach nicht. Und ja, ich komme mir immer noch wie ein invertierter Ebenezer Scrooge vor, der unwillkürlich jedes Frisoesen-Schaufenster im Vorbeigehen anknurrt, in dem man einen Geistersticker ausmachen kann.
Das wirklich enttäuschende an dieser Lebenseinstellung ist, dass ich trotz dessen bis jetzt noch nicht am Abend des 31ten von den Geistern des verstorbenen Edgar Allan Poe, H.P. Lovecraft und Jack Skellington besucht wurde – nicht mal Hans Clarin hat sich herabgelassen um etwas mit den Ketten zu rasseln. Darüber hinaus habe ich das Gefühl, dass wenn mich heute abend überhaupt etwas Gruseliges besucht, es vermutlich Michel Friedmann sein wird, der mir die Biographie von Guido Westerwelle vorliest und dabei die Stimme von Paris Hilton imitiert – das würde mich bis an mein Lebensende zu tiefst verstören.
Aber ganz im Ernst: “Müssen wir eigentlich jeden Dreck, der aus dem Westen kommt, übernehmen?” …und wenn wir es tun, dann noch nicht mal richtig? Immernoch schneiden die Blicke von Kindern und Müttern mich in kleine, praktische Canapé-Würfel, wenn ich sage: “Wir haben nichts!” und “Kommt im Februar noch mal wieder!” und dann die Mini-Sklaven des Zucker-induzierten Wahns mit Tränen in den Augen abwandern und das tun sie wegen welcher alt eingesessenen Tradition nochmal genau?
Nein, das wahre Problem ist, dass dieser Feiertag hier nur halb-ärschig zelebriert wird. Wenn es Halloween schon gegeben hätte als “ich noch Jung war” (das war als die Welt schon uralt war) wäre das vermutlich mittlerweile wohl anders, doch dieser Trend sich seit den 90ern entwickelt hat ist nichts Halbes und nichts Ganzes… meine Güte klinge ich alt, ich sollte mir einen Gehstock kaufen, den ich mit einem grimmigen Blick in Richtung der Nachbarskinder wedele.
Doch stellt Euch mal vor, Ihr nehmt am aussterbenden Weihnachtssport des “Tür-zu-Tür”-Singens teil, würdet Ihr dann bei der netten, Kopftuch-tragenden Familie von nebenan die Geburt des Heilands verkünden? Okey, das wäre vermutlich der einzige Grund für mich, mich in der Nähe solcher Weihnachtlichen Quarktaschen aufzuhalten, nur um zu sehen wie die Familien Babacan, Goldberg und Tae-Young drauf reagieren. (Ich sagte “in der Nähe aufhalten” nicht “mitsingen”.)
Hier muss jeder, der an der Haustür zufällig in diesen Wahnsinn hineingezogen wurde, gute Mine zum bösen Spiel machen. Was hab ich denn von dem Feiertag, was bringt es mir denn Süßigkeiten zu kaufen und sie an die Kinder zu verteilen? Wenn ich sie nicht kaufe sinkt mein Nachbarschafts-Ruf pro enttäuschen Kind um 1000 Punke, kaufe ich Süßigkeiten kommt vermutlich keines dieser Biester und mit legt sich die ganze Schokolade auf die Hüften.
Und warum muss ich den Zahnspangenmonstern und Zuckergeistern lächelnd Süßsigkeiten geben – werde aber schief angesehen, wenn ich eine Flasche Ketchup und das Beil neben der Haustür deponiere und auf die Frage nach dem ‘Warum’ mit einem: “Um kleinen Kindern Angst zu machen.” antworte.
Wenn ich den ganzen Tag als Romero-Zombie herumlaufen und kleinen Kindern ein Trauma verpassen kann, ohne dass die Leute mich für einen Irren halten…
Varl:
Zu spät!
…dann verteile ich auch Süßigkeiten und stelle Jack-O-Lanterns auf. Oder man lässt zumindest erwachsene, ledige Männer von Haustür zu Haustür ziehen und Bier einsammeln… halt, das gibt’s schon, das ist der Junggesellen Schützenverein.
Schlagworte: Halloween
10 Kommentare for "Die Halloweennachts Geschichte – Teil 3"
<— Mag Halloween, ich bin zwar auch zu alt für Halloween und das damit verbundene Süßigkeiten sammeln und ich wohn so abgeschieden das kein Mensch hier klingelt (nichtmal die Polizei klingelt hier weil sie es nicht finden, ich mach mir schon sorgen wenn unsere Briefträgerin oder unser Paketbote in Rente gehen… am besten Miete ich irgendwo eine Wohnung mit Garagenvertrag damit ich noch Post und Pakete bekomm) aber ich mag Halloween trotzdem, ich find einfach das ganze drum herum toll, ist auf jedenfall spannender als dieses komische St. Martin gedöhns, und die Blagen singen wenigstens nicht, allein dafür hätten die Süßigkeiten verdient…
und es kommen die besten Simpsons Folgen die es gibt, die Treehouse of Horror folgen, klar kennt man die alle schon, aber die sind trotzdem immer wieder lustig *g*
Halloween wirkt einfach moderner und nicht so angestaubt und (damit steh ich bestimmt wieder allein weil zu radikal usw.) steh ich einfach darauf das dieser Tag der Katholischen und Evangelischen Kirche ein Dorn im Auge ist *g*
“Müssen wir eigentlich jeden Dreck, der aus dem Westen kommt, übernehmen?”
Das stimmt so nicht ganz. Halloween war ursprünglich ein heidnischer Brauch der Kelten.
http://www.dasschwarzenetz.de/kalender/10/3110.htm
Jetzt fragt sich natürlich wie die sehr christlichen Ami´s ausgerechnet auf die Idee kommen ein heidnisches Fest zu feiern. Da der Punkt mit den Süssigkeiten wirklich aus Amerika kommt, behaupte ich ganz kühn die Lobby der Süsswarenindustrie hat ganze Arbeit geleistet. So hat man neben Ostern und Weihnachten noch einen dritten Tag um den Umsatz hoch zu treiben. :)
“Jetzt fragt sich natürlich wie die sehr christlichen Ami´s ausgerechnet auf die Idee kommen ein heidnisches Fest zu feiern.”
Jüdische Weltverschwörung!
Ist doch im grunde das gleiche mit dem Valentinstag. Wenn man jemandem was schenken will muss man sich doch ned an so nen blöden Tag halten Q.Q
“Jetzt fragt sich natürlich wie die sehr christlichen Ami´s ausgerechnet auf die Idee kommen ein heidnisches Fest zu feiern.”
So ziemlich jeder christliche Feiertag war mal n heidnisches Fest.
Jupp auch weihnachten. Das ist nur am 24. weil die Heiden da ein Fest hatten und die Kirche wollte nicht, dass die weiter das heidnische feiern
Sonn-Tag? *hust* Kaiser Konstatin *hust*
Das Christentum ist eh eine Mischreligion…
Nur könnte ich streng genommen nicht sagen ob das die restlichen auf der Welt nicht auch sind, nur wissen wir es halt beim Christentum am genauesten…
Vorweg: Finde den Halloween-Trend ebenfalls furchtbar. Reine Geldmacherei herübergetragen durch die Medien. Aber mal kurz zur “Geschichte” Halloweens, da sich manche hier wundern, wie es hierher kam:
Halloween wurde von den irischen Einwanderern nach Amerika getragen vor ein paar hundert Jahren. Es war in Irland ein heidnisches Fest. Nun wurde es im Sinne des Kommerzes, der damit reichlich gemacht wird, nach Deutschland geschleppt.
Und noch kurz zu Weinachten und “heidnisches Fest”: Weihnachten ansich ist ein christliches Fest. Geburt Jesu eben. Was aber tatsächlich stimmt, ist, dass der Termin an das winterliche Sonnenwendfest der Heiden angepasst wurde. Da kommt auch der Weihnachtsbaum her. Es wurde sozusagen “vermischt” um es den Heiden einfacher zu machen die Kirche zu akzeptieren.
Ich mag Halloween auch nicht, mir gehen die ganzen nervigen Kinder, die im 10-Minuten-Takt an der Haustür klingeln, während man versucht mit einer Freundin einen Horrorfilm auf DVD zu schauen, einfach nur auf den Senkel.
“… meine Güte klinge ich alt, ich sollte mir einen Gehstock kaufen, den ich mit einem grimmigen Blick in Richtung der Nachbarskinder wedele.”
Tja Zach, als wir noch jung waren, war Pluto noch ein Planet und das Happy Meal noch die Juniortüte :D, Hauptsache ist doch, dass wir uns nicht alt fühlen.
Seit wann Halloween bei uns so populär ist? Golfkrieg Eins (naja, zum mindest nach der westlichen Zählung) führte dazu, dass Fasching aus Gründen der Betroffenheit und Solidarität ausfiel. Mittels gezielter PR-Aktionen wurde, um nachhaltigen Umsatzeinbrüchen vorzubeugen, hierzulande der neue Feiertag gehypt. Das Ergebnis sieht man
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