Ha, erster Post vom Laptop (uraltes Ding, aber zum Schreiben reicht es – mehr muss ich aber auch nicht)! Ich bin zwar dieses Wochende nicht da, aber allein lassen werde ich Euch nicht.

Aber zum Thema:
Eine der Sachen die mir immer noch Rätsel aufgibt ist die Wahl. Ok, ich gebe es zu, ich bin immer noch nicht darüber hinweg.

Aber ich würde schon gerne wissen, ob es sich bei den 5% die die FDP mehr als sonst hat, um einen gemeinschaftlichen Retard-Moment einiger Leute handelt. Oder haben oder mit einem Mal alle (Klein-)Unternehmer die vorher – des sozialen Gewissens wegen – die SPD oder die Grünen gewählt haben, im Schatten der Wirtschaftskrise lieber die FDP gewählt?

Was mich zu diesen Überlegungen bringt, sind zwei Artikel von welt.de. Oder besser ein Satz aus einem dieser Artikel, der zunächst aber diese Passage enthält:

Aber so parzelliert, so Klientel-bezogen, ist das meiste von dem, was aus den Koalitionsverhandlungen nach draußen dringt. Besser verdienende Eltern, Steuerberater, begabte Akademiker-Kinder, Hartz IV-Empfänger mit Wohneigentum (insgesamt etwa 20.000 Leute) – das sind diejenigen, die profitieren sollen. Es sind aber nicht diejenigen, die es am dringendsten brauchen. Die Bedürftigen brauchen auch nicht in erster Linie Geld. Sie brauchen Zuversicht, Bildung, Durchlässigkeit.

Aus den bisherigen Koalitionsverhandlungen dringt kein Hauch von Zukunftsentwurf. Wie wollen wir leben? Das ist die Frage, die Politik im Gespräch mit den Bürgern beantworten muss. Zu den großen Fragen – Überalterung der Gesellschaft, Abrutschen in die Unterschicht, Klimaschutz – hat Schwarz-Gelb bisher nichts verlauten lassen.

Na! Wer hätte auch damit rechnen können, dass unter einer Schwarz-Gelben Regierung Atomkraftwerke länger laufen werden und die Besserverdienenden entlastet werden? Ob die Nachricht, dass es angeblich in Biblis drunter und drüber geht, die Leute nun beunruhigt? Allerdings kannte der Autor dieses Artikels nicht den folgenden Artikel, welcher zeigt, dass sich die neue Regierung durchaus mit der Überalterung auseinandersetzt: Denn die Pflegeversicherung wird privatisiert, künftig darf jeder Bürger für die Zukunft Geld an die Seite legen für den Fall, dass man vor dem Abnippeln pflegebedürftig wird. War bereits am Anfang der Koalitionsverhandlungen das Motto  „Mehr Netto vom Brutto“ schon Utopisch, kann ich jetzt nur mit dem Finger auf jeden zeigen, der sich davon hat ködern lassen.

Doch die Krone wird dem Ganzen vom Abschlusssatz des ersten Welt-Artikels aufgesetzt:

Es fällt einem wie Schuppen von den Augen: was hier fehlt, ist ein Hauch von Grün!

Und da ist es wieder… das unangenehme Grün-Rote-Gewissen, welches bei der Nachricht, dass die neue, „bürgerliche“ Regierung Deutschlands eben so bürgerlich ist wie es Geldadel nur sein kann, wieder zurück in das Unterbewusstsein kriecht. Dabei ist die Überraschtheit, dass da etwas „Grün“ oder etwas „Rot“ fehlt, meiner Meinung nach so bigott wie es nur sein kann.

Und wieder sind wir bei der Frage, warum hat man so gewählt, wie man gewählt hat? Selbst einige Experten sind verwundert, warum zwar ein Großteil von Deutschland zwar ‘weiß’ was man bräuchte, um diesem Land als Ganzes zu helfen, aber dann Parteien gewählt werden, die eben nicht die entsprechenden Punkte im Programm haben. Ich glaube ja immer noch, dass sich zu viele Leute von dem „Das kann man ja gar nicht finanzieren!“-Mantra haben überzeugen lassen… auch wenn ich mich dabei immer wieder frage… wo kamen diese 400 Milliarden noch mal her?

Quellen: welt.de (2), spon.de

Das Rot-Grüne-Gewissen schlägt zurück, 4.2 out of 5 based on 15 ratings