15 Okt

Nicht nur, dass mein Bier alle ist – nein – darf man einer Newsmeldung auf pcaction.de glauben, ruft der Verein “Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden” zu einer “Killerspiele”-Vernichtung am Samstag den 17ten Oktober in Stuttgart auf.
Der Name des Ganzen heißt übrigens “Familien gegen Killer-Spiele”. Vor der Staatsoper steht ein Kontainer bereit , in dem Spiele, die das töten von Menschen simulieren, eingeworfen werden können.Der Verein selbst beschreibt die Aktion so:
Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden wurde am 23. März 2009 gegründet von den Initiatoren des „Offenen Briefes“ an den Bundespräsidenten Horst Köhler, die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und den Ministerpräsidenten Günther Oettinger. Es besteht aus betroffenen Familien der Opfer des Amoklaufs am 11.März 2009.
Ah , endlich lebt alte deutsche Tradition wieder auf! Und ich dachte, dass erst meine Kinder und Enkel mitbekommen werden, wie man sich gemeinschaftlich auf einen Platz trifft um Kunstwerke und Unterhaltungsmedien auf einen großen Haufen zu werfen und diesen dann der Zerstörung übergibt. Ich hoffe die haben einen Grill da, CDs sind zum Rösten von Thüringer total ungeeignet.
Wenn ich bis Samstag noch nach Stuttgart kommen sollte, steht fest welche Position ich beziehe… nämlich die im Container. Wär schon schön blöd, sich die ganzen Spiele entgehen zu lassen. Wenn der aber zu klein ist, werde ich mit 10 Euro in den Mediamarkt gehen, und mir dort Billigspiele für 1€ kaufen und damit an der Tombola teilnehmen.
…also nein wirklich, macht das! Kauft die Softwarepyramide leer und versucht das T-Shirt zu ergattern, das mein ich ernst.
Danke an Xelpor für den Hinweis!
Quelle: pcaction.de
Schlagworte: Killerspieldebatte
19 Kommentare for "“Killerspiele”-Vernichtung in Winnenden"
Ein Hoch auf urdeutsche Traditionen und Wertvorstellungen! Zurück zu den Wurzeln, denn früher war ja alles besser. Da herrschten noch Zucht und Ordnung.
Wenn das der F****r wüßte!
Aber mal ernsthaft… Was soll der Mist? Wann genau hat sich diese “1-a-erprobte-Sündenbockpolitik” gewürzt mit “ich schau-weg-so-lange-es-geht-und-wenn-es-nicht-mehr-geht-dann-verurteile-ich-das-Ergebnis-und-ignoriere-die-Ursache” eigentlich wieder so stark durchgesetzt?
Warum stellt keiner nen Container auf, in den die Idioten ihre Waffen reinschmeißen können? Oder ihre Schützenvereinsmitgliedskarten? Oder einen großen Käfig wo all die Leute reingesteckt werden, die im Vorfeld weggesehen und “nie was bemerkt” haben, außer daß der Täter “etwas seltsam war/gehänselt wurde/schlechte Noten hatte/depressiv und einzelgängerisch wirkte usw.”
Oder am besten gleich einen Castor-Behälter, in den alle Politiker verpackt werden, die solche Aktionen für politisch korrekt und eine echte Lösung halten…
Vorsicht: folgendes ist Satire und mit Vorsicht zu genießen!
Danach gibt es mit Einbruch der Dunkelheit einen gemeinsamen Fackelzug an allen Game Stop-Fillialen vorbei. Ausgerüstet mit Stock und Stein darf jeder die Scheiben im Glanze der Fackeln zersplittern.
Ein Familienspaß für Groß und Klein, der die Familie zusammen rücken lässt und gute, alte Werte betont.
Auf einmal finde ich die Aktion mit dem judenstern unter dem steht “wir verkaufen nicht an gamer” nicht mehr so geschmacklos…..
Hey, heutzutage heisst das “Button” oder “Patch” und wird eh von vielen Gruppierungen getragen.
Was auch cool käme, wäre wenn jemand daneben nen Container für Bücher aufstellt…
Das Leute so dumm sein können, und der Medienscheiße glauben und nicht selber denken können …
Ich hasse unwissende Menschen die sich nicht einer besseren Belehren wollen…
Verstoßt so eine Aktion nicht gegen ein Gesetzt? Kultur vernichtung oder sowas? wohl nicht, weil es ja “Freiwillig” ist. Rufmord könnte man den ja aber anhängen.
Zählt meine uralt-Version von “Theme Hospital” auch zu Killer-Spielen? Ich meine, wenn ich als Leiterin des Krankenhauses was falsch mache, dann sterben die Patienten doch auch…
Ich werf irgend nen alten Müll rein, wohn direkt in Stuttgart :D
Ich hoffe ja das es da irgendwie ne große Gegen Demo gibt, so Flashmob mäßig wo die Gamer sich treffen, am besten alle mit nem Batch auf der Brust wo drauf steht “Gamer” um den Leuten mal vorzuführen wie ähnlich das dort dem ist was damals passiert ist
@xelpor: wie wärs denn hiermit?: http://img162.imageshack.us/img162/5715/gamerstern.jpg
Damals, als es gepostet wurde fand ich das irgendwie geschmacklos, aber leider kommt es der Realität ja immer näher o_O
Exakt das meinte ich… ich war nur zu faul das bild zu suchen *g*
Was mir aber gerade erst auffällt, bisher dachte ich immer, das eines meiner Lieblings T-Shirts http://pcaction.3dsupply.de/shop/detail.php?PID=00002071 zwar Provokant ist, aber nicht der Wahrheit entspricht… ich habe mich wohl geirrt und irgendwie ist es treffend das ich heute morgen, unbeabsichtig genau dieses T-Shirt angezogen habe…
@ Jokpo
Also mit dem Kulturschutzgesetz kommst du da keine 2 Meter weit:
“Gesetz zum Schutz deutschen Kulturgutes gegen Abwanderung”
Das Problem fängt ja bei der Kategorisierung und Bewertung an.
- Was ist denn Kultur bzw. ein (schützenswertes) Kulturgut?
- Kultur kann ein deskriptiver Begriff sein, um etwas besser darstellen zu können (wie z.B: Jugendkultur, Internetkultur usw., was ja nichts anderes ist, als irgendeiner “Strömung” bzw. lokal begrenzten allgemeingültigen Erscheinungsform einen Namen zu geben)
- Kultur kann aber auch normativ sein, also etwas absolutes darstellen (bzw. was sein soll), das gewisse Bedingungen erfüllt, von denen die wichtigste wohl die ist, daß das, was man als Kultur bzw. Kulturgut bezeichnet, einen Grundpfeiler oder zumindest einen festen Bestandteil und Indikator für den Zivilisationsgrad eines sozialen System angibt.
Und in diesem dritten Punkt liegt der Hund begraben. Elektronische Unterhaltungsmedien im allgemeinen und Computerspiele im speziellen fallen definitiv nicht unter Punkt drei.
Das sind Ausdrucksformen unserer Gesellschaft, in der alles immer interaktiver und multimedialer wird, aber sie sind definitiv nichts, was “unerläßlich” dafür ist, daß wir uns als zivilisiert bezeichnen dürfen.
Ohne Multimedia und Computerspiele wären wir immer noch eine Zivilisation mit Werten und Idealen, die uns zu dem machen, was wir sind.
Von daher wird sowas nicht geschützt. Das sind halt einfach zeitgenössische Konsumgüter und keine zeitlosen Grundfesten unserer Selbst.
Mag jetzt vielleicht irgendwie blöd scheinen, aber schaut mal hier. Das halte ich für recht aufschlußreich:
http://lehrerfortbildung-bw.de/bs/bsa/bgym/lehrgang/definition/
@Prudenceh
Das wird erst dann ein Problem, wenn du sie absichtlich tötest, aber das soll dir mal einer nachweisen. Kannst ja immer noch auf “Kunstfehler” plädieren. ;)
@ xelpor
Geh mal davon aus, daß das Flashmobs und Gegendemos geben wird. Zitat von Zachs Quellenangabe-Link:
“Wir haben gerade Herrn Tauss von der Piratenpartei angeschrieben, ob die Piratenpartei vor Ort ist. Antwort: “Halte ich für sinnvoll. Sponti – Aktion wohl auch von Gamern in Vorbereitung …”"
Der nächste MediaMarkt ist sogar in der Nähe der Staatsoper, das könnte sich richtig lohnen, irgend so ein brutales Killerspiel zu holen…
Moment, ich hab meine alte Box mit 5 1/4Zoll Disketten gefunden, gilt Commander Keen auch als Killerspiel? Da bekommt man Punkte, wenn man die Menschen tötet?
Werft für mich North & South mit rein. Wenn ich micg daran erinnere wie intensiv ich den Sezessionskrieg simuliert hab, immer und immer wieder, geb ich mir grad n bischen selbst Schuld an der US-Außenpolitik VOR Obama, denn jetzt wird ja alles anders!
Schmeisst keine Spiele rein! Setzt ein Zeichen und bringt euren Unmut so rüber indem ihr ein paar Bücher reinschmeisst. Wie wäre es z.B. mit dem Buch “Das Erdbeben in Chili ” von Kleist? Immerhin wird am Ende beschrieben wie ein Baby getötet wird.
Ich wohne zu weit weg um meine Deutschbücher darein zu schmeißen. Setzt ein Zeichen!
Warum wohne ich immer zu weit weg? Ich würd mich köstlich amüsieren, wenn sich als Flashmob/Gegendemo hunderte oder tausende Gamer an verschiedenen Läden treffen und “Killerspiele” kaufen würden. Am besten noch mehr, als im Kontainer landen (was nicht schwer werden dürfte, hoffe ich).
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Z. Weandesh, Mith84 erwähnt. Mith84 sagte: RT @Zachrid %u201CKillerspiele%u201D-Vernichtung in Winnenden http://bit.ly/4mS19L [...]
Das einzige sinnvolle wqäre hinzugehen und sich Spiele die man gerne möchte wieder rauszunehmen :D
Ein “Tag-an-dem-wir-Killerspiele-verschenken” fehlt sowieso noch.
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