Als ich gerade in der Blogosphäre unterwegs war, stieß ich auf einen Artikel bei OnlineKosten.de, in dem berichtet wird, dass die US-Regierung amerikanische Blogger dazu zwingen will, ihre Werbe-Einnahmen offenzulegen.

Es handelt sich hierbei um einen Vorstoß gegen Schleichwerbung in Internet-Blogs, nicht die offenkundige Layer-/Bannerwerbung. Die Wettbewerbshüter der FTC (Federal Trade Comission) erließen am 05.10 dazu neue Regeln um die “Empfehlung von Produkten in Blogs” zu kontrollieren.

Es ist gar nicht so ungewöhnlich, dass (bekannte) Blogger Geld oder sonstige Zuwendung dafür bekommen, dass sie ein Küchengerät, Film, Sonnenbrille, Computerspiel etc. im Auftrag des Herstellers testen und es dabei am besten auch noch über den grünen Klee loben. Das Problematische dabei ist, dass Seitens der Hersteller es oft unerwünscht ist, dass der Blogger dazuschreibt, woher er das Produkt/Testmuster bezogen hat und/oder ob er dafür auch noch Geld bekommt… so wirkt der Blogger unabhängig, allerdings wird das Ganze somit natürlich zu Schleichwerbung.

Gute Werbung ist halt teuer…

In Zukunft muss jeder US-Blogger, der ein Produkt oder einen Service positiv bewirbt und dafür Zuwendung erhält, dieses auch kenntlich machen. Es werden hierbei bis zu 11.000 Dollar Strafe veranschlagt und ist der erste Versuch der Regierung Amateur-Werbung zu regulieren.  In welcher Form, geht aus den Richtlinien allerdings nicht hervor.

“Wenn ein Blogger ein Produkt bewertet und dafür Geld oder andere Gegenleistungen erhält, ist das als eine Werbung zu betrachten”, heißt es in den FTC-Regeln. “Folglich müssen Blogger, die Werbung betreiben, die materiellen Verbindungen mit dem Verkäufer des Produkts oder Service offenlegen.”

Allerdings neigt die Behörde anscheinend bei Verstößen zur Milde: Sünder sollen eher mit Warnungen davonkommen als kräftig zur Kasse gebeten werden. “Was Blogger betrifft, konzentrieren wir uns hauptsächlich auf Erziehung”, sagte Richard Cleland von der FTC der “PC World”. “Es gibt da draußen Hunderttausende Blogger. Es ist einfach nicht praktisch, sich mit jedem einzelnen Fall auseinanderzusetzen.”

Grundsätzlich finde ich es von der Idee her nicht schlecht, auch wenn ich denke, dass so etwas eher im “Blogger-Ehrekodex” vorkommen sollte, denn durch ein Gesetz geregelt werden… aber das Geld lockt dann doch mache Leute stellenweise sehr stark. Man muss hier aber erwähnen, dass es schließlich nicht so ist, als würde so etwas nicht auch bei manchen renommierten Institutionen, wie Print- und TV-Magazinen, vorkommen. (Allerdings akzeptiere ich die “Aber Bob hat das auch getan!”-Ausrede generell nicht.)

Trotzdem hoffe ich, dass man sich heutzutage bei Produkt-Tests nicht mehr auf nur auf eine einzelne Stimme verlässt, sondern sich auf mehreren Blogs oder Seiten informiert.

Ha! Seht mich nicht so an! Ich wünschte irgendwer würde mal auf mich zukommen und mich fragen, ob ich nicht ihr Produkt gegen Geld oder Einbehalt des Testmusters testen könnte… Würde ich glatt machen! Aber so wichtig bin ich dann doch nicht. Und ja, natürlich würde ich dabei schreiben, ob ich das Testmuster behalten darf oder nicht, etc.

Quelle: onlinekosten.de

via: “Arg! Jetzt hab ich Idiot schon das Tab zugemacht ohne es mir zu merken welches Blog das war.”

US-Blogger sollen Einnahmen offenlegen, 4.0 out of 5 based on 5 ratings