1 Okt

In einem seit gestern vorliegenden Bericht befürwortet die in Baden-Württemberg eingesetzte Kommission, “Expertenkreis Amok”, als Prävention gegen Amokläufe unter anderem ein Verbot von “Killerspielen”. Auch Internetsperren gegen “absolut unzulässige” Inhalte sind teil ihrer Forderungen.
Der Expertenkreis ist eine Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden und stellte fest, das bei Amokläufern eine “intensive Beschäftigung mit Videofilmen und Computerspielen mit gewaltrelevanten Inhalten auffällig” sei. Darüber hinaus verfügen Amoktäter “zum Teil über enorme Treffsicherheit durch Einübung mit scharfen Waffen oder bestimmten Computerspielen”.
Ja… nach dem ich das gelesen hatte, musste ich meinen hauseigenen Bullshit-Alarm vom Strom nehmen, um nicht taub zu werden. Über die Tatsache, dass man angeblich durch Computerspiele schießen lernen soll, rede ich gar nicht mehr. Allenfalls weiß man, dass man Deckung nehmen muss – aber dass weiß ich auch wenn ich jeden halbgaren Kriegsfilm gesehen habe.
Ich weiß nicht wie oft die Experten noch versuchen wollen, in ihren Berichten falsche Schlüsse zu ziehen und Punkte verbinden, die gar nicht verbunden gehören. Hier wird nicht nur der Rückschluss gezogen, dass nur weil einige Amokläufer sich mit Videospielen auseinandergesetzt haben, alle Videospieler Amokläufer sind (einfach mal so einen generalisierenden Umkehrschluss zu machen ist ja immer sehr beliebt), nein damit man wirklich alle Amokläufer unter einen Hut bekommt, fasst man Videospiele als auch -filme einfach zusammen und führt es dann auf die Spiele zurück.
Oder anders:
Es gilt in diesem Fall nicht nur, dass wenn jeder der Ebola hat, Nasenbluten bekommt, auch jeder der Nasenbluten bekommt auch mit Ebola infiziert ist… Nein, da Nasenbluten oft mit Bluthochdruck einhergeht, hat gleich jeder Ebola der auch einen zu hohen Blutdruck vorweisen kann.
Ich finde wirklich, dass jeder Mensch in Boolescher Algebra geschult werden sollte, damit solche Fehlschlüsse nicht noch öfter passieren.
Der Abschlussbericht empfiehlt dem Land Baden-Württemberg, “den Bund aufzufordern, das Verbot von gewaltverherrlichenden Darstellungen, vor allem bei Computerspielen (off- und online), durch Änderung des Strafgesetzbuches im Rahmen der verfassungsrechtlichen Schranken auszudehnen.” Außerdem empfiehlt der Kommissionsbericht, eine Alterskennzeichnung für Onlinespiele einzuführen und die europäische und internationale Harmonisierung von Jugendschutzrichtlinien zu forcieren, um zumindest im Ansatz die als Probleme gesehene unkomplizierte Verfügbarkeit etwa von Ego-Shootern per Internet einzuschränken. Aus dem gleichen Grund sollen Altersverifikationssysteme etwa bei Computerspielen für Erwachsene im Internet ausgedehnt werden.
*geht zu seinem Schrank mit den Spielen und wirft eines nach dem anderen aufs Bett*
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Darüber hinaus werden bei den Mitwirkern des Expertenkreises unter anderem auch Eltern von Opfern genannt… oder diese wurden zumindest geladen. Nicht, das diese wegen deren Trauer jetzt in Frage stellen möchte, aber die traumatisierten Opfer einer menschlichen Katastrophe zur Entscheidungsfindung heranzuziehen, die darüber hinaus nichts mit dem Auslösen dieses Amoklaufes zu tun haben und einfach nur Opfer sind… ist so fernab von jeder nüchternen, wissenschaftlichen Vorgehensweise, wie Pluto vom Status ein Planet zu sein. Da könnte man ja gleich ein Attentatsopfer zum Innenminister machen und…. oh Moment mal…
Internetsperren, wie sie nach aktueller Planung ausschließlich für Kinderpornografie vorgesehen sind, sollen nach dem Willen der Kommission auch für andere “absolut unzulässige” Inhalte infrage kommen – als Beispiel werden in dem Bericht “Exekutionsvideos” genannt: “Es wäre zu prüfen, ob Provider verpflichtet werden, sämtliche absolut unzulässigen ausländischen Angebote zu sperren, die durch ein rechtsstaatliches Verfahren von staatlichen Stellen auf einer entsprechenden Liste sind und gegen die direkte Maßnahmen im Ausland ohne Erfolg blieben.”
Ich kann mir nicht helfen, aber ich habe dieses Gefühl, dass wenn sich jemand bewusst eine Exekution anschaut, dass dieses bereits ein Anzeichen für eine psychische Erkrankung ist … und so nebenbei, irgendwas sagt mir auch, dass man diese Videos auch so einfach aus dem Internet nehmen kann, wie Kinderpornographie – wenn man denn nur will.
Den Abschlussbericht könnt Ihr übrigens hier finden.
Quelle: golem.de
Schlagworte: Amoklauf, Armes Deutschland, Killerspieldebatte, Politik und Gesellschaft
8 Kommentare for "“Expertenkreis (läuft) Amok”"
Wo kann ich mich für ne Greencard bewerben?
ok wer ist für die einführung eines Realitätsbeauftragten in Regierung und Kommission die sich mit Games ausein… äää dafür gibts keine beschreibung so Dumm sind diese kann mal wer ein Schmipf wort erfinden für diese Dummheit da unten es ist unbeschreiblich einfach *kopf gegen Beton Hämmer*
“[...]ist so fernab von jeder nüchternen, wissenschaftlichen Vorgehensweise, wie Pluto vom Status ein Planet zu sein.[...]”
Nichts gegen Pluto *schnief*, ich habe ihn als Planet gemocht.
Ansonsten kann man wieder mal nur mit dem Kopf über den Bericht schütteln.
Dabei ist der Typ in Winnenden doch so schön stylisch mit ner Axt losmarschiert und hatte nichtmal Schußwaffen =)
Ich muss ja persönlich sagen, dass ich trotz bereits vorangegangener jahrelanger Killerspielerfahrung erst etwas üben musste, bevor ich beim Holzhacken mit der Axt immer so getroffen habe wie ich wollte, aber hey ich bin ja auch kein Experte.
Ist denn noch alles dran?
ach das mit dem beil ist nicht schwer wenn du es einmal raus hast ich machen jeden herbst holz hacken für papi ^^ da siehst dann wo du treffen um es mit einen Hieb zu spalten und ich rede hier nicht von Klein holz sondern von großen scheiben ich finde eher ne brotschneidemaschnie gefährlicher das mit einen kleinen unfall zu tun als ich 11 war aber egal ^^
@ Zachrid
Ja alles noch dran. Aber danke der Nachfrage inzwischen hab ich das ja auch schon ein paar Mal gemacht ;>
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