guido1

Tja, was soll man zu dem Wahlergebnis sagen? Ich bin nicht begeistert und definitiv “not amused” und glaube, dass es schlimmer gar nicht hätte kommen können. Sicherlich werden nun einige Leute sagen “Nun warte mal ab, vielleicht wird es ja ganz ok.” oder “Union und FDP stehen für Bürgerrechte und Wirtschaft!”, aber denen möchte ich folgendes sagen:

Nehmt Euch mal die Parteiprogramme der CDU und der FDP zur Hand und lest sie nochmal genau durch. Dann sollte man sich vor Augen führen, dass diese Regierung nun gewaltig Schulden abbauen will und dazu eine Partei von dieser, das Gesundheitssystem zu privatisieren möchte und auf ein amerikanisches Niveau setzen will… Da wird man sicher nicht das Geld für den Schuldenabbau über eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes rein holen – nein meine Damen und Herren. Aber wer brauch denn schon eine allgemeine Gesundheitsversorgung, mhh?

Sagen wir mal, ich hoffe niemand von Euch Kassenpatienten hat vor, in den nächsten Jahren zum Zahnarzt zu gehen, bzw. sollte sich vorsorglich jetzt schonmal alle Zähne rausoperieren lassen.

Es wird keinen Mindestlohn geben, Privatisierung der Krankensysteme (Kopfpauschale etc.), weniger Geld für Bildung, keinen Atomausstieg, mehr Leiharbeit, mehr Ein-Euro-Jobs und Lohndumping, außerdem wird der Kündigungsschutz gelockert werden usw. (Danke Soothsayer)… so dass mir mich wirklich die Frage stellt, wer hat die FDP eigentlich gewählt? Und wie treffen die meisten Leute hier ihre Wahlentscheidung?

Tatsache ist und bleibt, dass das ewige Genöle gewisser Parteien, die Wirtschaft müsse angekurbelt werden, auf fruchtbaren Boden gestoßen ist und bald werden einige Menschen merken, dass “Wirtschaft ankurbeln” nicht gleich “mehr Arbeitsplätze für mehr Geld” ist – wer dahingehend nur den großen Medien glaubt, wird sehen wo er landet. Wer in den letzten Jahren Wirtschaftsvolumen/-Wachstum und Arbeitsplätze mal aneinander gehalten hat, wird sehen was ich meine.

Wir hatten bisher fast immer eine wachsende Wirtschaft – mit einigen Krisen als Ausnahme.  Wirtschaftswachstum heißt, dass man entweder mit mehr Arbeitern sehr viel mehr herstellt, mit der gleichen Anzahl Arbeitern mehr verdient (durch geringere Löhne), oder mit weniger Menschen genau das gleiche herstellt, und ich glaube nicht, dass wir mehr gut bezahlte Arbeitsplätze bekommen.

Es ist wirklich erschreckend, dass viele Menschen scheinbar nur bei ihrer Wahlentscheidung: “CDU und FDP sind für Wirtschaft, wir sind in einer Wirtschaftskrise, also Wähle ich CDU oder FDP” denken. Ich denke, dass heißt, dass es noch nicht genug Menschen in diesem Land gib, denen es “noch nicht schlecht genug geht”, oder einfach die falschen Leute wählen gehen.

Mehr amerikanische Verhältnisse wird es geben, meine Damen und Herren und die einzige Befriedigung, die ich dann haben werde, ist mich irgendwann mal hinstellen zu können und zu sagen: “Ich habe es ja gesagt.” und zudem jeden blauäugigen FDP-Wähler, der sich irgendwann enttäuscht meldet, offen einen Wahl-Idioten nennen zu können, nach dem Motto: “Hättest Du mal das Parteiprogramm von den Gelben und den Schwarzen gelesen und nachgedacht…”

Aber was hilft sich zu beschweren, nun haben wir den Salat und keine ’68-Bewegung die dagegen hält und so Druck auf die Regierung ausübt, da hilft nur noch das Beste zu hoffen. Manchmal frage ich mich wo wir ohne die heutzutage stünden…