district9

Vorweg: Der Film ist nicht schlecht, sogar der Beste dieses Jahr – das kann ich gleich am Anfang sagen. Allerdings muss ich Euch warnen, dass der Film etwas “over-hyped” ist.

(Dieses Review sollte größtenteils spoilerfrei sein. – Heißt, alles story-relevante was erwähnt wird, weiß man ohnehin in den ersten 10 Minuten.)

Der Film ist bei weitem nicht so innovativ und bahnbrechend, wie manche Reviewer ihn haben möchten. Er ist dennoch überaus spannend und nicht vorhersehbar – wie so manch viele andere Filme in der letzten Zeit. Man sollte nur nicht den Fehler machen mit zu hohen Erwartungen in ihn hineinzugehen.

Die Story:
Vor 20 Jahren ist in Südafrika ein Raumschiff gelandet, das eine Million Aliens beinhaltete. Zwanzig Jahre später leben im Slum “District 9″, 1,8 Millionen Aliens und Alien-Nachkommen zusammengepfercht unter grauenhaften Umständen, während deren Waffentechnologie von dem Para-Militärischen Konzern MNU erforscht wird und Verbrecher die Außerirdischen ausbeuten. Während einer Umsiedlungsaktion von “District 9″ in “District 10″, kommt es zu einem Zwischenfall in dem der MNU-Umsiedlungsleiter Wikus van de Merwe in eine ganze Welt von Problemen hineingezogen wird.

Charaktere:
Die Story fokussiert vor allem auf Wikus. Ich denke das größte Problem, was ich mit diesem Filme habe, ist dass der Hauptcharakter über weitere Strecken absolut unsympathisch ist und der Film erst in der Letzten Dreiviertelstunde richtig in Fahrt kommt.

Ich weiß, dass Wikus vermutlich gar nicht sympathisch sein soll, doch die Sache ist, dass ich mich im Laufe der Geschichte mehr mit und über diesen Charakter geekelt habe, als mit der Story mit geeifert. Es wäre wirklich gut gewesen, wenn Wikus van de Weichflöte nicht, das dumme, rassistische Arschloch, eventuell etwas mehr Hintergrundgeschichte bekommen hätte, die ihn von Beginn an etwas sympathischer gemacht hätte. Auch wenn diese Bürde von jemand anderen getragen wird, so wäre ein etwas weniger “arschlochiger” Wikus sehr beitragend gewesen,  mich begeistert(er) im Kinositz zu halten.

Umsetzung:
Zu aller erst: Shakey-Cam. Allerdings ist das Gewackel moderat gehalten, so einem kein wichtiges Detail entgeht, weil der Kameramann einen epileptischen Anfall mimt. Man gewöhnt sich schnell daran und das Gewackel passt immer zur ‘Geschwindigkeit’ der aktuellen Szene. Wer allerdings doch extrem zu Motion-Sickness neigt, sollte bei dem Versuch den Film noch auf der großen Leinwand zu sehen, gewarnt sein. Ansonsten versucht der Film – vor allem zu Anfang – sich an einem halb-dokumentarisschen Stil, was aber auch nicht störend ist. So wird dem Film und einigen der Akteure einen passender Einstieg geben.

Ablauf (Spoilerfrei):
Der Film hält es klassisch: Das erste Drittel ist für den Aufbau und das “in Gang setzen der Story” verantwortlich, das zweite Drittel dreht die Story weiter, bis sich das Ganze im letzten Drittel in mehreren Feuergefechten entlädt – wobei wirklich immer mit der Kamera drauf gehalten wird.

Fazit:
Auch wenn für meinen Geschmack bei Wikus ein mal zu viel das Gefühl des Fremdschämens und der Gedanke “Was ein blödes Arschloch” auftritt, ist District 9 eine Kino- bzw. DVD-Empfelung. Es ist weder ein Flim der ein Genre (neu) definiert, aber mit Sicherheit der beste Film diese Jahres – so far.

Addendum – Rassismus:
Auch wenn der Film vermutlich die “Fackel gegen den Rassismus” hochhalten will, weiß man schon durch die ganze Werbung und die Hype um diesen Film ganz genau, was einem in Bezug auf “Rassismus” einen erwartet – so dass man nicht wirklich von diesem Umstand geschockt ist.

Wertung: 9/10

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