crysis

Mir ist aufgefallen, dass mir in letzter Zeit Grafik in Computerspielen absolut wumpe geworden ist – solange sie nicht einen gewissen Grad von “Awfulness” überteigt. Die Erleuchtung kam mir erneut, als ich letztens das neue Wolfenstein durchgezockt habe.

Bevor ich Euch frage, was Ihr denkt, wie wichtig Grafik für ein Game (und insbesondere einem Egoshooter) ist, erst einmal meine Gedanken:

Der Hundefelsen
Das neue Wolfenstein ist hierbei ein Paradebeispiel. Es ist ganz nett, hat zwar nicht super-mega-hyper-toll-toll Grafik, die man von einem top-aktuellen Titel erwarten würde, dennoch kann sich die Optik sehen lassen. Das Problem an dem Spiel ist, dass es allenfalls in die Kategorie “interessant um Zeit tot zu schlagen’” fällt – aber nicht mehr. Es hat einige gute Ansätze aber Ansätze die in vielen Spielen besser und durchdachter umgesetzt wurden. Eher wirken viele der Gameplay-Mechaniken, als zu sehr ‘gewollt’ und nicht ganz konsequent zu Ende geführt.

Und das ist der Punkt, das Spiel ist hierbei stellvertretend für viele Shooter, die mir in der letzten Zeit unter die Nase gekommen sind. Momentan glauben die meisten Egoshooterhersteller scheinbar, dass es genügt ist einfach ein paar halbgare Rollenspiel-Aspekte und Gameplay-Elemente einzustreuen (AKA Upgradbare Waffen), eine mehr oder minder tolle Grafik beizumischen und schon hat man einen Hit. Aber das ist nun mal nur noch, dass was man nun erwartet. Selbst Time-Slowing-Mechanic wurde so gierig von den Herstellern aufgesaugt, dass man fast enttäuscht ist, wenn ein Shooter keine hat.

Der letzte der mich vom Hocker gerissen (und von der Länge her enttäuscht) hat war das erste Modern Warfare. Doch wie gesagt, ich merke das mir Grafik ab einem gewissen Komplexitätsgrad egal geworden wird. Zwar rennen alle Shooterhersteller dem Landmarken-Setzer Crytek hinterher… aber wir wird wieder mal deutlich, dass die Grafik alles ist. Wolfenstein selbst hat sich versucht mit einem Haufen halb-garer “Gamplay-Effekte” aufzuwerten und kommt dadurch als ganzes ebenso halb-gar herüber. Was fehlt ist eine Story, die über ‘Kill all Nazis’ (jaja ‘Wölfe, schon klar) hinausgeht.

Disempowerment
Wenn Ihr an die Shooter denkt, die euch in der letzten Zeit – oder überhaupt – beeindruckt haben, welche wären das? Nun ich würde Spiele nennen, die durchgehend eine packende Story vorweisen können und/oder ein rundes Gameplay haben. Und vor allem würde ich Spiele nennen, die eine “Disempowerment”-Komponente haben.

Der klassische Egoshooter (auch mit RPG Elementen) hat mit Empowerment zu tun… was das ist? Nun Ihr gegen eine Million Idioten, die unter Eurem Gewehrfeuer das zeitliche Segnen. Ihr findet durch das Spiel neue und bessere Waffen, mit denen sich die Gegner besser zerlegen lassen, sowie Upgrades die Euch dauerhaft verbessern… Doch eben das wird oft schnell alt. Wenn ich all die wirklich großen Titel – die nicht gerade mit einem Quatensprung in der Grafik zusammenhingen – vor meinen Augen Revue passieren lasse, hatten diese alle einen ‘Disempowerment’-Aspekt und eine packende Story – zumindest Storytechnisch. Eine kühne Theorie, ich weiß.

Aber: Half-Life, Bioshock, System Shock 2 … alles “I want to get the hell out of here”-Titel in denen zudem eine Story und Atmosphäre die dazu passend inszeniert wurde. Dazu kämen bei mir noch die beiden ersten Penumbra Teile und Condemned, die wirklich Eindruck bei mir hinterlassen haben.

Also was denkt Ihr,

  • wie wichtig ist Grafik für einen Shooter.
  • Wie wichtig ist Euch persönlich die Grafik eines Shooters
  • Und wie wichtig ist sie bei anderen Games?
  • Legt ihr Wert auf Neuerungen wie Physik-Engine, selbst wenn diese nichts zum Gameplay hinzufügen?
  • Welche Games – besonders solche Ego-Perspektive – haben einen guten Eindruck hinterlassen und welche haben euch Enttäuscht?