Ich habe schon ein paar Leserbriefe bekommen, die alle sehr viel Freude gemacht haben zu lesen (…ich les ja die Warhammer Fangeschichte noch, das ist nur relativ viel!) Nur leider, hatte ich oft erst Zeit gehabt sie zu Posten, als das Thema schon längst wieder vom Tisch war.

Allerdings werde ich ab jetzt versuchen, dass sich das ändert.

So habe ich von meinem Leser “Old_Nick” eine Mail  durch meinen Post Ich denke, dass…” bekommen. Er setzt sich im Folgenden mit dem deutschen Arbeitsmarkt und den Banken auseinander und welche Probleme, dass für ihn zur Folge hat.

Es ist sehr interessant zu lesen (*) und am Ende würde ich gerne Eure Gedanken dazu hören.

Ich denke, dass…

…einem das Leben in Deutschland mittlerweile in einem unerträglichen Maß schwer gemacht wird. Wenn es nicht gut läuft, wird einem von jeder Seite noch die Türe vor der Nase zugeschlagen, während die, die es schon dicke haben, nochmal ein wenig mehr Zucker in den A…llerwertesten geblasen bekommen.

Vielleicht kommt es einem nicht so vor, aber wenn man es selbst erfährt, dann spürt man den Hammer. Ich mußte mir, da mir so ein Depp das Auto zerlegt hat, eine neue Karre zulegen. Da ich meine Knete nicht selber drucke ist das über ne Bank finanziert – monatliche Rate, alles wunderbar usw.

Nun bin ich dummerweise arbeitslos geworden (weil mein Ex-Arbeitgeber sehr amerikanisiert war, zumindest was das “hire-and-fire” angeht – “Hilfe, Hilfe! Wir brauchen Leute, sonst schaffen wir die Arbeit nicht!” und dann 6 Monate später “Ok, jetzt ist’s wieder ruhiger und sie dürfen gehen. Passenderweise ist es ja noch Probezeit und deswegen [blah . . . Kündigung mit 1 Woche Frist . . . blah . . . ohne Angabe von Gründen . . . blah . . .].

Anyway: Keine Arbeit = kein Geld für Raten. Also mit der Bank ne Aussetzung der Raten vereinbart, bis ich Arbeit gefunden hab (klar man kriegt “Stütze”, aber wenn man nicht nur ein Auto, sondern ein ganzes Leben zu finanzieren hat, dann muß man Prioritäten setzen…)
Jetzt der Clou: Die Bank hat sich nun irgendwie dazu entschieden, daß die Ratenaussetzung doch keine gute Idee ist. Die wollen alles(!) bisher Ausgesetzte auf einmal haben, sonst nehmen die mir mein Auto weg…

So weit, so schlecht.

Jetzt kommt der Teil mit dem, wenn man am Boden liegt…
Geh mal in meiner Situation zur Bank und sag: Ich bräuchte mal 5000 Euro, um die andere Bank ruhigzustellen, sowie diversen anderen Leuten präventiv das Maul zu stopfen, bis ich in 2 Monaten endlich wieder (SICHER! Vertrag schon in der Tasche, aber wen störts…) Arbeit habe.”

Da sagt die Bank zu dir: “Dann kommen sie mal in 2 Monaten wieder. Ohne Arbeit kriegen sie hier nichts.”
Wenn du dann darauf hoffst, daß da sowas ähnliches wie ein Mensch sitzt und du sagst: “Sehr komisch. Wenn ich Arbeit hätte, bräuchte ich keinen Kredit. Wo liegt denn der Sinn in der Sache? Wenn jemand KEIN Geld hat, dann braucht er einen Kredit! Wenn jemand selber Geld hat, dann braucht er KEINEN Kredit… Leute, wenn man mein Auto nimmt, dann komm ich gar nicht zur Arbeit, kann den neuen Job also quasi knicken und dadurch verdient ihr an mir nichts mehr, denn wenn ich kein Geld verdiene, kriegt ihr bei der Bank auch keins mehr von mir.”

Die Antwort darauf kannst du dir ja denken:
“Blah, blah, blah . . brauchen Sicherheiten . . . blah, blah, blah . . . haben ja nichts zu verschenken . . . blah, blah, blah (jetzt der Teil, der mich fast als psychopathischen Amokläufer auf die Titelseite der “WILD”-Zeitung gebracht hätte) wir müssen als Banken ja verantwortungsvoll mit dem Geld umgehen und können das nicht einfach irgendwo oder in irgendwen investieren . . .” [you get the joke, don't you?]

So, jetzt stellen wir uns mal vor ein Herr Manager kommt zur gleichen Bank und sagt: “Hey ich bin X und will ein paar Milliönchen, um damit völlig abwegige Sachen zu machen und in die eigene Tasche zu wirtschaften!”, was sagt dann die Bank? Kommen da die Worte vom “verantwortungsvollen Umgang”? oder vielleicht doch eher “Aber gerne doch! Darf’s noch etwas mehr sein?”

Und wenn dieser Manager dann den Karren an die Wand fährt, indem er Mißwirtschaft betreibt, sich selbst bereichert, die Knete einsteckt, die Firma ruiniert und Hunderte oder gar Tausende von Arbeitnehmern sowie deren Familien in ihrer Existenz bedroht, was dann? Dann wird ihm noch der Arsch versilbert und vergoldet, er erhält Millionen als Abfindung (zusätzlich zu den Millionen, die er schon verdient hat und den Millionen, um die er sich “hintenrum” bereichert hat), nur um dann bei der nächsten Firma mit Kußhand empfangen zu werden, wo sie ihm NOCH MEHR Knete in den Rachen schmeißen.

Stellen wir uns nun vor, daß ich ähnliches in meiner alten Firma getan hätte: Klauen/Unterschlagen, schlampig arbeiten, alles kaputt machen und in den Ruin treiben, so daß die Firma quasi dicht machen muß. Was dann? Dann hätte mich doch bestimmt der alte Arbeitgeber mit ‘nem Arsch voll Extraknete verabschiedet und der neue Arbeitgeber mich mit einem doppelt so hohen Gehalt begrüßt und blind eingestellt…

Und die Politik lebt uns das noch vor! Da werden irre Diäten abgesegnet und immer weiter erhöht. Natürlich ‘nur’, um die Unbestechlichkeit *H U S T* zu gewährleisten und wenn sie dann 4, 8 oder mehr Jahre Scheiße gebaut haben, dann gehen sie noch schön in die Wirtschaft (kapitalistisch, nicht alkoholisch….) und verdienen sich weiter dumm und dämlich, obwohl sie doch schon eindrucksvoll bewiesen haben, dass sie völlig inkompetent sind (Gaz-Gerhard, anyone?)

Lange Rede, kurzer Sinn: Warum ist Deutschlands (und auch die der ganzen Welt) “Wirtschaft” einfach so selten blöd, dass sie die einfachsten Prinzipien nicht begreift?
1. Wer reich ist braucht KEIN Geld!
2. Wer reich ist braucht KEINE Entlastungen und Vergünstigungen!
3. Wer Mist baut wird NICHT dafür belohnt!
4. Wer sich strafbar macht wird NICHT VERSCHONT, nur weil er nen großen Namen oder ein dickes Portemonnaie hat!
5. Wer den vorigen 4 Punkten widerspricht, ist ein waschhechtes ARSCHLOCH!

Da muß sich gewaltig was ändern. Das denke ich. Und es wird auch kommen, aber erst dann wenn alles zu spät ist. Wir werden wohl noch mindestens die nächsten 8 Jahre so weitermachen wie bisher. 8 Jahre ist der minimale Zeitraum, den ich ansetze, damit (wer auch immer regiert) das Schiff Deutschland endgültig auf Grund setzt und zum Untergang verdammt wird.

Tja, irgendwann werden wir alle singen “Auferstanden aus Ruinen…”, nur dass das dann weniger propagandistisch als in der DDR, sonder vielmehr Widerspiegelung der traurigen Realität persönlich erfahrenen Leids sein wird.

Armes Deutschland.

Old_Nick (Markus),
Der immer stolz darauf in Deutschland zu leben, aber dessen Ansicht darüber sich in einigen Punkten zu wandeln beginnt…

(*) Dieser Leserbrief ist mit Einverständnis des Autoren gepostet worden, ich habe an diesem Brief (fast) keine Inhaltlichen Änderungen oder Korrekturen vorgenommen – die Aussagen darin sind die des Autoren. Ich habe nur einen Satz – nach Absprache mit dem Autoren – leicht abgeändert, da dieser sonst zu leichter Verwirrungen hätte führen können, sowie die Formatierung für das Web etwas lesbarer gestaltet.


Mich würden Euren Gedanken zu dem Ganzen interessieren, ich selber werde in ca. einem Tag dazu einige Gedanken in den Kommentaren posten.