Sommer, Sonne, schönes Wetter und Grillen. Das ist der Sommer und das sind die Sommerferien.

Aber nicht alle Schüler liegen den ganzen Sommer auf der Faulen Haut oder sind auf Achse. Es gibt auch Schüler die – wie ich damals – in den Ferien Jobs annehmen und sich bis zu 8 Stunden am Tag Arsch reißen, um ihr Taschengeld aufzubessern.

Was viele Leser nicht wissen: Es gibt in diesem Land eine Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Ferienjobbern.

Bedarfsgemeinschaften:
Es ist in diesem Land schon lange nicht mehr egal, welchen sozialen Stand man hat, sondern es wird zuerst die Frage gestellt, ob man Hartz IV bekommt – oder nicht. Oder wie in diesem Fall, ob die Eltern eines Schülers Hartz IV bekommen – oder nicht. Denn bekommen die Eltern eines enthusiastischen Ferienjobbers Hartz IV, so ist dieser Schüler Teil einer “Bedarfsgemeinschaft” und darf nicht mehr als 100 Euro im Monat verdienen.

Kein Scherz
Von jedem Euro, der über diese 100 Euro-Grenze hinausgeht, werden einem Schüler aus solch einer “Bedarfsgemeinschaft”, vom Staat wieder 80 Cent weggenommen. So werden die Ferienjobber Deutschlands in Kinder aus sozial-schwachen Familien und ‘normalen’ Familien eingeteilt. Zudem hat eine Nichtmeldung der Einkünfte des Schülers aus einer “Bedarfsgemeinschaft” sogar noch ein Strafverfahren und ein Bußgeld bis zu 2.500 Euro zur Folge.

Das Problem ist übrigens nicht neu, nur wurde ich erst dieses Jahr darauf gestoßen. Warum die Bundesregierung diesen Schmu mit Hartz IV verabschiedet hat, darüber kann ich nur rätseln. Ich vermute es ist dafür gedacht, dass die Kinder nicht “für ihre Eltern” arbeiten gehen. Denn Ferien- und Nebenjobs – so fern sie nicht mehr als 7500 Euro im Jahr einbringen – sind größtenteils Steuer- und Abgabenfrei für die Schüler.

Schulung zum Sozialhilfeempfänger
Für einen Schüler aus solch einer Familie lohnt sich Leistung nicht. Warum sollte man denn auch Leistung bringen, seine Sommerferien aufopfern, wenn man am Ende mit nur 100 Euro dasteht? Da kann man auch einfach zwei bis drei Mal im Sommer eben irgendwo aushelfen und sich den Rest der Zeit in die Sonne legen. Das wirklich Schlimme an dieser Reglung ist nicht nur die schreiende, soziale Ungerechtigkeit, sondern auch dass diesen Kindern beigebracht wird, dass sich Leistung und harte Arbeit einfach nicht lohnen.

Wer arbeitet schon in seinen Ferien 4-8 Stunden am Tag, wenn er weiß, dass nicht viel mehr als 100 Euro dabei herumkommen? Wie fühlt man sich als Schüler, wenn man herausfindet, dass für einen selbst andere Regeln gelten, als für seine Klassenkameraden? Was denkt man, wenn die einzige Möglichkeit gleich viel in den Sommermonaten zu verdienen, Schwarzarbeit ist?

Doch der Witz kommt noch besser
Das Problem an der Sache ist nicht nur, dass hier Ferienjobber in zwei Klassen eingeteilt werden, sondern es ist auch ein bürokratisches.

Arbeiten zwei Schüler in den Sommerferien für 800 Euro im Monat, hat er eine 800 Euro verdient und der aus der sozial-schwachen Familie kaum mehr als 100 Euro. Da aber die Behörden bei “Bedarfsgemeinschaften” allen Verdienst anrechnen, der pro Monat in so eine “Bedarfsgemeinschaft” einfließt, sieht es wieder ganz anders aus, wenn sich der Schüler dort die nächsten 8 Monate jeden Monat 100 Euro auszahlen lässt.

Und doch, bei allen Tricks die man anwenden kann sieht es so aus, dass ein Schüler aus einer Bedarfsgemeinschaft nicht mehr als 1200 Euro im Jahr neben der Schule her verdienen kann, während die Schüler, die es stellenweise nicht mal nötig hätten 7500 Jährlich verdienen können.

Feines Deutschland.

Zwei-Klassen-Gesellschaft bei Ferienjobs, 5.0 out of 5 based on 1 rating