14 Okt
Mit der Bekanntgabe, dass es sich bei StarCraft II um eine Trilogie handeln wird, kamen viele Stimme in Internet auf, dass es Blizzard ihr StarCraft-Franchise abmelken wollen würde. Blizzard-Repräsentant Bob Colayo widerspricht dieser Auffassung in einem Interview mit Edge-Online, welches ich auch als Grundlage für meine Gedanken zu der Sache machen möchte.
EO: Einige Leite behaupten, dass die Entscheidung StarCraft als Trilogie herauszubringen, sei ein Zeichen dass Activision die Muskeln spielen lässt und Blizzard dazu bringt das StarCraft-Franchise “abzumelken”. Ist das Trilogie-Format auf die Fusion mit Activision zurückzuführen?
BC: Nein, absolut nicht. (…) Chris Sigaty (Ausführender Produzent) sagte in einigen Interviews dieses Wochenende, dass wir schon von Anfang an zwei “Expansion Packs” für StarCraft II geplant hatten. Diese Struktur (der Spiele) wird hierbei nur ein wenig verändert. (…)
Genau! Wann hat man denn bei Blizzard jeeeeemals irgendein Franchise abgemolken? Dafür müsste man ja, anfangen dritte Teile einer Serie zu produzieren, Miniaturen und Brettspiele verkaufen, Sammelkartenspiele lizenzieren, Filme machen, Mousepads, Mäuse und Keyboards vertickern …
Der wirtschaftswissenschaftliche Terminus für “Franchise Abmelken” heißt übrigens GeorgeLucassieren – mit Betonung auf “-Cassieren”. Aber zurück zum Thema und etwas ernsthafter:
BC: In StarCraft II werden wir eine Kampagne haben, die sich nur auf die Terraner konzentriert. Sie wird 26 bis 30 Missionen lang sein und man wird als Jim Raynor spielen. Wenn wir das erste “Expansion Set” veröffentlichen, wird sich dieses auf die Zerg konzentrieren und das werden dann auch nochmal 26-30 Missionen sein, die sich nur auf die Zerg konzentrieren. (…) Ich denke die Leser verstehen nicht, dass es jedesmal eine vollständige Single-Player-Kampagne gibt, in jedem der drei Produkte. Statt alle drei “Spielrassen Erfahrungen” auf einmal zu bringen,und um es eine ‘epischere’ Erfahrung zu machen, konzentrieren wir uns auf eine Fraktion pro Singleplayer-Kampagne.”
Ja und genau da sehe ich ein Problem.
Nicht dass ich etwas an einer breit gewalzten, epischen Story auszusetzen hätte, aber das Tolle an den Blizzard-Spielen war bisher immer, dass man im Singleplayer jede Rasse einmal sehen und spielen durfte und so die ganze Kampagne aus mehreren verschiedenen Perspektiven sah. Außerdem war die Singleplayer-Kampagne immer eine Möglichkeit mit allen Rassen einmal ‘warm zu werden’. Jetzt fällt das bei Zerg und Protoss im ersten Spiel weg.
Zwar ist dieses Prinzip schon in ähnlicher Form bei der “Dawn of War”-Reihe angewendet worden, wo es auch nur eine Space-Marine Kampagne gab, aber da hat man jedesmal eine ganz neue Rasse bekommen und nicht nur ein paar neue Einheiten pro Spiel, wie es bei SC2 der Fall sein wird – was Colayo im weiteren Verlauf des Interviews erklärt. StarCraft und WarCraft III waren und sind immer noch durch ihren Multiplayer-Modus sehr beliebt, aber dieser wird durch die beiden weiteren Spiele kaum ausgebaut. “Du bekommst 3-6 Einheiten pro Spiel mehr” mag da vielleicht für einen Online-Zocker ein Kaufargument sein, aber eines dass einen “Vollen Preis” mehr wie Hohn erscheinen lässt.
Darüber hinaus wird es sich wie ein Rückschritt anfühlen, wenn man bei Start der Zerg-Kampagne erst einmal auf die fünf grundlegenden Einheiten beschränkt ist und sich dann hocharbeiten muss – man kennt dann bereits schon alle relevanten Einheiten durch das erste Spiel mit den Terranern. Ein wichtiger Faktor war immer, dass man nebenbei an die Armee herangeführt wurde, was neben der Story ebenso Spaß machte. Meiner Meinung ist die “Lernperiode” bzw. “Aufbauperiode” am Anfang eines Spieles eine der Interessantesten Sachen die ein Spiel bieten kann – ich verweise da immer wieder gerne auf “Portal”.
Die Gefahr besteht, dass Gamer welche die anderen Rassen in Skirmishes der ersten “Episode” bereits ausgiebig gezockt haben, die Singleplayer-Kampagnen der Folgespiele zu leicht sind. Zwar kann man dass mit einer ‘knackigeren’ Kampagne wettmachen oder deutlich auseinander gehenden Schwierigkeitsgraden, aber ich bin da skeptisch.
Bei jedem Spiel nur ein paar neue Einheiten und eine neue Singleplayer-Kampagne dazuzulegen, rechtfertigt irgendwie nicht in meinen Augen den Komplettpreis für eine Vollversion zu nehmen – es sei denn natürlich StarCraft II ist im Vergleich zu anderen Spielen deutlich billiger.
6 Kommentare for "StarCraft II Trilogie, eine weise Entscheidung?"
Ich bin mir nicht sicher, wie man den letzten Abschnitt verstehen soll. Hört sich ein wenig so an, als ob du von drei Vollpreisspielen ausgehst. Davon würde ich im Moment aber nicht ausgehen, obwohl es natürlich wahrscheinlich noch 2-3 Jährchen bis zum 2ten Teil dauern wird. Dustin Browder spricht in einem GameStart Interview auch davon, dass sie den Preis durch den Inhalt bestimmen und geht dabei von dem Umfang eines Addons aus. D.h. Teil 2 u. 3 werden Addonpreis haben, was ich vollkommen in Ordnung finde. Teil 1 Vollpreis und die anderen beiden Addonpreis, da seh ich kein Problem (bisher).
Nun wie gesagt, _wenn_ Teil 2&3 billiger sind als der Erste, habe ich nichts dagegen einzuwenden… wenn er aber sich um den gleichen Preis dreht dann nun fände ich es schon ein wenig ‘unangebracht’. Vielleicht hat da bei mir auch das “Wenn es ein eigenständiges Spiel ist = Vollpreis”-Neuron zu schnell geschaltet.
Die Probleme mit der Singleplayer-Kampagne bleiben allerdings.
Add:
Gerade noch nachgelesen, danke für den Hinweis.
Bowler hat in dem Interview allerdings den Preis offen gelassen, man wolle diesen an dem Umfang des jeweiligen Folgeteils anpassen. Das Problem ist allerdings, dass ich nicht sehe wo man da mit einem Vollpreis argumentieren möchte, das zerschlägt sich alles an der Tatsache, dass man im Teil Eins bereits alle Rassen im Battle.net zur Verfügung stehen hat und in den Folgeteilen nur neue Einheiten hinzukommen. Wenn man den zweiten Teil zu einem Vollpreis verkauft, sind ja die Onlinegamer welche den ersten Teil gekauft haben die gelackmeierten, da sie sich das Spiel in einer verbesserten Version zum vollen Preis nochmal kaufen könn(t)en.
Nunja die Publisher springen nacheinander auf den “Valve-Zug” auf.
Mirrors Edge kommt jetz nun auch in 3 Teilen, wobei erst in Teil 2 der Lvl-Editor enthalten ist und man somit als Modder regelrecht gezungen wird den 2ten Teil zu kaufen.
Ich hoffe mal Activision/Blizzard lässt Prototype in der Form, wie es jetz ist.
Natürlich als Konsument möchte man am besten 1 Spiel mit 90 Missionen, allen drei Rassen, allen Einheiten und einem dabei sitzenden Arbeitssklaven der für die Atmosphäre sorgt. (Knabberzeug, Getränke und evtl. leise begleitende Musik oder so)
Wenn man aber vergleicht: Die Spiele mit allen Rassen haben sowieso nur 30 Missionen für ALLE, find ich den Vorteil das nicht der Aufbauteil die komplette Kampagne einnehmen sollte, gar nicht so verkehrt. Spricht mich zumin. an, ne bessere Story (hoffentlich!) serviert zu kriegen.
Und einen Kauftipp gleich mit: Ich zahle für nichts Vollpreis, ich warte bis Spiel + das erste Addon oder so, je nach Spiel halt, Platinum o.ä. gegangen sind so das ich nur die Hälfte zahl etwa. Da zahlt sich Geduld aus.
@Leonartes
Also ich brauch nicht wirklich ein Spiel mit 90 Missionen.
Man denke doch mal an Earth 2160, dass mit 4 Fraktionen und einem auf einander aufbauenden Kampagnensystem, absolut genial ist. Aber sicher nicht so viele Missionen hat.
Wen man so wie Blizzard die Spiele vor allem auf Multiplayer auslegt, ist die Single-Player-Kampagne als Einführung in die Spielemechnik zu sehen, gerade wen sie die Rassen so unterschiedlich spielen wie in SC2.
Wozu hab ich 30 missionen, für eine Rasse, wen ich Monatelang, auf die schrittweise Einführung in die 2te warten muss?
Außerdem ist der Umfang kein wirklicher Kaufgrund. Man nehme COD 4, dass mit einer 5h Kampagne aufwartet, aber Atmosphärisch absolut genial ist.
Oder anderes Beispiel Portal.
10-12 Missionen pro Rasse, und dafür nur ein Spiel, sind ohne weiteres vertretbar, wen noch eine akzeptable Story und/oder ein gutes Multiplayerfeeling dazukommt.
Hier ist auch wieder COD4 vorbildlich, kurze aber tolle Story und Absolut geniale Multiplayer Schlachten.
@Marna
Ich habe nie direkt auf dich bezogen. Springenderrpunkt in der Aussage war:
Konsument will viel für wenig Geld, Vertreiber will für wenig viel Geld.
Es ging mir nur um den Inhalt, der ist defakto bis auf die Rassenauswahl in der Kampagne ja vom Umfang her der gleiche (30 Missionen und so).
Ich muss sagen: Ich habe keines der von Dir genannten Spiele gespielt, bin schlicht weg nonkonform und habe nur sehr wenige Spiele die ich spiele. Daher kann ich darauf keinerlei Bezug nehmen. Aber gib mir 1nen Grund, nur weil der Konzern dahinter auf Multiplayer/E-Sports aus ist, zu sagen: Die Kampagne sei eine Einführung in die Rassen?
Zumal ich es als sehr schwachsinnig ansehe, die Kampagne hat mich in allen RTS Titel nur 1nes gelehrt: Bunker dich zu bis die getriggerten Angriffswellen ohne Verluste weg gesiebt werden, bau 2 volle Trupps und überrenne sie alle. Von Einführung sehe ich da wenig, es sei den man sieht die kleinen Tipps wie ‘Mörsertruppen gegen Gebäude nutzen’ als Einführung an. Wenn ja: Dumm, da die anderen Nutzensmöglichkeiten nicht genannt werden.
Ich persönlich sehe eine Kampagne immer als Vermittler der Story und Spaßigen Teil neben der MP-Competition. Weil SP und MP haben meist so viel gemein wie ein Apfel und ein Hackbraten. Im übrigen hab ich nirgends gesagt: Es sei nicht vertrettbar es so wie die älteren Titel zu gestalten. Ich sage nur: Diese Art ist nicht zwingend verwerflich.
Ich weiß allerdings nicht, ob Zachrid hier Diskussionen sehen möchte. Wenn nicht und interesse deiner Seite besteht, würde man das in Messenger verlagern.
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